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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-08-20 · N° 34. (20.8.1885) · p. Seite 278

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 34. (20.8.1885)
Date
1885-08-20
Page
Seite 278 (sequence 6)
Language
German
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— 278 — Conferenz. In demselben berichtete ein Theilnehmer: „Ich kann zu meinem Bedauern nur constatiren, daß fast alle Confcrcnzbesucher (cs waren über 50) darin übcrcinstimmten, daß noch nie eine unserer sonst so schönen und verbündeten Conferenzcn so wenig Anregung gegeben und nebenbei noch so aufregend gewesen, wie die diesjährige. Die beiden Vorträge („die Chanukafeier in der Schule" und der isr. Lehrer als Vorsänger") gewährten gar keinen Nutzen; die Debatten nahmen einen leidenschaftlichen, oft recht gehässigen Ton an und wurden vielmals allzupcrsönlich." Was das Blatt noch über die Anträge bctv. Austritt und Neuwahl der Ausschußmitglicdcr berichtet, dürfte weitere Kreise wenig oder gar nicht intercssiren. Aesterreich-Nngarn D. Wien (Or.-Corr.) Vor einigen Tagen wußten die Zeitungen zu melden. daß der zweiten Scction des Gemeinderaths der Antrag vorgelegt wurde, eine Gasse, welche bisher Bettlersticge heißt, „Cap istran-Gasse" umcutaufen. Ohne uns in Erörterungen einznlasscn, ob cs praktisch ist, eingebürgerte Namen zu Gunsten von fraglichen Celebritüten umzuändern, scheint uns gerade Johannes Capistranus, — denn nur ihm kan» diese Auszeichnnng gelten — der die Ermordung der Juden offen gepredigt und in Wien wie in andern Städten auch durchgesctzt hat, nicht der Mann, dem die Stadt Wien eine derartige Ehre zu theil werden zu lassen verpflichtet ist. Oder sollte das vielleicht ein Act der Conrtoisie gegen den II. Bezirk sein, in dem diese Gasse liegt, weil dieser den Antisemiten Or. Pattai in den Rcichsrath entsendet hat? Zu verwundern ist, daß der Gemeinderath Stiaßny, der zugleich Mitglied des Cultusvorstandcs ist und als Mitglied der zweiten Scction häufig das Referat führt, dagegen nicht Einsprache erhoben hat. Hakizic». vr. Lateiner ist Secundärarzt am staatlichen Krankenhause in Lemberg geworden. — Die Prüfung der Zöglinge der jüd. Taubstummenanstalt hat ein gutes Resultat ergeben. — In Krakau wurde am 26 Silvan (9. Juni) der 240. Gedenktag des Todes von R. Eiscck den R. Jekels feierlich begangen. Es war dies der Stifter des Gotteshauses und Mitrather des R. Lippmanu Heller. Der Rabbiner Hurwitz hielt die Festrede über Einigkeit in Israel. — Auch in unserem Lande wird an Jeschiboth cs noch verboten, die Landessprache zu erlernen. Herr M. I. Landau hat ein prächtiges, kurzes Gutachten dagegen veröffentlicht, worin das Vorbild der Saadia, Alfasi, Lachja, Jchuda halevi, Jbn Tibbon, Jsak Aboab u. s. w. zu Gunsten der Vernunft vorführt. Frankreich. 'Sfatts. An der „Ecole pratique des hautes etudes" sind unter 35 mit den Titeln virecteur, virectenr adjoint oder maitre de Conferences angcstcllte Professoren 7 Juden und zwar: für Philologie der D. a. Henri Weil (Mitglied des Instituts), für vergleichende Grammatik des Studiendirector Michel Breal, M. d. I., für die Zendsprache der D. a. James Darmesteter, für semitische Sprachen, Stuvien-Dircctor Joseph Derenbourg M. b. I. (liest Mischna und Aben Esra zu Jesajas) für Arabisch M. d. I. Hartwig Derenbourg, für Aethiopisch und Himyaritisch M. d. I., Joseph Haldvy, für Assyr. Philologie undAlterthümcr, Jules Oppert M. d. I. — Um so rühmlicher ist diese Zahl in einem Lande, wo die Juden circa 1/800 der Bevölkerung ausmachen. Und wer die glühende Liebe zur Wissenschaft kennt, welche diese Herren beseelt, dem wird es deutlich, daß ihre Namen die beste Abwehr gegen den Vorwurf des Geldprotzenthums, des Schachcrwcscns bei den Juden sind. Aeußcrte doch Einer derselben erst dieser Tage: „Den arabischen, sowie den darnach verbesserten hebräischen Text lasse ich drucken, und um den Druck zu beschleunigen, gebe ich jährlich einige hundert Frank dazu. Ich schenke doch Andern so Manches, warum soll ich .mir nicht damit ein Geschenk machen!" — Dicky. Hier ist eine Einrichtung getroffen, welche sich auch für manchen deutschen Badeort empfehlen