Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 9 (1880)
- Issue
- No. 47. (18.11.1880)
- Date
- 1880-11-18
- Page
- Seite 187 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 187 — dass sie durch Ankauf des Werkes dem Herausgeber j alle Sorgen, die sich mit demselben verknüpfen, vergessen mache, dass sie ihn in den Stand setze,*) die Supplementlieferung, in welcher der fleissige, emsige Verfasser die deutsche Uebersicht sämmtlicher Tractate fortsetzen, ein Register der vorkommenden Bibelstellen, ein Register sämmtlicher Eigennamen mit Angabe aller Stellen, ein Register der Fremdwörter und Stellenangabe geben will, veröffentlichen zu lassen. Nicht nur die Rabbinen sollen es sein, welche ein solches Werk unterstützen, denn es ist ein Werk für die Gesammtheit, und jeder, der Liebe und Begeisterung für die grossen Schätze der jüdischen religiösen Geisteswelt hat, soll es als Zierde seiner Bibliothek sich erwerben. Auch nur ein kurzer Blick auf die erschienene 6. Lieferung, die letzte der Tosefta, zeigt, welch grosse Vorzüge diese Ausgabe vor der bisher durch den Druck bekannten hat. Nehmen wir von den vielen Tractaten, die diese Lieferung enthält, nur einen, einen bekannteren, uns recht naheliegenden, heraus, nämlich Tractat Chulin. Da sehen wir ausser dem in schönen quadratischen Typen gedruckten Texte der Erfurter Handschrift, welcher mit Nummern für die Zeilen und einzelnen Absätze versehen ist, die Varianten der Wiener Handschrift und der Druckausgaben ebenfalls in deutliehen quadratischen Lettern, mit grosser Genauigkeit und Aufmerksamkeit gesammelt. Der Herausgeber hat es in seiner wissenschaftlichen Pietät und Wahrheitsliebe nicht gewagt, durch Conjecturen, seien sie auch gut״zu begründen, neue Texte zu schaffen; ein objectives Resultat ruhiger Vergleichung, besonnener Entzifferung der an manchen Stellen schwer lesbaren Handschriften hat er dem Forscher unterbreitet und ihn in Stand gesetzt, alle die Lesarten kennen zu lernen, welche in Monuscripten und Drucken vorhanden sind. Dass der Verfasser der Erfurter Handschrift so grosse Bedeutung beilegte, begründet sich uns aus vielen Vergleichungen. Gehen wir der Reihe nach: Chulin Perek 1, Misch. '10 lautet: a) die Druckausgabe: b) in der Erf. Handsch.: אם היה רובה מוקף כלבנה כשרה אם היה רוצה מוקף כלבנה כשרה p. 1. m. 82: משם ארץ העמים משם ארץ הזיתים י :22 .p. 2. m מעשה בר׳אלעזרבןדמהשנשכו מעשה בר׳ אלעזר p דמה וכי' נחש ובא יעקב איש כפר ולא הניחו ר׳ ישמעאל אמרו לו סמא לרפאותומשום ישוע אי אתה רשאי בן דמה ב ן פ נ ט ר א ולא הניחו ר׳ ישמעאל אמרו לו אי אתה רשאי בן דמה p. 2. m. 24: פעם אחת הייתי מחלך באיסתרטיא פעם אחת הייתי מהלך באסתרטי׳ של צפורי מצאתי יעקוב איש שלצפורימצאתי איש כפר סכני7 כפר ס כני ן ואמר דבר של ואמו דבר ש ל והנאני ונתפסתי על מילותמשוםישועבןפנטירי רברי שעברתי על דברי תורה והנאני ונחפסתי על דברי מינות שעברתי על דברי תורה :18 .t p. 3. m ז ר׳ יהודה אומר אם ניטלה הנוצה ד יהודח אומר אם ניטלה פסולה פסול׳ (Schluss folgt.) Wünsche, Dr. Aug. Bibliotheca rabbinica. 4. und 5. Lieferung: Der Midrasch Bereschith Rabba (c. 3, 22—27,31, Parascha XXI—LXVI). S. 97—320. Leipzig 1880. 0. Schulze. 