Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 37. (9.9.1885)
- Date
- 1885-09-09
- Page
- Seite 301 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 301 — '«r @5 \ * Ählk )“lni amtiK '^nn, für .«'lernt bei ®altan9 M lfl eiiijklmn e Don bem n bit S8etde» erklär^ fiteren ju jeliie» Borst aiutgenbf ti‘ bte Dele- 'chligt fmb, in noch bit e Sentetnbe. Btrmtcbeit Thatsoche, unb Ausi ein Verhnerdienten bigeii Berotz sich ei» mb heitere bürg, unb haben sich r nnsmr- > indischer mi mürbe von der jeranlatite, ntherischm iten. Ruch rin mürbe Ärchhoftiften nach jt werden atz neben gesichert gleich nnem Walle jung eine . Dazu der Beeinbe das eren eine erWittive nf ange- S Sitten» jenen ä11 nagogen- , htjitdische unb den jemeinb«' , Geistjutac^ten, Gattin- Begräb- Aad Kms, 3. Scpt. Hochgeehrter Herr College! Es sinb bereits 40 Jahre, als ich von der K. Regierung nach der orthodoxe» isr. Gemeinde K. Schmalbach versetzt tvurbe. Ich wollte nun auch dort den so viel Unheil seitens der Judenfeinde erzeugenden Kol nid re abschaffen, nahm darum den Tur Orach chajim mit auf die Kanzel und trug daraus die gerechten Klagen unserer wichtigsten Gaonim „gegen die falsche Fassung und den unpassenden Inhalt dieser Formel zum Eingang des Versöhnungsfcstes" vor; worauf ich anliegendes biblisches Gebet nach derselben Melodie — weil solche allgemein beliebt ist — an dessen Stelle drucken ließ und seitdem im ganzen diesseitigen Rabbinatsbezirke einfiihrte. Vielleicht, daß manche Gemeinde dies gerne nachahmen werde; weßhalb ich Sie ersuche, das anliegende Blatt sammt der Uebersetznng und Begründung »och vor nnserm Versöhnungosest in Ihrer geschätzten Wochen sehrist veröffentlichen zu wollen! Or. Benjamin Hochstädter. Bezitksrabbiner. Wir willfatiren dem greisen Collegen und lassen die betr. Formel hier folgen: 1. Ihr Erdbewohner alle! Heiligt euch 8um Fasttag hier im Hause cuer's Herrn! (Joel 1,14.) Und die ihr steht im Gotteshause selbst Des Nachts, o lobet Gott, den Ewigen! (Ps. 134,1.) Denn gut bist Du, o Herr! verzeihest gern; Erzeigest jedem Gnad', der Dich verehrt! (Das. 86,5.) II. Und ihr vom Hause Jakobs! Kommt und laß't Uns wandeln mm im Licht des Ewigen! (Jes. 2,5.) JnAndacht laßt niederknicn uns Und beugen vor dein Schöpfer, unsenn Gott! (Ps. 95,6.) ,D1X ll^tp!|nxn *227 *72 I. .22'TiPx " 71*2 ,7*iip*p2 " n*22 a-iarn ."■nx c"b ,nPvi alu pix nnx '2 .p*xpp-p2p icn 2*11 H2p:i ,12p!2pS*_ n*2 II. ." 11X2 712*121.71272)1 7t17!7!M 1X2 .E ** "Lp ,Tippnii ii2nn nirsro Laßt forschen uns nach unferm Lebensweg, In Buße mls bekehren dann zum Herrn! (Thr. 3,40.) III. Erhörer des Gebetes — Ewiger! Zu Dir kommt flehend jeder Erdenfohn. (Ps. 65,3.) Wir stehen heut' vor Deinenl Weltgericht, Da alle Menschen Deine Diener sind! (Das. 119.91.) Und Du erhörest uns vom Himmel ans, Bergicbst die Sünd' dem Volke Israel! (1. Kön. 8.34.) n©2-p2 p*np i npsn SDü .1x2; ’2 ,Ql’7t 1722 7]*!3E12pP •T3?V Ps?' nnppi ,2'DLkn spürt Ttnxi Jo'®; psv* nxpnp Px7tr *32 71*12 PsP nPe:i '121 in. I. Die unter alten Erdbewohnern zerstreute Gtanbensgemeinde wird n) znm Bnsi- und Fasttag eingetaden; b) sie findet sich noch des Rachis ein im Hanse des Ewigen; o) dessen Gnade sie erhören möge. II. Das Haus Jakob's strebe besonders »1 nach religiöser Erlenchtnng; li> beuge sich vor dem Ewigen und o) veredle seinen Lebenswandel durch Butze! III. Denn a» Gott, dem Erhörer des Gebetes a) wendet sich Jeglicher; b) vor seinem Weltgerichte stehen sie heute Alle und o) Er erhöret sie vom Himmel und verzeihet Israel! Aus der Provinz Kassel gehm uns inverse Berichtigungen zu dem in Nr. 34 gebrachten kurzen Bericht über die jüngste Versammlung der hessische» isr. Lehrer in Eschwcgc zu, daß wir uns veranlaßt sehen, darauf nochmals zurückzukommcn und zwar veröffentlichen wir hier — da uns diesmal ein offizieller Bericht, wie bisher alljährlich, nicht zugegangen — die Berichte zweier orthodoxer Blätter, der „Jüd. Presse" und des „Jeschurun", die crstere enthält den von den Schriftführern Unterzeichneten, wahrscheinlich offiziellen Bericht, der andere den Original-Bericht eines Thcilnehnicrs, der bald nach der Conferenz nicdergeschricben, auch e. 4 Wochen früher erschienen ist, als der offizielle. Wir sehen von den Formalitäten der Eröffnung,*) Begrüßung, Entschuldigung der Abwesenden, sowie vom Jahres- und Kassenbericht ab und stelle» die beiden Berichte einander gegenüber, das Urtheil dem unparteiisch.'» Leser überlassend: Hffizieller Bericht. Hriainak-Aericht. „Nunmehr trägt Cornelius- Rotcnburg sein seit mehreren Jahren aus Mangel an Zeit von der Konferenz zurückgestelltesReferat: „ U e b e r die Chanukafeier in der Schule" vor. Unter allgemeiner Zustimmung dankt der Vorsitzende dem Referenten für die lichtvolle Arbeit, der Versammlung anhcimstcttend, wie weit sie vom Inhalte Gebrauch machen wolle, da man in eine Debatte darüber nicht eintreten wollte. Herr Gotthel ft-Cassel erklärt, er sei beauftragt, der Versammlung mitzutheilen, daß dem Ausschuß des D. I. G. B. eine solche Feier sympathisch sei, und er nöthigenfalls Gemeinden zu diesenl Zwecke Subventionen zukommen lassen wolle.! Inzwischen waren per Telegramm Begrüßungen cingctroffen von den Herren Lehrern L e v i und Israel» Nordcn und vonHerrnVr.Kroner aus Wildungen. Hierauf erhielt Plaut-Grebenstein das Wort zu dem Referat: „Die Stellung des Lehrers als Vorsänger". Er hatte dasselbe, wie vom Vorsitzenden und von der ganzen Versammlung dankbarlichst anerkannt wurde, mit außerordentlichein Fleiße und mit der größten Umsicht ausgearbeitet und nach allen Richtungen hin beleuchtet und erschöpft, weshalb auch der dazu im vorigen Jahre gewählte Korreferent Rvsenbaum-Ziercnberg seine volle Zustimmung bekundete, ohne ein besonderes Referat zu geben. In eine Discussion ging man auch über diesen Gegenstand nicht ein und schritt nach einer kurzen Pause zum letzten Punkte der Tagesordnung: Anträge und Mittheilungen. 1. Amram-Zwcsten begründete seinen Antrag: Alle Anträge sollen 4 Wochen vor der Jahresversammlung in der Schulzeitung veröffentlicht werden. Nach lebhafter Debatte wurde der Antrag angenommen. 2. Ein Antrag von Rothschild- Holzhausen: die Subvention des D. I. G. B. nicht wieder wie bisher zu verwenden, wird ab ge lehnt. 