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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-05-29 · N° 22. (29.5.1885) · p. Seite 180

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 22. (29.5.1885)
Date
1885-05-29
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr fand die Eröffnung der 7. Conserenz durch ihren Vorsitzenden Herrn Rabbiner Or. Kroner-Erfurl statt. Er ertheilte zunächst das Wort dem Präses unserer Gemeinde, Herrn Or. Wiesenthal, der die Versammlung mit herzlichen Worten, die an den üblichen Willkvmmcnsgruß DlS© anknüpfte, begriffne. Daran knüpften sich Begrüßungsworte des Gemeindevorstehers, Hr. Ph. Rosenheim, des Vorsitzenden der hieß Schnlcommission und des Confercnzcomiläs. Hr, Rabb Or. Rahmer nahm hierauf das Wort undanknüpfendandasWort: mpLN'2 xm ‘i'T.p nEHX rSv “KlS nns "UTK, rief er den Theilnehmcrn von Nah und Fern, die eben erst den Staub der Reise von den Füßen abgcschütielt, zu, daß sie sich hier in Magdeburg auf dem heiligen, d, i, elastischen Bode» der ersten jüdischen Religionsschule in Deutschland befänden, die unter seinem Vorgänger, dem Herrn Rabbiner Or. Philippsohn, im I. 1833 begründet und 1834 eröffnet wurde und deren erste Prüfung i. I. 1835, also vor gerade 50 Jahren, stattgefundcu. Er verlas die betr. Slistungsurknnde ries allen Mitarbeitern auf dem Felde der Jugenderziehung die Worte Boas' an seine Feidarbeiter: 2222 „Gott mit Euch!" zu und beantragte eine Depesche an de» Nestor der jlld. Religionsschule, de» Freund und Förderer der jüd. Lehrerbestrcbungcn, dem in Bonn im wohlverdienten Ruhestände lebenden Rabbiner Or. Philippsohn. Der Antrag wurde von der Versammlung einstimmig angenommen, in später Abendstunde ging die telegraphische Antwort Philippsohns an Or. Rahmer ein, die heute morgen verlesen wurde. Es waren noch mehrere telegraphische und briefliche Begrüßungen eingcgaugcn, von HH. Or. Bambergcr-Königsberg, Or. Leimdörfer-Hamburg und andern collegialischen Vereinen, sonre am Erscheinen behinderten Mitgliedern. Die reichhaltige Tagesordnung wurde in den zweitägigen Verhandlungen erledigt, worüber ich in der nächsten Nr. ausführlich rcferircn werde, lieber die herzliche, gastliche Aufnahme, welche die Theilnchmer in der hiesigen Gemeinde gesunde», herrschte bei diesen nur eine Stimme. Auch darüber komme ich in der nächsten Nr. noch zurück. Von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit ist der Bescheid, der heute auf eine Eingabe des Vorsitzenden um Verlängerung der Eisenbahnbillets für die an der hiesigen Rabbiner- und Lehrcrconfercnz theilnchmenden Mitglieder der isr. Cultusbeamtenvereins erfolgte und von der Versammlung mit Beifall aufgeuomme» wurde. Er lautet: „König! Eiscubahu-Directiou. Magdeburg d. 23. Mai 1885. II. T. 4954. An den Vorstpcnden des Vereins isracl. Cultus-Beamten Mitteldeutschlands. Rabbiner Herrn Or. Kroner. Unter Bezugnahme auf unser Schreiben vom 7. d. M. benachrichtigen wir Euer Wohlgcborcn ergebenst, daß der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten uns und die Königliche Eisenbahn-Dierection in Erfurt ermächtigt hat, für die Theilnehmcr an der am 25. und 26. d. M. Hierselbst stattfindenden Versammlung des Vereins israel. Cultus-Beamten Mitteldeutschlands die Geltungsdauer der frühestens am 24. d. Bk. zur Reise nach Magdeburg oder in der Richtung auf Magdeburg von ihnen gelösten Retourbillcts bis 31. d. M. einschließlich auszudehncn. Behufs der Verlängerung der Geltungsdauer der betreffenden Retourbillets find denselben auf die Rückseite von Ihne» Facturen mit folgenden Text aufzukleben: „Gültig zur Rückfahrt bis 31. Mai er, an welchem Tage die Rückfahrt vollendet sein muß. — Zur Rückfahrt abzustempeln." Demgemäß sind die sämmtlichen Billets vor Antritt der Rückreise der hiesigen Billetexpedition zur Abstempelung vorzulegeu. Wir ersuchen Sie ergebenst, den Theilnehmern an der Versammlung gefälligst enffprechende Mittheilung zu machen. Die Facturen werden von uns beschafft und sind bei der hiesigen Billetexpedition unter Vorzeigung dieses Schreibens in Empfang zu nehmen. Die unbenutzt gebliebenen Facturen wollen Sie gefälligst an die hiesige Billetexpedition bis spätestens 31. Mai cr. zurückgeben lassen. T h o m a s." Es dürfte wohl das erste Mal sein, daß ein spezifisch jüdischer Verein sich einer solchen günstigen Berücksichtigung seitens des betr. Ressort-Ministers zu erfreue» hatte. 