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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-02-12 · N° 7. (12.2.1885) · p. Seite 52

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 7. (12.2.1885)
Date
1885-02-12
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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— 52 — treibt und gute beibringt, sondern auch, daß es in unserer Zeit Noth ihut, den Scheffel von seinem Licht zu nehmen, um das „praktische Judenthum" am Hellen Tage und in vollstem sichle aller Welt zu zeigen! Vorsitzender des Curatoriums ist der Rose Cholim — in mannigfacher Weise — Herr Oberstabsarzt a. D, Dr, Rofentha l, Der Verein besitzt oder richtiger besaß am 31, Deeember 83, 43664,52 M,*) und was noch mehr bedeutet, 166 zahlende Mitglieder >1668,50 M. Betrüget, Unterstützt wurden 1883— 19 Wittwen und Waisen mit 1929,60 M, (in 12 Jahren 15310 Mi, — 8311 M, hat der Verein ans der Sammlung erhalten, welche nach dem Tode des Eantors Nakhanson veranstaltet tvurde - und zahlt dafür der Wittwe eine Jahrespensivn von eirea 600 M, Lin kleiner Theil der Einnahme fließt aus dem im Tempel ausliegenden „Spenden-Luche"—welches wir als nachahmenswerth allen t'iemeinden, die den Mischeberach abschaffen wollen, empfehlen,**) Bis die Erbauung eines eigenen Asyles für Wittwen und Waisen wird ermöglicht werden können, werden die Elternlosen in der Anstalt zu Seesen und Wolfenbllttet oder in Familien untergebracht. Der Bericht erweist, wie ans das ganze Curatorium der Psatmvers Anwendung findet: >7", 'Tw'S „Heil denen, die so verständig und herzlich sürsorgen den Armen!" Würdig reiht sich diesem Vereine der „Israelitische Frauenverein" au — ebenfalls eine Gründung des genannten Rabbiners — der es vermocht hat, die 3 älteren hiesigen Frauenvereine am 11, November 1882 in einen einzigen zu verschmelzen. 234 Frauen geben 1365 M. ordentliche und 421,70 M., außerordentliche Beiträge, Doch so wichtig das Geld ist, hier tritt es vor dem Thun zurück — Krankenpflege und Liebeswerke gegen verstorbene Frauen und Kinder nach religiöser Vorschrift werden zum guten Theil von den Mitgliedern persönlich geübt. Selbst die Taetriibim werden von ihnen genäht. Der Verein sucht geschulte Krankenpflegeriunen heraubitden lassen zu können. An Unterstützungen wurve verausgabt (incl, Gehältern) 1551,85 M. Vermögen ist 4462,70 M. vorhanden. Der Aufruf und die Bemerkungen, wie verfahren werden soll, sind ein wahres Schatzküstlein milder uitd doch praktischer Belehrungen, wie Frauenvereine wirken sollen. Damit nicht alle Vorsteherinnen Herrn Dr. Rahme» direct um ein Exemplar dieses „Ersten Berichtes" zu bitten genöthigt seien, dürfte es gerathen sein, wenn der Herr Rabbiner sich doch erinnerte, daß er auch Redacteur ist und, entiveder mit Haut und Haaren, oder doch in allem Weseittlichen, aus den ersten 8 Seiten einen Leitartikel für die Wochenschrift machte, T. JgintgaBetg H-I'r,, 8, Februar. (Or.-Torr.) Der Verband der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens, der sich zur Aufgabe gemacht hat, das Schulwesen in unserer Provinz zu heben, hat wiederum eine Conferenz der Religionslehrer genannter Provinz veranstaltet, die am 26, v, M,, 'Nachmittags 2 Uhr hier stattfand. Nachdem der Vorsitzende, Herr Rabb, Dr. Önin berget, welcher die Sitzung eröffnete, die Versammlung begrüßt und einen herzlichen Willkommsgruß des Vorsitzenden des D,-J G.-B, Herrn Geh,- Rath Kristeller an dieselbe verlesen hatte, wurden die Verhandlungen durch ein inniges Gebet, das Herr Prediger Tonn- Allenstein sprach und durch warm empfundene Worte, die Herr Rabb, Weinberg-Insterburg dem sel, Andenken . der jüngst verstorbenen, uni die Förderung des jüd. Schulwesens wohlverdienten 'Männer, der HHerren Rabbiner DDr. I acobsoh » undHerx Heimer lieh, würdig eingeleitet. Die Tagesordnung, die in diesen Blättern bereits veröffentlicht war, begann mit den Mittheilungen seitens des *t Inzwischen auf 46732.43 M, angewachscn; auch die Zahl der Mitglieder ist im verflossenen Jahre von 166 bis Mus 25t gestiegen!!H2Tp. **) Auch sreiwillige Spenden und Geschenke, welche aus Anlaß freudiger oder auch trauriger Familicnereignissc (Geburten, Hochzeiten, Jahrzeittagc, Sierbesällc) der Vereinskasse zuslossen, gingen int vergangenen Jahre reichlich ein; unter