Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 9 (1880)
- Issue
- No. 47. (18.11.1880)
- Date
- 1880-11-18
- Page
- Seite 188 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 188 — zieht sich auf die Söhne Noachs d. i. die künftigen Geschlechter“, pg. 154 heisst es ״Furcht und Angst (der Men sehen vor den Thier en)“, das Umgekehrte ist richtig, pg. 157 Ueberflüssig erscheinen hier die Worte לגם כי שלחם die hier gedeutet werden, was in der Uebersetzung nicht hervortritt, pg. 162 steht falsch: ״so verstehe ich nicht“, statt ״so verstehe ich“, pg. 164 דוד heisst hier ״Freund“, nicht ״Onkel“, pg. 165 מביטים בתורה עד שהם נערים hat den Sinn: sie verjüngten sich durch Gesetzesstudium, pg. 166 Parvithot ist viell. identisch mit pravitas, Pakussim viell. abzuleiten von פקס, fucus, Schminker, Fälscher. Vergl. ידי משה und Jalkutz.St. ib. יחוס heisst hier ״Ereigniss“, nicht ״Abstammung“. pg. 167 עסקיו heisst hier ״Thaten, sittliche Thaten“, nicht, wie sonst, ״Geschäfte“, pg. 168 הסיר קנעתו heisst: ״er entfernte seine Frau“ קנעה nicht ״Unterwürfigkeit“ (י(כמןה wie W. fälschlich meint, pg. 169 דברים אחודים sind ״gemeinsam erfasste“, nicht ״geschlossene Dinge“, ib. מרתף heisst ״Keller“, nicht ״Weinberg“, pg. 170 נסעו ממדינחא למיזל לטדינחא ist eine Frage, nicht eine assertorische Behauptung, pg. 179 (וברזי יקלו (ע״י אחרים ist unübersetzt geblieben, obgleich es hier Hauptsache ist. ib. Die drei ersten Eulogien des ש״ע heissen nicht אבות, sondern nur die erste pg. 180 W. übersetzt sehr anachronistisch: ״Sara bekehrte die Weiber zum Judenthum (!). ib. נתבקש לאומות זכות שלא נתמלא סא׳ heisst nicht: ״er suchte nach etwas Günstigem für das Land“, sondern ״für die Völker kam das Glück zur Geltung, weil das Maass ihrer Schuld noch nicht voll war“, pg. 182 תוקעה ונתלה heisst nicht ,.er (der Mensch) hängte sich daran“, sondern ״er schlägt ihn (den Nagel) fest und es (das Geschirr) wird aufgehängt“, pg. 183 מאנין sind ״Geräthe“, nicht ״Felle“. (Schluss folgt.) Maass, Dr. M. Die Mischehe, das einzig wirksame Mittel einer dauernden Vereinigung zwischen der jüdisehen und christlichen Bevölkerung Deutschlands. Aus Anlass der jüngst in der Judenfrage geführten Debatten. Mit kritischen Nachträgen. Preis 75 Pfg. Löbau, Westpr• Druck und Verlag von R. Skrzeczek. 50 S. gr. 8. Ein schönes Mittel. ״Lass Dich begraben, willst Du Ruhe haben!“ Es ist ein Vorbedingniss einer glücklichen Ehe, die geistige Uebereinstimmung der Ehegatten Bei Mischehen muss also totale Religionslosigkeit für die Dauer bei beiden Contrahenten verbürgt sein, sonst fehlt die Harmonie. Die Kinder aber werden religionslos oder fallen der Majorität zu Das wird auch der Fall sein, wenn einer oder beide Gatten ihre religiöse Ueberzeugung wahren, nur dass da die Ehe eine unglückliche sein muss, da zwischen Freundschaft nriä ehelichem Zusammenleben denn doch ein himmelweiter Unterschied ist. Das verschwommene Gebiet der Vernunflreligion ist doch identisch mit der Religionslosigkeit, nur dass man dabei die bestimmte Etikette: Materialismus, Atheismus, Deismus fortlässt. Jede Religionsgesellschaft wird deshalb die Mischehe abwehren, denn nicht eine Mischreligion, sondern die Vernichtung der Religion wird ihre Folge sein, es sei denn, dass die Anziehungskraft der Masse und das Gewicht staatlicher Bevorzugung den wirklichen oder scheinbaren Eintritt in