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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 39 (1885) · p. Seite 156

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
39 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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156 — sich bei Mehmed Ali für die Juden in Damaskus verwandte, trug ihm der Bieekönig an, er solle den Bau von Kriegsschiffen und eine Armeelieferuug übernehmen. Für diese Coneession waren viele Geldmänner bereit, dem Bieekönig bedeutende Summen zu zahlen, und Montefiore konnte sie umsonst haben. Aber er fragte zuerst seine Frau. „Für wen sollen wir all die Last und Mühe haben und um messen willen willst Du Deinen ehrlichen Namen in's Geschästsgetriebe wieder hineinzerren lassen? „Und Montefiore nahm die Coneession nicht an! — Als Sheris von London (1836) mußte er aus die Knöpfe und Handschuhe der Livreen seiner Diener ei» Abzeichen anbringen lassen — und er wählte dazu wie die Sephardim es zu schreiben pflegen. Der Lord Sussex sprach davon der Königin und sie äußerte den Wunsch, diese Livreen zu sehen. Bei der Vorstellung der Diener äußerte ein Gelehrter, das Wort wäre falsch geschrieben, es müßte heißen, was die Königin Montefiore sagen ließ, der jedoch den Sachverhalt klar stellte. Der Lord Sussex ist ein Gönner und Freund des Sir Moses und der Juden überhaupt gewesen. Er hatte bewirkt, daß der Sheris Montefiore zum Sir befördert wurde, und er beglückwünschte vor der Königin ihn zu dieser „verdienten" Erhebung! Kühl, säst feindlich stand ihm dagegen Lord Rüssel gegenüber, so daß Sir Moses, als er der 94 jährige den erkrankten 84 jährigen Ruffel auf der Isis ol Thanet guten Porter schickte, witzig äußerte: „Vielleicht wird er durch den Wein ein wenig warm." — Daß er allem Andringen, seinen Namen Moses zu modernisiren, widerstand, versteht sich von selbst, — spottete er doch gern solch Neumodischen gegenüber: Wie mögt Ihr mich so ehren, bin ich doch nur ein orthodoxer, alter Jude! RätlM-Aufgaben. I. Deutsches Kogogryph. Von I. Herzberg. Aus einem großen, mächt'gen Land Nenn' ich Dir einen großen Fluß; — Weh', wer als Schuldiger verbannt Nach seinen llfern wandern muß. Leg' ihm das Haupt verkehrt zu Füßen, Gar froh wirst Du ihn dann begrüßen, Denn hcil'ger Ernst und Festesfreude Giebt ihm beim Einzug das Geleite. — II. Deutsches Silbenrathsei. Bon I. Mansbachcr. Die Ersten lobt der Preuße, Die Letzt' die Judenheit; Das Ganze war entscheidend Für unsre neue Zeit. III. Hebräisches Scheriräthsel. Von I. Mansbachcr. Die Einzahl war eh'mals die Herrin der Welt, Die Mehrzahl dem Unglück als Freistadt bestellt. IV. Hebräisches Kogogryph. Von 6. in R. 1?r«g. Am Empfange des Erzbischofs Grafen Schönberg haben sich auch die Böhmischen Juden durch eine Abordnung (an deren Spitze Dr. Lichtenstein stand) betheiligt. Der Erzbischof bezeichnete es als Pflicht jedes kathol. Priesters, den Frieden zwischen den Bekennern der verschiedenen Religionen zu erhalten und zu verstärken. — Hoffentlich werden die Czechen in dieser Betheiligung der Juden nicht eine Frechheit erblicken, wie die Deutschen in Westphalen das gleiche Verhalten der dortige» Juden bei einer ähnlichen Gelegenheit genannt haben. * * Warschau. Nach offiziellen statistischen Angaben beschäftigen hier 148 Fabriken mit über je 25 Arbettern im Ganzen 13797. Von den Besitzern sind christl. Russen 59 — jüb. Russen 38 — Ausländer 34 (Unter diesen wohl ebenfalls noch Juden!). Von den Angestellten sind 129 Russen, 55 Juden, 89 Ausländer, von den Arbeitern 11 393 Christen, 805 Juden, 691 Ausländer. Kleine jüdische Charaeterzüge. Unlängst hast Du's wohl empfangen, Auch Andern wohl gesendet: Wird an den Fuß der Kops gehangen, Das Wort dann umgewendet, So übst Du eine heil'ge Pflicht, Wenn Dir's am Fest nicht gebricht. Preis-Näthlel. Deutsches Kogogryph. Von R—r. Vier Zeichen find's, ein Plural, Du findest'« bei Männern, Frauen und Kindern. Fügst Du jedoch ein Zeichen hinzu So siehst Du den Pural zur Einzahl sich mindern. Du findest am Feste es jetzt nur noch selten Doch soll's da nicht als Geringes Dir gelten. iV Jeder, der bis zum ». Oktober die richtige Auflösung der Abonncmentsquittung aus das IV. Quartal cinsendet, erhält ein S als Preis. Eine Jagdgesellschaft der vormärzlichen Zeit, der sogen, bessern Gesellschaft angehörig, unter denen sich auch einige höhere Beamte und Militärs befanden, kehrt beutebeladen in ein Gasthaus ein, um sich an einem frischen Trunk zu erlaben. Als sie einen kleinen Theil der langen Wirthshaustafel von einigen arglos ihr Mahl einnehmenden Juden besetzt fanden, erregt das der Ankommenden Mißfallen. Sie setzen sich daher dicht zu jenen, indem sie gleichzeitig ihren Hunden zurufen: „Schmul, unter'n Tisch. Jtzig, unter'» Tisch!" — „Schade, meine Herren," wandte sich daraufeiner der Juden an sie, „daß Ihre Hunde so jüdische Namen haben?" — „Warum?" fragten jene zurück. — „Weil ihnen dadurch die Beamten-Carrisre ganz abgeschnitten ist." M. W. Auflösung der Rathsel in Nr. 38. I. MennM ... ObadirA S SolU 2, ElsteR 3 SonnE o- BarlscH 2 ElcnN „a NinivE S MoaB 2. AaraU 3 JsaaE 3 MachpclaH * OmrJ NachuM 53 s 3 II. Preis-Räthsel. HI. ruV 1. Name des Propheten. 2. die Taube. VI. Jonas, im Innern des Haifisches. V-ranwortlicher Rcdacteur Dr. Rahmcr, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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