Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 26. (25.6.1885)
- Date
- 1885-06-25
- Page
- Seite 213 (sequence 5)
- Language
- German
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— 218 — h 1 Wä erfreu. “■ 12- 3»ni £,tte(beutifh. .'W von der Q.n «neftän. "ilionäjout, """»!! bin, diese ftfteit, mu ‘"nmlmijtn bei Witlitbet durch Eklvinilk» Bon Mnen, denen M Maße »eich. io weit W. nähere Be> >ch-3sr Ge- Eultusbeamten- ^Iilvendr Wiederum liegt Siiigreifeu cinej Älaje darüber Mi) zeige» sich M Fall wird bleioe», mir ne Fall vngeithende Ziimme in seil Fahren dieser Provinz Imeindeii und lag rabbinischer noch Peingniß geu, anfänglich mgii ein llehrcr sich Anweiiung de. Der Todejzer ei» große» Hemünden, Rcgbz. Kassel. (Or.-Corr.) Eine Feier «oh mir bescheidenem Namen und anspruchslosem Charakter ist es. von der zu berichte» Sie mir gestatten wollen. Der offizielle Titel derselben ist: Fest zur Erinnerung an die vor ■50 Jahren staltgefundene Einweihung der Thorarolle deS israelitischen Wohlthätigkeitsvereines. Während selbst in vielen größeren Gemeinden wohlthätige Institutionen erst seit kürzerer Zeit bestehen, ist der werkthätig - sromme Sinn der hiesigen Gemeindemitglieder schon vor vielen Dezennien in der Gründung einer Chewra, eines Wohlthätigkeitsvereines, zum Ausdruck gekommen. Aber eingedenk des alten Wortes TE>1 pari DS (der über Gottes Wort nicht Unterrichtete ist kein rechter Wvhlthüter) verband man mit den Chewraversammlungen. die allsabbatlich staltfinden, die religiöse Belehrung, und der dadurch hervorgernfene. resp. wach gehaltene fromme Eifer hat dann zur Stiftung einer Thorarolle seitens der Chewra. welch letztere alle männlichen Gemeindeangehörigen. die das 18. Lebensjahr zurückgelegt haben, umfaht. geführt. — Am Sabbath P. Korach waren 50 Jahre verflossen, seitdem diese Thorarolle unter grossen Festlichkeiten dem gottesdienstlichen Gebrauche übergeben worden war. Einmüthig hatte die Chewra beschlossen, diesen Jubeltag festlich -zu begehen. — Entsprechende Vorbereitungen zu einer würdigen Feier wurden schon lange vorher getroffen. — In gehobener Stimmung betraten am gen. Sabbath die Chcwramitglieder utid ihre zahlreichen Gäste die schön geschmückte Synagoge. Nach Beendigung des Schacharis-Gebetes ergriff Herr Lehrer Spier (der Sohn desselben. Lehrer in Sontra, sungirte als Fest-Chasa») das Wort zu einem wohldurchdachten, tief empfundenen Vorträge über die Bedeutung des Tages, der ein Tag der Erinnerung sei an die zur ewigen Nutze eingegangeuen Stifter und Glieder der Chewra, die in ihrem Werke fortlebten, ein Tag der Anspornung zum Ausharren und zu immer lebendigerer Thätigkeit im Liebesrverke für die lebende Generation. Aus den Inhalt des Wvchenabschnittes hinweisend, machte Redner darauf aufmerksam. das; es nicht ohne Bedeutung sei, daß grade ein Tag, an dem uns vor dem frevelhaften Streben einer Rotte Ruchloser zur Untergrabung des Gemeindefriedens berichtet rvurde, Zeugniß ablege von der Selbstlosigkeit, von der Eintracht der Gemeindeglieder, die ihren herrliehsteu Ausdruck in der Pflege wohlthätiger Institutionen fände. — Als nun der Redner die Ereignisse der verflossenen 50 Jahre Revue passieren lies;, als er all der Freude und des Leides gedachte, das in diesem Zeiträume die Gesammtgemeinde, wie einzelne Glieder derselben betroffen, als er zeigte, wie ein mit schwachen Mitteln in's Leben gerufenes Wohlthätigkeitswerk fortblühe, während mächtige Throne gestürzt seien, da blieb kein Auge thräneuleer. Ich sage nicht zuviel, wenn ich behaupte, daß die Festrede in den Gemüthern aller Zuhörer einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen hat. — Nach Beendigung des Vortrages begann ei» Umzug mit den Thorarolle«, unter welchen der mit einer neuen, kostbaren Hülle versehenen der Chewra. an diesem Tage besonders reiche Spenden seitens der Gemeindemitglieder und ihrer Gäste zu Theil wurden. — Das Fest fand seinen Abschluß in einem Tanzvergnügen, das gewissermaßen eine Belohnung für die Jugend sein sollte, die mit größter Freudigkeit für das Zustandekonnnen und die würdige Gestaltung der Feier (wir erwähnen nur die geschmackvolle Dekoration des Gotteshauses und die exaete Ausführung der Sabbath- und besonderen Festgesünge) gewirkt hatte. — Das schöne Fest wird sicherlich noch lange im Gedächtnisse der Theilnehmer fortleben und ihnen eben so gewiß einen Impuls zu erneuter Bethätigung von Gemillus Chaßodim getvährt haben.