Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 29 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- 115 — '■ guibti« ®!*“ Dürft. ’ j™«, a(K "»«KNa* "I'» Platten 3I'" bet Hoff, auf.., '?"«9 folji.) 10 für ein gottj Ee mit J)em. t etif^e üiebe zu j - übet ihu tin, )eß ein mennet jlboocat fei, . bit pwplMte r hcnargcthau, maus folgend, mocireu mußtet Heu Haufe ciudie allgemeine atllichcr Mann j fälligem Siefen,! >i etwas Auge- Zelt und Menj eu Bemetltiugeu | ) Bis zeugend,; t ihm, es mar, t tüffen. neu,“ jagte Leo „er hat ent» jenblitf, baß sie roirb.“ efaß, in Mm; die Wge auf;; tSuttg herbeizut baS :;Deu= @e» tineit 1 ein 6 in fettiger Stunde, da unser Ehebund geschlossen worden, verlasse. Noch weis; ich nicht, wie ich die Kraft finden werde, es zu können, indeß will ich auch diese Schickung über mich ergehen lassen, um Deinen Eltern zu beweisen, daß ich nicht einem sinnlichen Rausche folgend. Dich zum Weibe begehrte, sondern weil echte, wahre Liebe zu Dir mein ganzes Sein erfüllte!" „Unsere Trennung, Geliebter." beruhigte Jlka, „wird nur von kurzer Dauer sein, täglich werde ich Dir schreiben, täglich Dich in Gedanken tausendmal küssen, um, wenn wir uns dann endlich Wiedersehen, nur einander für's Leben anzugehören, daun werden wir das glücklichste Paar auf Gottes Erdenrund sein, so glücklich, das; uns die Engel im Himmel beneide»!" __ Wehmuthsvoll schloss Dr. Landers das über Alles geliebte Mädchen in seine Arme. „Mein sollst Du vor Gott und den Menschen werden," sagte er tieftraurig, „und ich soll Dich meiden! Hast Du eine Ahnung, Jlka, was das für mich bedeutet?" „Habe ich Dich weniger gern, als Du mich?" gab ihm Jlka die Frage zurück. „Auch ich muß dem Glücke, mit Dir vereint zu sein, für jetzt entsagen, um nicht die Achtung der Eltern und damit ihre Einwilligung zu verlieren!" Thränen umflorten ihre schönen Augen, als sie jetzt den blonden Locke,ikopf an der Brust des geliebten Mannes barg. „Weh! Weh!" schluchzte sie von Rührung überwältigt, „daß unS doch unser Glück gar so karg gemessen ist! Die Leute beneideten mich oft, da ich reicher Eltern Kind war, mir jeder Wunsch erfüllt wurde; bin ich nicht gerade, weil ich reicher Eltern Kind, bedauernSwerth?" Thränen erstickten ihre Stimme. Jetzt war es an Elli- »rar, sie zu beruhigen; sie solle nur der Zukunft gedenken, die ja zweifelsohne sonnenhell und klar sein werde; die Zeit der Prüfung müsse überstanden, der Kampf muchvoll durchgekämpft werden. — Am folgenden Tage reiste Dr. Sanders ab, da seine Berufsgeschäste ihm eine längere Abwesenheit nicht gestatteten. Man hatte verabredet, eine Woche später in Marienbad, wo das junge Paar weilte, zusammenzulreffen und, wenn bis dahin kein Ausgleich mit Jlka's Eltern ermöglicht worden, dort durch Dr. Lchner die rituelle Trauug zu vollziehen. tAortsehnng folgt.) Indisch-deutsche Redensarten, erläutert und zum Thcil auf ihren Urfprimg zurüekgefiihrt von Lehrer I. Herzberg. 11. Da» Chastr streckt'« Fiistche» au«! Lekanntlich ist uns das Fleisch des Schweines zu essen verboten, weil cS nicht wiederkäut, obwohl es gespaltene Klauen hat. An sich ist es demnach ein unreines Thier, besitzt aber dennoch eines der Zeichen, an denen man die reinen Thiere, deren Fleisch uns zu essen erlaubt ist, erkennt. Sich im Kothe wälzend, streckt eS seine Füße in die Höhe und ruft gleichsam Jedem, der sich voll Abscheu von ihm abwenden will, zu; Lieh, bin ich nicht ein reines Thier, habe ich nicht auch gespaltene Klauen, wende Dich nicht mit Abscheu von mir! Es verbirgt aber, daß es nicht wiederkäut, was es eben zum unreinen Thiere macht, und jene gute Eigenschaft wieder wirkungslos und als gar nicht vorhanden erscheinen läßt. — So daher Jemand, der an sich gottlos und verabscheuungswürdig, der sonst alles thut, was mißfällig ist in den Augen Gottes und der Menschen, sich mit einigen