8°. Wir haben bereits in Nr. 23 des Literaturblattes Stellung zur Midrasch-Uebersetzung des Herrn W. genommen und wir waren bemüht, unser Urtheil in bonam *) Vor allem jedoch dürften die säumigen Zahler sich hierdurch zur baldigen Entrichtung der noch aussenstehenden zahlreichen Rückstände für die bereits empfangenen Lieferungen angeregt fühlen. (Red.) et in malam partem durch geeignete Belege näher zu begründen. Wir waren damals schon in der Lage, vorwiegend auf Lichtseiten und Vorzüge dieser trefflichen Uebersetzung hinweisen zu können. Wir machen nunmehr die erfreuliche Wahrnehmung, dass der gelehrte Ueberaetzer mit gutem Erfolge in seine volle Hingabe heischende Aufgabe sich eingearbeitet und in stetigem Fortschritte der seiner harrenden Schwierigkeiten Meister wird. Wir stehen principiell der 4. und 5 Lieferung Lieferung genau so gegenüber, wie der früher von uns gewürdigten zweiten. Wir lassen nunmehr einzelne, im Ganzen nicht besonders erhebliche Ausstellungen folgen, welche den Zweck haben, Fehler und Missverstandnisse der Uebersetzung zu berichtigen. pg. 97 beginnt mit den Worten פן ישלח ידו ein neuer Passus, was Herr W. übersieht, pg. 98 Dem Mörder Kain standen die Zufluchtsstädte nicht zur Verfügung. Der Text spricht von הרוצח in dem Sinne von Deut, 4, 41. pg. 99 Anmerkung 1 ist dem מ״כ nachgeschrieben, wonach statt ןדע zu lesen wäre ״ .ידעer liess erkennen“, wofür aber הודיע zu setzen wäre. Indessen urgirt wohl der Midrasch hier nur das tempus, perf. ידע, fut. וידע, vgl. übrigens ידי משה z. St. pg. 106 מתיש heisst ״schwächen“, nicht ״aus der Welt weisen“. Sehr schwierig ist die Deutung, welche der Midrasch dem Worte למך zuspricht. In מה לי וללמך lässt sich schwerlieh ein Zeichen von Empörung erkennen. Vielleicht ist hier im Sinne des Midrasch per inversionem מלך ״sich zum Könige aufwerfen“, zu lesen, sodass wirklich eine Congruenz zwischen מתושאל׳ ערוד und למך bergestellt wäre pg. 107 עדה übersetzt Herr W. nach Massgäbe von מ"כ mit ״weichen“, richtiger erscheint uns mit ידי משה die Uebersetzung ״schwanger sein“; vgl. die Be'gründnng dieser Version in ידי משה z. St. pg. 108 אבא כהן ברדלא ist nom. propr. und nicht wiederzugeben mit ״vor Abba Kohen fragte ein Mann Namens Bardala“ pg. 116 bezieht W. fälschlich eine Angabe auf Japhet, welche auf Sem geht, bei den Worten ״weil er anfangs gerecht war“ u. s. w. Ib. Die Worte ובכרת יולדו להם, welche dem דרש zur Unterlage dienen, fehlen in der Uebersetzung. pg. 118 זה זכר ובהמה wird falsch übersetzt mit ״das geht auf die männlichen und weiblichen Thiere“, es heisst vielmehr ״dies geht auf die Beschlafung von männlichen Personen (Päderastie) und auf die Beschlafung von Vieh (durch Menschen)“, pg. 119 ist der Sinn des Satzes von R Acha: ״weil sie (die Riesen) für die Sonnenkugel Hai s pu tz anfertigten“, sondem ״sie verfinsterten die Sonne, die auf ihrem Halse ruhte, durch ihre Grösse“, worauf schon מ"כ und ידי משה Z. St. aufmerksam machen, pg. 120 נפלים sind nicht ״Riesen“ (נפילים), sondern ״schwächliche, durch Ausschweifung erzeugte Frühgeburten“ (partus praematurus) ib אנשי השם heisst hier ״Männer der Verwüstung“ שם a rad. שמם. — ib. Hier ist nicht von ״Elia“ die Rede, sondern vom jugendlichen Redner im Buche Hiob ״Elihu“. pg. 124 טחנו ist imperf. de conatu und heisst ״sie suchten zu zerreiben“, nicht ״sie zerrieben“. pg. 126 ״eine Unze (Sündhaftigkeit) haftete an Noach“; richtiger fasst מ"כ die Stelle: nur eine Unze (Tugend) haftete an Noach“. pg. 128 פסל heisst ״ausschliessen“, nicht ״sich beziehen“, pg. 131 רע heisst hier nicht ״böse“, sondern ״schwach“, pg. 139 בן זוג heisst nicht absolut ״Weibchen“, sondern ״Ergänzung des Paares, Männchen oder Weibchen“, ib. יקומיני ist sehr plausibel mit dem griech. ouo-jpvY; identificirt. pg. 144 נתרוק heisst nicht ״erholte sich“, sondern ״war gesättigt1־‘, pg. 152 לא אוסיף — לא אוסיף wird doppelt gedeutet, das erste Mal auf die Söhne Noach’s, das 2. Mal ״ לדורותauf künftige Geschlechter.“ W. übersetzt daher falsch ״ לא אוסףbe-