*) — L. A. *) Tic Chewra ist in erster Linie ein Lohlthütigkcitsinstitut. Sic hat schon häufig Bedürftige in- und austerhalb der Gemeinde mit nahmhasten Beträgen unterstützt. Ausserdem gewährt sic „Hilse am Grabe." wo dies ersorderlich ist. Letzteres ist besonders immer der Fall gewesen, bei den im Landeshospital verstorbenen israelitischen Pslegtingen. Auch Vom Diederrhein. (Or.-Corr.) Zur Ergänzung der Correspondeuz „Vom Rhein" in Nr. 23 Ihres Blattes, sowie zur Beseitigung des von Ihnen, geehrter Herr Redakteur. in der Anmerkung geäußerten Zweifels^ theile ich Ihnen mit, daß die betreffende rituell verbotene -vranuug, wie ich dies von zuverlässiger Quelle erfahren habe, von dein Lehrer B. aus Essen in Düsseldorf selber vollzogen wurde und daß eine llnkenntniß über das Vorhergegangene bei ihm vollständig ausgeschlossen ist. Derselbe hielt es nicht einmal für nöthig, dem' Düsseldorfer Rabbiner wenigstens von seinem Schritte zu benachrichtigen. Auch in regulären Fällen pflegen so manche Lehrer bei Trauungen den Oltsrabbiner zu ignoriren, wenn sie nicht gerade in dessen Sprengel angestellt sind. Welche heillose Folgen solche religiöse Funktionen, von Lehrern pE'J Z'EE E'3“”_ E'XC ausgeübt, zuweilen mit sich bringen, darüber ließe sich manches traurige Capitel schreiben. So hat vor noch nicht langer Zeit ein Lehrer nicht aus Muthwillen, sondern aus Unwissenheit, wie er selber nachträglich eingestaad, eine Trauung bei einer CE'S nplpl vvrgenvmmen. Das betreffende Paar wandte sich, später darauf aufmerksam gemacht, in seiner Gewisseusnoth au den Rabbiner mit der Bitte, die Sache zu repariren. ES geschah, aber welche Schwierigkeiten mit einer solchen Redressirung verbunden sind, wissen Sie. — Die Beantwortung der in der erwähnten Correspondeuz aufgeworfenen Frage, was gegen diese Uebelstände zu thun sei, ist eine sehr schwierige. Ein Zusammenlreten der Rabbiner und Gemeindevorstäude zu diesem Zwecke würde meines Dafürhaltens wenig fruchten. Wir in Rheiulaud und Westfalen wissen, welchen rein privaten Charakter die Trauungen hier zu Lande tragen, wie wenig die Gemeinde als solche damit zu thun hat. Einige Wirkung würde vielleicht ein von den Rabbinern an Vorstände und Mitglieder der verschiedensten Gemeinden zu sendendes Circulür haben, welches sie darüber aufklärt, wie nöthig es oft sei, daß die Lehrer, wenn sie mit solchen Funktionen betraut werden, sich vorher erst an einen Rabbiner wenden. A. L. Kßemnitz, Mitte Juni. (Or.-Corr.) Nachdem das CnltuSininisterium unter dem 25. April schon, in einem Erlaß an die Kreishauptmannschaft Zwickau, die Konstiluiruag der Chemnitzer Religivnsgemeinde genehmigte, u. einige Bestimmungen, meist redaktionelle Statutänderungen, jedoch auch die der Umwandlung der bisherigen eingetragenen Genossenschaft Chewra Kadischa in eine Vereinigung innerhalb des Rahmens der neu zu begründenden Gemeinde verfügt hat, wird k. M. eine diesbez. Generalversammlung darüber Beschluß fassen. Auch in An nab erg wird sich über kurz oder laug eine Genossenschaft bilden müssen, die die Pflichten der Wohlthätigkeit, der Schechita, des Gottesdienstes, und des Religionsunterrichtes zu üben ermöglicht. Es sind ca. 18 Familien, zu denen in nächster Zeit noch 6—8 neu sich hier niederlasseude hinzutreteu, sowie eine Anzahl einzelner junger Leute. Aus Mestfakeu. No. 21 der Wochenschrift enthält einen kurzen Korrespondenzartikel aus „Berlin", der, wenn auch in der Form objectiv, sich doch ziemlich scharf gegen den Deutsch-Israelitischen Gemeiudebund zuspitzt. Ich möchte den Artikel nicht unenvidert lasse», und vertraue auf die Unparteilichkeit der Redaetion, daß sie diese Entgegnung aufnimmt. Der Hauptvortvurs, der dem Gemeiudebunde gemacht wird, ist der, daß er zu weit »ach rechts gehe, d. h. sich der orthodoxen Partei zuneige. Ich muß indessen offen bekennen, daß ich nicht finden kau», daß der Bnndesausschuß seinem Principe, sich bei den inneren Kämpfen im Judcnthume möglichst unparteiisch zu halten, untreu geworden noch in manchen anderen Fällen, die hier »ich; einzeln ansgezählt werden, bestätigt die Cliewra ihren edlen Zweck, wozu auch, wie oben angcdeutest die Pflege des GesetzeSslndmmS gehört, also: .miEV .mir* B”err l. a. I Ä st ,1?'• ll