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Das jüdische Literaturblatt · 1880-11-25 · No. 48. (25.11.1880) · p. Seite 191

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 48. (25.11.1880)
Date
1880-11-25
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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19t — kritischen Commentare die richtig erscheinende Lesart herzustellen. Diese Aufgabe wird noch bedeutungsvoller wenn mau nicht nur solche Varianten in Betracht zieht, die Parallelstellen im Talmud haben und von eingreifender Bedeutung nicht sind, wie z. B. Tosefta Chulin p. 2 m. 20 S. 503 Z. 11 und Talmud b. Chulin fol. 13a Ende, sondern solche Parallelstellen, deren Variation die Grundlage zu Erörterungen im Talmud geworden ist, welche nach der Lesart, wie sie die Wiener Handschrift und die Drucke zeigen, unmöglich gewesen wäre, wie z. B. Tos. Chul. p. 2 m. 1 S. 502 Z. 13 und Talm. b. Chulin fol. 28a und b. Alle diese Forschungen sind aber nunmehr in einer nicht genug zu dankenden Weise durch die Stellenangaben erleichtert, welche der Herausgeber zur Bezeichnung der Parallelstelle nach diesen Angaben auffinden und so die Vergleichung anstellen. Aber selbst die Parallelstellen in der Tosefta selbst hat der Herausgeber vermerkt, so dass dadurch gewissermassen die Sammlung aller Varianten und Parallelen nahezu erschöpft und vollendet ist. wenn auch hie und da dem aufmerksamen Herausgeber einiges entgegen ist, wie z B. S. 502 Z. 8 Variante שחיטה, z. 14 טליתו, Z. 26 הגיעה, S. 503 z. 12 מלמדין, z. 17 גדירן, s. 504, z. 10 רצצתה, ebenso S. 505, Z. 9 S. 506 Z. 17 fehlt טמא und in den Parallelstellen S. 502 Z. 5 Chulin fol. 10a. S. 503 Z. 10 Chulin fol. 13a, Tos. Kelim S. 580 Z. 23 und Chulin fol. 25a, ib. 581, 1 und ibid. Chulin, Tosefta Taharoth S. 661 Z. 35 und Chulin fol. 33b, Tos. Kethuboth S 264 Z. 1 und Tract. b. Chulin fol. 26b, so ist dies doch im Verhältniss zu dem, was der unermüdliche Sammler dargeboten hat, nur von geringer Bedeutung. Wir haben demgemäss Veranlassung, ganz und gar uns mit dieser Toseftaausgabe als einer herrlichen Gabe uns zu freuen, die unserer textkritischen Forschungszeit zuzuschreiben und opfervoller Mühe tu verdanken ist. Wenn Männer wie Olshausen und Nöldeke in der wärmsten Weise Freude und Glückwünsch zu diesem Werke ausgesprochen haben, so hahen wir Israeliten gewiss Grund, den Verfasser und uns Alle dazu zu beglückwünschen. Wir können nicht anders als mit dem Wunsche schliessen, dass die Reichen Israels die Fortsetzung dieses kritischen Werkes fördern mögen. Wären wir doch schon so weit, dass solche hochbedeutungsvolle Werke aus grossen Vereinsmitteln könnten bezahlt werden. Möge der gelehrte Herausgeber nicht müde werden, seine Tosefta-Forschungen mit derselben Objectivität fortsetzen, und mit Gottes Hilfe wird er noch manche werthvolle Gabe des Geistes der Wissenschaft und der Judenheit darbieten können. Lengsfeld, 3. November. Dr. Kroner. Wünsche, Dr. Aug. Bibliotheca rabbinica. 4. und 5. Lieferung: Der Midrasch Bereschith Rabba (c. 3, 22—27, 31, Parascha XXI—LXVI). (Schluss.) ' Pg. 187 ואין אכלץ, טדידהון־ אכלון heisst nicht ״wir essen nicht mit ihnen, sondern sie mit uns“, sondern ״wenn sie essen, essen sie vom Ihrigen.