3. Ein Antrag vonO pp en heim- Niederaula: Man möge bei Königlicher Regierung vorstellig werden, bezüglich der Versetzung der isr. Schulstellcn während der Vacanz gerade so verfahren zu wollen, wie bei den erledigten christlichen Schul- | stellen, wurde angenommen. i 4. Ein Antrag von Hecht-Tann: j An Königliche Regierung ein Bittj gesuch zu richten, dahmwirken zu wollen, daß die Competenzen der isr. Schulstcllen noch mehr denen der christlichen an gleichen Orten angepaßt werden möchten, wird ebenfalls angenommen. In die eigentliche Tagesordnung trat die Versammlung eilt durch den Vortrag des Herrn Cornelius-Rotenburg: „Die Chanuckafeier in der Schule". Dieser Bortrag stand schon im vorigen Hahre und im Jahre 1883 auf der Tagesordnung und wäre muthmaßlich auch diesmal nicht zur Geltung gelangt, wenn er nicht als der erste in dem Vordergrund gestanden. Alle Wärme und aller Eifer, womit der Referent für seine Idee unb Lieblingsschöpfung eintrat, vermochten jedoch nicht, bei den Konferenz- Mitgliedern Sympathie für die „Chanuckafeier in der Schule" zu erwecken, und so bleibt es denn bei dem Alten, d. h. die Chanuckafeier verbleibt dem häuslichen Kreise. — Als zweiter Vortrag war das Thema: „Der israelitische Lehrer als Vorsänger" im vorigen Jahre bestimmt worden. — Nach einer halbstündigen Pause wurden die von Conferenzmitgliedern eingegangenen Anträge zur Berathung gestellt; die meisten derselben (Veröffentlichung der Anträge in der „Hess. Schulztg."; gleichmäßige Verschung vakanter israelitischer und christlicher Schulen; Gleichstellung israelitischer Lehrer im Minimalgehalt mit den nichtjüdischen Kollegen u. s. w.) wurden mit großer Majorität angenommen, einer — die Neuwahl zweier Ausschußmitglieder betreffend — wurde nochmals für das nächste Jahr zurückgestellt, und ein Antrag konnte gemäß der Geschäftsordnung nicht dem Plenum zur Abstimmung vorgelegt werden. — Nachdem der Vorsitzende noch einige „Mittheilungen" gemacht und die Tagesordnung für die nächstjährige in Kassel abzuhaltende Konferenz sestgestcllt war, wurde die diesjährige Versammlung geschlossen. — Soll ich schließlich noch dem allgemeinen Urtheil über den Verlauf der Konferenz Ausdruck geben, so kann ich zu meinem Bedauern nur constatircn, daß fast alle Konferenzbesuchir darin übereinstimmcn, daß noch nie eine unserer sonst so schönen und verbrüdernden Konferenzen so wenig Anregung gegeben und nebenbei noch so aufregend gewesen, wie die diesjährige. Die beiden Vorträge gewährten gar keinen Nutzen; der erste war zu unpraktisch, den Ausführungen des zweiten vermochte man kaum zu folgen. Die Debatten nahmen einen leidenschaftlichen, oft recht gehässigen Ton an und wurden vielmals allzu persönlich; diese unliebsame Thatsache wurde zumeist durch die Haltung mehrerer *) Aus die Eröffnungs-Ansprache des Vorsitzenden Herrn I)r. Stein, die der offizielle Bericht „warm, herzlich, inhaltrcich" nennt, und der ebenfalls ihm wohlwollende Originalberichterstatter als „schwungvoll und begeistert" bezeichnet — kommen wir, da sie gedruckt vorliegt, eingehend zurück, sie ist sehr scharf polemisch zugespitzt, und meint u. A., daß andere als seine Ansichten über jüd. Religionsunterricht „aus Niederträchtigkeit und Streberthnm entsprungen sind" — nun, das ist ja recht „warm und herzlich" und „schwungvoll" zugleich". (Red.)