das Bekennlniss der herrschenden Kirche erzielt. Für uns Juden, die wir nicht als Race und als Volk fortleben wollen, die dagegen in unserer Religion den Quell und den Zweck unserer Fortdauer finden, ist dieser Vorschlag zur Selbststrangulation unan-, nehmbar. Das hätte derVerf während des Schreibens, seines 3. gegen Herrn v. Treitschke gerichteten Nach-1 träges selbst sich zum Bewusstsein bringen und sein Büchlein ungedruckt lassen dürfen. Denn was Treitschke will, ist: die Taufe — nicht die Ueberzeugung von der Wahrheit des ChristenthumS — da er sonst eine grössere Zahl christlicher Gelehrten, Künstler etc. aus seinem christlichen Staate ausschliessen müsste, als es darin Juden giebt Man will eine einheitliche Firma haben — christlich — und wäre das erreicht, würde natürlich die Hetze gegen die verschiedenen christl. Confessionen losgehen Abgesehen von dem ganz untauglichen Vorschläge ist auch die ganze Schrift mit ihrem ״auf beiden Seiten Hinken“ (Alle haben Recht, ausser Joöl, Graetz und Lazarus, d. h. denen, die im Judenthum die positive Religion vertreten), trotz manch schöner Partieen und Einzelheiten durchaus verfehlt. Den Juden vertritt sie zu sehr den Standpunkt des Angreifers, diesen wieder den der Juden. Und dabei doch keine Unparteilichkeit. Es ist eben der Jude, der am liebsten kein Jude mehr wäre, wenn nur nicht das verwünschte Racengeheule wäre, das — ob falsch oder richtig, ist ja gleichgültig — zur Zeit alle Ohren füllt. Berichtigen wollen wir nur, dass das S 22 Anm. genannte Lessing-Mendelssohn-Gedenkbuch,,bekanntlich“ nicht von 8ebastian Hensel, sondern von den Herren DDr. Fürst und Bodek herausgegeben ist. Das Hensel’sche Buch steht damit in keinem Zusammenhänge. Lewin. 01 i z e u. 1) ״Arch isr.“ erzählt, dass in Palma, der Hauptstadt Majorka’s ein Siadttheil noch heute ״Juderia“ heisst und seine Bewohner ״Chuetas“ genannt, die Nachkommen von Marannen, den zum Christenthurn gezwungenen Juden, sind. Die Majorkaner betrachten diese Chuetas noch heute als Fremde, die sich nur unter einander zu verheirathen pflegen und so den jüdischen Typus bewahrt haben. Die Meisten sind Gold- und Silberarbeiter und wohnen in der Strasse ״Calle de la Plateira“. — Dem an diese Mittheilung geknüpften Wunsche, jüd. Missionare dahin zu schicken, müssen wir entgegentreten. Wir haben geuug für die Hebung der Juden gebliebenen Angehörigen unseres Stammes zu thun, als dass wir unsere Kräfte den Abgefallenen zuwenden dürften. Dazu haben wir eben nicht ein Bedürfniss, durch Angriffe auf den Besitzstand der katholischen Kirche das Odium derselbenaufuns zu häufen. Ist Spanien so liberal, wie das französische Blatt meint, und fühlen die Chuetas sich wirklich noch als Juden, so müssen sie zuerst sich zum alten Glauben bekennen. Sollten sie dann Lehrer erbitten, dann *— aber erst dann — dürfte die Alliance dem Ersuchen entsprechen. 3j Mp כס 3» «> •i S 5׳ . A « 2 4) « ö p § § ע 2׳״ ® lO-rl d ' 0 0 •** ®,g §-s*2 - S ® fl 8 ׳e fl z 5 SEa* Sjs 2 ~ ״ flÄ * 2 Sr® ® ® ” 2 o ‘ £ d *י ® ££%£ 12 ^ד 0 ך** לד* OB* . ® § 2 cו^גד Pt v « •נס® י - £ >Q ® bO m Q tfi -s. נס 515 סי ® °־ *5:k®§■ *£5m נס נס!< גס Hrn Briefkasten der Redaetion. M. A. in D. und Dr. S. F. in L. In nächster Nr. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer in Magdeburg. Druck von H Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig,