Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 29 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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116 — Eilt Traum. Von Adolf Moldauer. In heiligen Dcmpelräumen Lag ich in Schlummer gehüllt, Ta ward von phantastischen Träume» Mein Zinn lebendig erfüllt. Erst sah ich herrlich erglänzen TaS heilige jüdische Land, Und dann von feurigen Kränzen Den Tempel lodern in Brand. Und dann ein langes Jahrtausend Voll Roth und jeglicher Qual, Wie Ttutmwind über uns sausend Ter Feinde Wctterstrahl. Tann sah ich die Wnth gebrochen, Tic GlaubenSciscr geschürt. Wie trugt ihr das grimmige Poche»? Wer hat euch zum Heile geführt? „Tic schwachen in Werten des Krieges/ Klang eine stimme herab, „Werden sterben höheren Sieges, Werden finden besseres Grab. Nicht fallt ihr in friedlicher Hütte, Wie bei den Vätern Brauch, Ihr sollt in .Kampfes Mitte Ansathmcn den letzten Hauch." Von Andacht und Gebeten Ries man uns hin zur Schlacht, Ta ward in .Kainpfesnölhcn Manchem Leid ein End' gemacht. Und als von Schwertes Hiebe Ter Freund lag sterbend ini Feld, Zum letzten Mal in Liebe Hab' ich mich ihm gesellt. „Mein Geist geh' aus dich über," . Sprach er mit schwachem Laut, „Vollend' das Werk, o Lieber, Das jetzt dir sei vertraut. Vertraut mit den biblischen Sätzen, Vertraut mit unserem schmerz, Bekämpfe die Gier nach Schätzen, Erhebe das duldende Herz. Geh' hin in jene Lande, Wo knechtisch dient unser Blut, Nimm ab ihre Fesseln und Bande, Gieb ihnen neuen Mnth. Ihre heiligsten Gefühle Reg' unaufhörlich aus. Nicht Eig'ner, nicht Fremder Gewnhlc Zerstöre des Guten Lauf. Wenn datin sich die Feinde schaaren Auf wafscnerglänzenden Höh'n . . . Dann blaset die Fanfaren, Dann, Juda, stirbst du schön." ' Riithsel-Aufgaben. M. daß 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. I. Diaurantriithsel. Bon I. Hcrzberg. A, A, A, A, A, A, A, B~ D, D, E, E, G, H, H. J. J. L, M, M, X, X. X, X. R, R, R, S, 8, 8, 8, 8, S. Borstchcndc Buchstaben sind so aus nebenstehende Figur zu pertheilcn, ergeben: (a) * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * (b) Tie Reihe a- 1. einen Buchstabe», 2. eitlen Stamm in Israel, . 3. ein in den Psalinen oft gebrauchtes Schlußwort, 4. ein Fürst in Israel, i>. einen Sohn Jakobs, 6. einen Buchstabe», 7. einen Sohn Roah's, 8. einen Namen in Israel,!l. ein von Israel in der Büste besiegtes Volk, 10. eine göttl. Speise, 11. einen Buchstaben. -I) nennt den Name» eines asshrischen Königs. H. Deutsches Wortriithscl. Von 6. in li. Wenn eine Bitte Tu dem Freunde vorgctragen. So hörst zlvei Wörtchen gerne Tu voll ihm dann sagen; Ein drittes schiebe null noch zwischen beide ein, Tas oft schon hat gelindert Schmerz und bittre Pein: lind eiti Prophet Tan» vor Tir steht. III. Zweisprachiches Homonym. Von Hermann Reiilbeimer in Ldemheim. Mit Andacht spricht einsilbig in heiliger Lprach', Was deutsch Du zweisilbig schriftlich ahmst nach. IV. Combinirles Silbenräthsel. Von Z. Mansbacher. An stelle der Ringe soll je eine Silbe eines vier- 0 silbigen Wortes gesetzt werden, welche einzeln mit den 0 beiden durch «lerne angedenteten Buchstaben ver- (1) 0 0 ** 0 0 (3) bunden ergeben: 0 1) einen Behälter, 0 2i eine bekannte tfujur aus Hauis's Märchen, 2) eine Persönlichkeit aus der Reformationszeit, 4) eine «ladt in Ostpreußen. Die vier «ilben zusammen ergeben den Namen eines beliebten jüdischen Erzählers. __ _ \T. Hebräisches Silbenräthsel. Bon Js. Hcrzbcrg. Aus dem Tprnchschatz des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Weil er dein Feind ist? — Schlechter Grund, Dah du erhobst den Lästcrmund. * Wenn Maus und Katze sich verbinden, Geschieht's gcwist ans guten Gründen. * * Wer Schwarzbrod kann vertragen, Soll nicht nach Weißbrod sragen. * * * Der Kuchen ist gcwist nichts wcrth, Ten der Bäcker selbst für schlecht erklärt. So ivar cs stets und ist's in unfern Tagen: Tobi verbrach's und Sigud wird geschlagen. L, süstcs Wort, welch' inniges Gesiihl Erweckt sein Klang in jeder Kindesbrnst, Es leitet mahnend Dich im Weltgewühl, Dah Deines Lebens Ziel Du bleibst bewustt. Und wcntt Tu nah' Dich fühlest Deinem Tod Und hast mein Zweites Dir dann auch erstrebt Mit Dir, mit Deinem Bruder und mit Gott — Tann hast ein gottvoll Leben Du gelebt! Doch seltsam! Nimmer Dir mein Ganzes zeigt Das Vorbild kiildlicher Ergebenheit, Da es gekränkt den, der es hat gezeugt. Und ih>» bereitet hat viel Herzeleid! Auflösung der Diithsel in Ur. 28. I. Iaunaj. Anna. II. Tuch. ET! (Faden). TTT. “RS (Schmelzofens l.a cour (der Hof). Die Kur. cur (warum)? IV. m (Blut). Dom. V. Bail, fiohn. (Ballcon,) Vranllrvrtlichcr Rcda-Ienr I)r. Rahmer, Magdeburg. Dnick von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.