möchte. Das Consistorinm läßt während der Saison einige Rabbiner, jeden einige Wochen, hier funktionieren. „Un. isr." hebt hervor,' daß der Rabbiner von Belfort am 9. Ab hier gepredigt hat und hält das für etwas Neues. (In vielen deutschen Gemeinden istMcs nichts Seltenes. Red.) Rußland. Petersburg In dem neuen Schulgesetz heißt es: „Stipendien und Unterstützungen aus der Staatskasse werden nur an Christen gegeben! — In Slotnik, einem Dorfe im Bezirke Kielz. haben die Bauern beschlossen, den Juden Handel, Gewerbe und Ackerbau am katholischen Feiertage zu untersagen! Natürlich wächst die Lust zur Auswanderung. Ans HaliSkow (Podol) hat die Gemeinde 2 Boten nach Palästina geschickc, um Land zu erkunden. Auch in Kri - wo fas denkt man dasselbe zu thun. Warum werden die Auswanderer nicht sofort türkische Unterthanen? Dann würde die Pforte gegen ihre Ansiedelung nichts haben! — In Libau dürfen fortan nur solche Juden wohnen, welch 1. Gilde sind oder einen wissenschaftlichen Titel haben oder Handwerker, die das Gewerbe thatsächlich betreiben und vor 1835 in Rußland Einheimische. (Rußland scheint zu fürchten, daß der Handel Libau's sich zu sehr entwickeln möchte.) In Maikof haben die jüd. Soldaten des 76. Regiments die Vollendung eine für ihre Synagoge bestimmte Thorarolle festlich begangen. Der Oberst hatte 50 Mann Regimentsmusik zur Feier geschickt und wohnte dem Feste bei. Die Juden in Odessa sollen beschlossen haben, für jedes Quartier nur je 8 Juden in den Stadtrath zu wählen. In der Gagazka'schen Arbeitsschule in Kiew waren von 110 Schülerinnen (1884) 19 Jüdinnen. lichsie^jw Türla schule be! gleitet de« Großbritannien. UAus Mordengkand. (Schluß.) Wenn auch dies erfreuliche Zeichen der Zeit sind, so ist das englische Judenthum doch noch lange nicht auf der Stufe des deutschen angekvmmcn. Die administrativen Vertreter der Gemeinde, der sogenannte Parncs nicht ausgenommen, sind sehr häufig Männer, die dem Judcnthume keine große Ehre machen. Vor nicht langer Zeit machte sich eines der angesehensten Blätter lustig über einige jüdische Gemeinden, deren Vertreter zu dem famosen Stande der Geld- und Pfandverleiher gehören. Man kann sich denke», in welcher Lage ein Reverend Chasan oder Reverend Schächter (meat-killer) ist, der unter der Oberhoheit eines solchen Parnes ohne jegliche Bildung steht. In neuerer Zeit schickt das „Jews’ College“, eine Art von Lehrer und Rabbinerseminar, bessere '■ Männer ins Land. Diese haben doch unter der trefflichen Leitung.des gelehrten Dr. Fricdländer eine bessere Erziehung genossen. Einige sind recht gute Prediger und es fehlt ihnen auch nicht gelehrte Bildung. Aber wir können uns denken, in welcher Lage solche junge Männer sich befinden, >vv die Alleinhcrrlichkeit des unfehlbaren Parncs regiert. — Das verehrte geistliche Oberhaupt in London, dem das Wohl der zukünftigen jüd. Geistlichen gewiß am Herzen liegt, sollte bei seinen Erlassen letztere selbst ins Auge fassen, und ihnen dieselben direkt zukommen lassen und nicht erst auf dem Umwege des Parnes. — Was besonders aber hier zulande dringend nöthig ist, das wäre eine alljährliche Zusanuncnknnft sämmtlichcr jüdischen Geistlichen, ob orthodox oder reformistisch. Keine christliche Sek>e, wie kleinsie auch sei, ist ohne eine derartige Vereinigung. Man sollte hier dem Beispiel der americanischcn Union jüdischer Prediger »achahmen. Es würde gewiß zur Hebung des Standes beitragen und zum größten Nutzen auch den Gemeinden gereichen, wenn Vertreter des Judenthums alljährlich berathschlagen, wo und wie gewisse Gebrechen abgestellt und Verbesserungen angebracht werden können. O daß endlich auch in dieser wichtigsten Angelegenheit des englischen Judenthnms das 1HX sich verwirklichte! er in eine;ad)f bä ihn», da» den Einw jl , ■1 bif)«C!m * .lOnft/’r hf ®utt« bk Kinder >°i Trotzdem schulen, - pt l öal Sterling i diesem Zu doch den» darüber \ schulen i Skandal i Kommt in and iröijd ihre Hand denn ihre - 1 jahrcsberie besonders zareih) die Tie stadi Josua 20. jmiden. h Forscher: In Oliphan! Sarg, de, gegraben l >st dem ge liefert war Simson) l wteressam über seine änzelne 3 freundlich Vrr

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