denselben befindet sich diesmal ein Familienvermächtniß von 500 Mk, (Red.) Herrn Vorsitzenden über die Organisation und Thätigkeit, sowie über die bisher erzielten Erfolge der Schnlinspection, Diesem Referate schloß sich an ein Bericht des Herrn Prediger St n rm a n n-Osterode über die seitherige Bewährung des eingesührten Normallehrplanes, Ref, wies in längerem Vortrage nach, daß sich an der Hand dessetben die besten Resultate erzielen lassen und stellte zuletzt den Antrag, daß seitens des Verbandes alle möglichen Schritte gethan werden möchten, mit dem Beginne des neuen Schuljahres den Normallehrplan in allen Berbandsgemeindefichnlen einzuführeu,*) Den dritten Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Referat über die Ergebnisse der Berliner Schnlmänner-Conferenz, welches HerrDr. Bamberger erstattete, DasResultat der Berliner Versammlung sei die Aufstellung eines nur generellen Planes. Man einigte sich über die Grundsätze n»d die allgemeinen Gesichtspunkte, »ach welchen der Religionsunterricht in der einklasiigen Volks-(Religio,is-)Schule zu ertheile» sein, über das Zeitmaß, die Lehrgegenstände und deren Vertheilnng auf die einzelnen Unterrichtsjahre, ohne in eine Berathung über die speeielle Stoffvertheilung für die einzelnen Lehrgegenstände einzutreten. Die Resultate ver Evnferenzberathungen werden demnächst allgemein zugänglich gemacht werden. — Nach diesem Vortrage trat zum Zwecke der Abhaltung eines Minchah- und Maariw-Goitesdienstes der mit Chorbegleitung und unter Leitung des Herrn Cantor Birnbaum erfolgte, um 4*/, Uhr eine Pause ein, ' (Schloß folgt.) In Königsberg sind zur Zeit vier Universitütsstipendien für jüdische Studirende vakant: 1. F ri ed l ü uder ianum, (vorzugsweise für Familienglieder des Stifters), 2, Schönlankian um (desgleichenl, 3, Unge r ianum (mit Bevorzugung der Nachkommen der Geschwister des Stifters, ohne Rücksicht auf die Religion, (?) 4, Warchauerianum, zu gleichen Theile» für einen Juden und einen Christen, M Kamburg, 4. Februar, (Or.-Corr) Wiederum ist ein Mann aus dem Leben geschieden, der zu denen gehörte, von denen man sagen kann: fTDniPO XTl patn San! Mag auch vielleicht sein 'Name und sei» Ruf nicht weit über die Grenzen seiner Vaterstadt hinaus gedrungen fei», so ist doch innerhalb derselben die Anerkennung eine allgemeine: es werden die Lücken, welche sein Tod Hersorgerufen, nicht nur auf eine lange Reihe von Jahren noch bemerkbar bleiben, sie werden in der bisherigen Weise überhaupt nicht wieder auszufüllen sein. Sein Name ist seit mehr als fünfzig Jahren eng verknüpft mit den segensreichsten Institutionen der hiesigen Gemeinde und überall, wo Heyma u n Matthias mitgewirkt, hat er es verstanden zur Hebung und Veredelung beizutragen, Bescheiden und anspruchlos wie er stets gewesen und wie er es bis zum letzten Augenblicke blieb, hat er nach Ehren nie gestrebt und mit Aufopferung seiner selbst das Gute geübt. Vor allem verdankt ihm die „Talmud-Thora", höhere Bürgerschule, in erster Reihe den Aufschwung, welchen sie in den letzten Jahren genommen, und auch zur Sicherung ihres Bestands und für die Zukunft ihrer Lehrer hat er wesentlich beigetragen; war er es doch, der als persönlicher Freund und Geschaftsnachfolger des verstorbenen Hartwig Samson Hertz, und als Berather von dessen jüngst verstorbenen Wittwe, diese zu den großen Schenkungen veranlaßte, kvelche sie der genannten Schule und deren Pensionsfonds bei Lebzeiten und auch nach dem Tode in so reichem Maaße zuwandten, Seitdenc der Verstorbene sich vom Geschäfte zurückgezogen, hat er seine rastlose Thätigkeit, da ihn, Junggeselle wie er tvar, häusliche Pflichten nicht in Anspruch nahmen, fast seine ganze Zeit nur der Verwaltung öffentlicher oder privater 'Angelegenheiten Dritter gewidmet und noch wenige Tage vor seinem Tode nahm er an der Leitung *> Von einem andern Theitnchiner an der Conferenz geht uns rin über diesen Punkt etwas abweichendes Referat zti. Er schreibt: „Der bei weitem größte Theil der Versammlung empfand wenig Shnt pathic für den Lehrplan und thcilte keineswegs den Optimismus des Referenten, Auch der anwesende Rabb. vr, R ü l s meinte, daß der Lehrer bei guter Befähigung uud Berufstreuc Vorzügliches zu leisten vermöge — auch ohne Normalschulpkan,"

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