Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand LBI
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ist es von größter Wichtigkeit, gut ausgerüstet zu sein. Grumach,das altbekannte BerlinerWollwarengeschäft, liefert zweckmäßigste Auswandererausrüstungen: Trikotagen, Strümpfe, Strickwaren, Bett-, Tisch-, Haus- und Leibwäsche guter Qualität zu niedrigen Preisen. Fordern Sie unverbindlich Angebote, am besten — Sie kommen selbst zu tiftUHAch AM BERLINER RATHAUS ■ SEIT 1872 während endlich Uruguay wegen der Einstellung seiner ganzen Wirtschaft auf Viehzucht praktisch ebenfalls ausfallen dürfte. Es bleiben somit lediglich die in der subtropischen und südlich gemäßigten Zone gelegenen Teile von Paraguay, Nordargentinien und Südbrasilien übrig, die unter sonst günstigen Bedingungen noch Land zu erträglichen Preisen zur Verfügung stellen können. Als klassisches Land, insbesondere für deutsche Siedler, gilt der brasilianische Südstaat Rio Grande do Sul und in zweiter Linie: Santa Catharina; ferner, trotz geringerer Fruchtbarkeit, alier flank den niedrigen Bodenpreisen: Parana. Die geographischen Bedingungen, d. h. das Vorhandensein zahlreicher den Verkehr erleichternder Flußläufe, machen diese Gebiete trotz der gewaltigen Schwierigkeiten mühsamer Urwaldkolonisation zur Siedlung durch Zuwanderer aus Mitteleuropa besonders geeignet. Zur finanziellen Seite der Auslandssiedlung muß gesagt werden, daß „die Zeiten, da mittellose Arbeiter in Nord- oder Südamerika an Land gehen und mit der nächstliegenden Arbeit ihr wirtschaftliches Programm beginnen konnten", vorbei sind. Der neuerdings von den Einwanderungsländern geforderte Nachweis des Vorhandenseins eines kleinen Vermögens ist nicht zuletzt im Interesse des landwirtschaftlichen Siedlers selbst zu begrüßen, da er auf diese Weise — wenigstens im Anfangsstadium — einen kleinen finanziellen Rückhalt besitzt. . . - Was die Siedlungsmethoden betrifft, so lassen sich deren zwei unterscheiden: die Einzelsiedlung und die Gruppensiedlung. Erstere käme nur dann in Betracht, wenn sie als Neusiedlung neben und zwischen Altsiedlern desselben Heimallandes erfolgen könnte. Für die überwiegende Mehrzahl der heutigen Auswanderer schaltet diese Form jedoch aus finanziellen Gründen ohne weiteres aus." Der auf der im September 1933 abgehaltenen Versammlung der Wandererschutzkonferenz erstattete Bericht von Herrn Pastor Dr. F. Schröder, Berlin, erörtert auch das Thema: „Siedlungsfragen in Südamerika". Er führte u. a. aus, daß, nachdem Nordamerika als Auswanderungsziel weggefallen war, ein Ausweg nach den ländlichen Siedlungsgebieten der südamerikanischen Urwälder gesucht werden mußte. Hier war noch Raum genug. Mit diesem Wechsel des Zieles ist zugleich ein Wechsel der Struktur der Auswanderung eingetreten: Statt der Industrie nimmt nun die Landwirtschaft die Auswanderer auf. Diese Wandlung und die mit ihr gegebene Problematik ist zuerst von Japan und Polen erkannt worden.. . . Schon vor 1914 zeichnete sich die japanische Einwanderung nach Brasilien dadurch aus, daß von vornherein in den unscheinbarsten Anfängen die Regierung hinter den Emigrantengesellschaften stand. . .. Gegenwärtig verteilen sich die etwa 150 000 Japaner auf 10 brasilianische Staaten. Es kann als unbedingt sicher festgestellt werden, daß folgende Ziele erreicht wurden: a) Eine merkbare Entlastung des japanischen Arbeitsmarktes durch die Herausnahme von etwa 150 000 Personen; b) Eine gesicherte Unterbringung dieser Menschen als Siedler in der Landwirtschaft, und zwar