“ pg. 188 פרסתק ist wohl identisch mit dem slavischen Prostek. pg. 196 על דעתיה דר׳ יהודה w. hat diese Stelle missverstanden. Der Sinn ist: der König von Sodom müsse nach seiner Niederlage noch gelebt haben, da er hinterher noch mit Abraham verhandelte, pg. 199 קנה heisst hier ״erwerben“ nicht ״kaufen“, pg 202 •פועלים הייתי צריך שיקושו ist falsch übersetzt. Die Stelle heisst: ״Arbeiter hätte ich sonst gebraucht, um die Dornen zu entfernen“, pg. 203 ויחזק heisst ״es stärkt“, nicht ,,es tröstet“, pg. 205 צדקה heisst: ״Mildthätigkeitt“ an dieser Stelle, pg. I 208 באנו למחלוקת heisst nicht, ״wir sind in Streit gerathen“, sondern ״das hängt ab vom Streite“ pg 214 פרא אדם heisst nicht ״Waldesel“, sondern ״wilder Mensch pg. 216 מילה heisst ״Beschneidung“, nicht ״Vorhaut1׳, pg. 218 ונטלתם heisst ״ihr sollt beschnitten werden“, nicht ״ihr sollt beschneiden“, pg 121 לא תמלי רוחי קריר heisst nicht ״fülle meine Gedanken nicht mit leerem Winde11, sondern ״fülle meine Cedanken nicht mit Kühlung, Annehmlichkeit“, d. i. gib mir nicht zu viel des Guten pg. 224 אטימום vielleicht identisch mit dem griech. o׳.ao;. pg. 226 יה״ר שתזכה heisst nicht ״mögest du würdig sein“, sondern ״mögest du das Glück hahen“. pg. 227 ראשון ראשון מסתלק heisst nicht ״einer erhob sich nach dem andern“, sondern ״eine Speise verschwand nach der andern.“ pg. 229 bezieht W. ואני in ואני זקנתי fälschlich auf Gott. Sara sagt: ואדני זקן. Gott reproducirt um des häuslichen Friedens willen Sara’s Worte durch ואני (שרה) זקנתי. ib. קפליות, dafür ist zu lesen קטליוט catellae. pg. 234 פחות heisst ״Geringes“, nicht ״Schlechtes“, ib. יתלה לרשעים בשביל וכ heisst nicht ״die Frevler werden wegen der Gerechten gehängt werden“, sondern ״er würde Nachsicht üben mit den Sündern wegen der Frommen“, pg. 235 מערים heisst nicht ״bereuen“, sondern ״mit List umgehen“, pg. 236 heisst es, zur Zeit der Siindfluth seien 10 geblieben. Text und hl. Schrift geben nur 8 an. pg. 238 הטיל לה ה׳ hier ist die Regel vom ה locale ausgesprochen. Statt ק am Anfänge, kann ה am Ende stehen, nach W.’s üebertragung erfolgt Beides: ל am Anfänge und ה am Ende. ib. קלאפנדר erklärt ידי משה mit ״Menschendieb“, denkt also an das griech. avUpto-ov. pg. 239 סוגייה heisst nicht ״alle“, sondern nur ״die Mehrzahl“, ibid עוד מי לך פח, der Midrasch liest עוד מי לך פה) was W. nicht verstanden hat. pg. 247 ויקר leitet der Midrasch ab von קךי Pollution, was W. nicht beachtet, ib. W. übersetzt wörtlich folgenden nonsens: sie. ihre Esel, Kamele, Haussöhne sprachen“. Er liest חמר, גמל statt גמל, חמך, Esel-, Kameltreiber, pg 257 התיז heisst ״dieser spaltete ihm“, nicht ״sie spaltete“, ib. ישלים heisst nicht ״er verhöhnt“, sondern ״er versöhnt“, pg. 265 מלכות heisst nicht ״die Weise“, sondern ״die Königswürde“, ib. עם החמור. W. sagt in der Anmerkung: Der Midrasch rcheint עם החמור gelesen zu haben, עם הדומה לחמור. Dazu liegt aber weder eine logische noch sprachliche Nöthigung vor Der Midrasch macht auf eine feine grammatische Nüance aufmerksam. Die Präposition ״mit“ wird im Hebräischen durch את und עם ausgedrückt. Diese Partikeln dürfen aber nicht promiscue gebraucht werden, את drückt local nur die Begleitung aus, עם die Gleichartigkeit; את החמור heisst ״in Begleitung des Esels“, עם החמור bezeichnet das Gleichartige עס הדומה לחמור. (Auf diese sehr sinngemässe Erklärung hat mich gelegentlich Herr Ph. Fraenkel in Loslau, Verf. des זבחי רצון aufmerksam gemacht.*) pg• 279 W. übersetzt: ״weil die Hüfte ihnen mit Schmerzen gegeben worden war“. Das ist nicht lichtig. Gemeint ist die Beschneidung, die allerdings in der Nähe der Hüfte vollzogen wird. pg. 281 מביש ist hier wiederzugeben mit ״Andere beschämend“, nicht mit ״schlecht“, pg. 282 הוא צריך heisst ״er braucht mich“, W. übersetzt ״er braucht mich n i c h t“. pg. 285 עבדת גבון heisst nicht ״sie arbeiteten mit ihr“, sondern ״sie hielt sich bei ihnen *) Diese Unterscheidung wird übrigens zur Erklärung des scheinbaren Widerspruchs in der göttl. Antwort an Bileam (Numeri 22, 12 und ib. 22,20) angewandt; ,mit ihnen (אתם)“ — d. h. in ihrer Begleitung — durfte B. gehen, aber nicht mit ihnen (אמהם) — in gleicher Gesinnung (um zu fluchen) —. Red.

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