wenigen Tugenden, die er vielleicht gezwungen, nicht um der Tugend willen, geübt, brüstet und selbstgefällig und prahlerisch ausruft: Schauet, welch' edle Thal ich vollfllhrt, bin ich nicht ein gottvoller Menfch, den ihr loben müßt, der eure Achtung und Zuneigung, nicht aber eure Verachtung *> Bergt, mich Midrasch zu Pf. 80,14. verdient! — aber vergißt, daß alle, die ihn naher kennen ihn dennoch verabscheuungswürdig finden und sich nicht durch seine prahlerischen Worte täuschen lassen, weil unter diesen Umständen auch die wenigen Tugenden zu Lastern werden, auf den wendet man obige Redensart an und ruft: „Seht, das Chasir streckt's Füßchen aus!" oder: „Seht, wie er das Chasirfüßchen ausstreckt?" C'hamm-r. sag': "'b„l (11). Obige Redensart ist die Pointe folgender Aneedote: Ein Eultusbeamter vom alten Schlage hatte die Eopulation eines Brautpaares zu vollziehen. Vor Beginn des heiligen Actes hatte er dem Bräutigain, der ein „grober Am Ha-Arez" (ein im Hebräischen höchst Unwissender) war, darauf aufmerksam gemacht und ihm eingeschärft, daß er bei der bekannten Trauungsformel, die er ihm Wort für Wort vorsagen werde, '12! NLN1P2 DK ,-n (Du seiest angetraut mir) der Braut den Ring auf den Finger zu stecken und das vierte Wörtchen 0*? d. h. mir) selbst zu sagen habe, ohne daß es ihm vorgesprochen werde. Wie nun der entscheidende Moment kommt, da der Eopulant dem Bräutigam die ersten 3 Worte der Reihe nach vorgesprochen, und dieser ihm dieselben Wörter auch nachgesprochen, macht jener eine Pause in der Erwartung, der Bräutigam werde nun das folgende '*7 selbst sprechen. Aber sein minutenlanges Warten, selbst Andculen, ist nutzlos; der Bräutigam schweigt beharrlich, denn er hatte jedenfalls das Einstudirte theils in seiner Unwissenheit, theils in feiner Aufregung vergessen. Aergerlich über solche Einfalt ruft da der Eopulant: „Ehammer (Esel) sag': "■>-!- In der Folge rief man obige Redensart jedem durch seine Unwissenheit im Jüdischen Glänzenden zu. Allerlei für de» Familientisch. In dem vvi; Frau Lina Morgenstern herausgegebenen wirklich trefflichen Handbuch für Frauen finde ich unter den jetzt lebenden Schriftstellerinnen, Dichterinnen rc. folgende jüdische Namen ausgesührt: Rosa Barach Wien, Feuillet. Nov. Lyr. — Anna Bensey, Graz. Nov. Essay, Tonkllnstl. — M, Ealm, Cassel. Roman, Lyr. Frauenfrage. — Sulinger, Emma und Anna. Karlsruhe. Uebersetz. a. d. Engl, und Franz. — An na Frünkel. Hauswirthschaftsl. Sommersdorf. — Emma Freudenthal. Breslau. Humorist. — Henrierte Goldschmidt, Leipzig. Frauenfrage.— Johan na G old« schmidt. Hamburg. Erziehungsschriften, Tendenzromane. — Betty Jacob sohn. Königsberg. — E. Henle. (Elise Levy,) Dramatische Schriftstellerin. (Durch die Intendanz rc.). — Ienny Hirsch. Novelle. Uebersetzungen aus d. Engl., Franz, und Schwedischen. — Fanny Lewald (getauft), Romane. — Ilse Levien, Stuttgart. Rov. Lyr.—Lina Morgenstern. Berlin. Jugendschriften, Wirthschaftslehre, Frauenfrage, Biographie, Gedichte, Rev. der dtsch. HauSfrauen-Ztg. rc. — Käthe Löwenstein, Portraitmalerei. Alwin Levison, Kopenhagen. Drain. Nov. — Fanny Berlin, Dr. zur. Petersburg, practicirt in Rußland. — Susanna Rubenstein, Dr. ph.il. Philosoph. Essay. — Regina Schlesinger. Feuilleton und Lyrik. Dl. W. Lnneville. Mit der Enthüllung des A.bbe Gregoire- Denkmals feierte die hiesige Gemeinde am 12. Juli auch den 100 jährigen Geburtstag ihrer Synagoge! Jerusalem. Für 11/2 Frcs. (1 M. 20) versendet die Expedition des „Hazewi" in Jerusalem ein Bild, in welchem die Tempelstätte, der Tempel- und der Oel-Berg mit Versen aus den Psalmen geschrieben sind, wie ein Bild der Westmauer des' Tempels mit Versen aus den Klageliedern, die Cedern daraus mit allen Trostesprophezeihungen aus Jesajas, Jeremias und Ezechiel und der Kranz ringsum mit dem Gebete Salomos bei der Tempelweihe geschrieben.