in der Weise, daß Selbständigkeit und verhältnismäßiger Wohlstand in sicherer Aussicht steht... Beide Einwanderungsgruppen in Brasilien: die japanische wie die polnische, stellen insofern etwas Neues dar, als hier der Versuch gemacht wird, systematisch die Erwerbslosigkeit durch Ansiedlung in weniger dicht bevölkerten Ländern zu bekämpfen . .. Der Kleinsiedler Südbrasiliens kehrt für die auswandernde Generation auf die Stufe einer gewissen Primitivität zurück und erobert erst seinen Kindern die Möglichkeit wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs wieder zurück. Es wird alsdann allgemein auf die Notwendigkeit einer rationellen Organisation der Auswanderung zu Zwecken der Ausübung kolonisatorischer Tätigkeit hingewiesen: genaue Prüfung der Qualität der Auswanderer, Orientierung derselben über die Lebensbedingungen in dem neuen Lande, Sprachbeherrschung, sorgfältige Auswahl des Bodens und Vorbereitung der Ansiedlung, wobei besonders zu beachten sind: Bodenqualität, Klima, Absatz Verhältnisse.-- Das Empire Development and Settlement Research Committee — eine nichtpolitische Organisation, deren Vorsitzender Sir Henry Page ist — hat einen Bericht herausgegeben, in dem es einen Plan zur Verteilung der Bevölkerung des britischen Reichs durch eine Chartered Company, die von der Regierung durch finanzielle Garantie unterstützt wird, unterbreitet. Einem kurzen Résumé des Planes entnehmen wir folgendes: Die Kosten der Ansiedlung von Personen mit ihren Familien in überseeischen Gemeinden werden wie folgt geschätzt : Die Kosten vom Zeitpunkt der Rekrutierung, bis der Ansiedler sich in seinem neuen Heim selbst unterhalten kann, werden mit etwa 1000 £ veranschlagt. In Australien würden die Kosten etwas höher sein infolge erhöhter Transportkosten. Grund zur Hoffnung liegt in der Einrichtung von gänzlich neuen Kolonien von Ansiedlern in den Dominien ganz abgesondert von bereits vorhandenen besiedelten Bezirken, wo kein Konflikt mit den bestehenden Interessen eintreten würde, sei es, was Kapital oder Arbeit betrifft, und wo voraussichtlich für eine Reihe von Jahren die Siedler sich nicht in die Städte zerstreuen und mit gegenwärtigen Dominionbürgern in Wettbewerb treten würden. Das Komitee glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß dieser Plan sympathisch von den Überseebehörden aufgenommen würde. Um diese neuen Siedlungsgebiete zu erreichen, würde es wahrscheinlich notwendig sein, eine Eisenbahn zu bauen oder bestehende Eisenbahnen auszubauen, um gänzlich neues Land zu eröffnen. Als Beispiel für diese Art von Unternehmung ist ein bestimmter Plan in einem bestimmten Gebiet erwogen worden, der aber in diesem vorbereitenden Stadium noch nicht angegeben werden soll, bei dem es möglich sei, 40 000 Siedler mit ihren Familien oder 160 000 Seelen zu etablieren. Die Kosten werden auf 50 Mill. £ veranschlagt einschließlich der Ausdehnung der Eisenbahn. Die Hauptidee sei: unmittelbar anzufangen, Gemeinschaftssiedlungen in einem Gebiet zu gründen, Reihen von Dörfern mit je 50 Siedlern werden erbaut werden mit Häusern in enger Nachbarschaft, und die Siedlerländereien werden — wenn möglich — sich daran anschließen, wodurch eine gemeinschaftliche Umgebung gefördert und das Gefühl des Alleinseins beseitiget wird, das in früherer Wanderung ein Hemmnis gewesen ist. Jedes Dorf oder jede Gruppe von Dörfern werden ihre eigene Kirche, Kino, Läden und Marktplätze haben; jede Reihe von Dörfern ihr zentrales Dorf, das sich später in eine Stadt entwickeln kann. Die Siedler in 3