8. Schneidemrißk. 15. Mai. (Or.-Corr.) Zu der Correspondenz aus Baden in No. 16 und 17 d. Bl. möchte ich heute einige Bemerkungen machen: Die darin ausgesprochene Meinung, daß etwaige deutsche Gebete die in unseren Gottesdienst eingeschaltet würden, sich bald abnutzen und ihre Zugkraft verlieren werden, bürste doch nicht ganz stichhaltig sein. Die Erfahrung, welche wir hier in unterer Gemeinde mit der Einführung einiger Gebete in deutscher Sprache gemacht, hat mir zur genüge bewiesen, daß für die Gegenwart diese sehr wohl zu erhöhter Andacht beitragen. Was unsern Gemeinden in erster Reihe noch zur Erhöhung der Andacht schlt, ist meiner Meinung nach, ein Verständnig für unserc heilige Sprache. Wo soll die innige, ehrfurchtsvolle Andacht herk»mmen, wenn die Mehrzahl der Beter keine Ahnung von dem hat, was sie betet. Hier muß von Allen, die berufen sind, auf die Jugend einzuwirken, in erster Reihe der Hebel angesetzl werden, es muß jedes Kind die Gebete zu übersehen verstehen und dadurch wenigstens für die Zukunft geschaffen werden, was leiderGotteS für jetztso sehr fehlt. Ebenso glaube ich auch, daß grade im Gegensatz zu der Ansicht des Herrn Correspondenten, selbst die ungebildeten Elemente in den Gemeinden ganz wohl befähigt sind, einer deutschen Predigt zu folgen, und sie thun dies oft mit mehr Interesse, als Sie sogenannten Gebildeten; immer selbstverständlich vorausgesetzt, daß der Rabbiner cs versteht, in volksthllmlicher, verständnißvoller Weise zu sprechen. Es ist wohl grade Aufgabe eines Rabbiners feine Predigten so zu hacken, daß dieselben für Jeden verständnißvoll sind, die Geistlichen anderer Confessioneil haben auch — ja oft meistens — mit ungebildete» Leuten zu rechnen. Die Klagen des Herrn Correspondenten über das Fehlen der Andacht und Würde in unsern Gotteshäusern sind ja für viele Gemeinden berechtigt, aber da fehlt eben die nöthige Energie der Gemeinde.Vorsteher; wenn diese Herren energisch aus Ruhe und Ordnung halten wollen, so muß auch ein Erfolg damit erzielt werden. Dem Vorsteher steht (im allerschliinmsten Falle) das Hausrccht im Tempel zu und er muß, wenn Personen fortwährend sich renitent zeigen und alle gütlichen Ermahnungen nichts fruchten, diese sauber» Leute aus dem Tempel entfernen lassen: — die Bemerkung des Herrn Redakteurs wegen des „Cyilull Haschem" ist wohl am Platze und beherzigenswerth, aber ich sollte meinen, wenn man fortwährend bei dem Gottesdienste den „Chilull Haschem" sieht, wie Leute ohne Rücksicht auf den Ort, wo sie sich befinden, sich betragen, dann ist ein einmaliges Exempel, an besonders böswilligen Leuten statuirt, gar nicht so zu vcrurtheilen, dadurch wird oft die ganze Gemeinde gereinigt. Ob durch die Schiur-Borträge im Allgemeinen der religiöse Sinn gehoben und bei diesen die Andacht und das Benehmen besser ausfallen kann, mag dahingestellt bleiben, es kommt immer auf die religiösen und Charakter-Eigenschaften der Zuhörenden an. Hamburg, den 18. Mai. (Or.-Corr.) Die Leiche des Or. Joseph Jsaaksohn traf am Donnerstag, den 14. Morgens, in Filehne rin und wurde von Repräsentanten des Gemeinde- Vorstands und der Xlv'ip m2n am Bahnhofe in Empfang genommen; die Beerdigung konnte indessen nicht sofort erfolgen, weil verschiedene Rabbiner der Unigegend erwartet wurden und der Vorstand deshalb dieselbe auf 5 Uhr Nachmittags festgesetzt hatte. Vom Sarge ward aus Wunsch der Verwandten die Zink- und Holzbekleidung entfernt und jener Har (Dr ncrliii J war, [ itaic i und i glied i wäre f Äch I gkbla I « d < Shm; f ab üeid und hm tind « -? Gn ’ MI Ga I St j La; | N° I fal 1 ja: 8» So & sitz tu -! tii ■ Ri r w i * : § ii b i ( i I < <

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