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Das jüdische Literaturblatt · 1880-11-04 · No. 45. (4.11.1880) · p. Seite 179

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 45. (4.11.1880)
Date
1880-11-04
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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— 179 wie Rambam erklärt, (״gerade aus“) darauf hinweisen, dass das Oeflfnen in gerader regelmässiger Weise geschah. Die Stelle in Pesachim 37a ויקבענה כיון ist wohl so zu übersetzen; und man formt es (das Bild am Teige) direct (mit dem דפוס ohne Miiwirkung der Hände, also schneller als mit den Händen, so dass ein חימוץ nicht entsteht) Literaturbericht. ßecensionen. Stern, Rabbiner in Buttenhausen. Thierquälerei und Thierleben in der jüdischen Literatur. Den Thier* schutzvereinen gewidmet. Zürich, Verlags-Magazin (J. Schabelitz), 1880. 48 S. kl. 8. Doch nicht wieder eine Tendenzschrift? meint der arglose Leser; hier wird wohl der Verf., umsomehr, da er endlich einmal unter eigenem Namen schreibt, die Kriegsaxt, die er gegen das ״rabbinische Judenthum“ und seine Institutionen zu schwingen pflegt, bei Seite gesetzt und allein das viele Herrliche und Schöne, das Bibel und Talmud über diese Materie bieten, für den Laien gesammelt haben. Nachdem er einige Seiten gelesen, wird diese Ansicht gefestet sein, ja es ist eine harmlose und zugleich recht ober fläch liehe Compilation. Zum Erweise dessen genügt es wohl, wenn wir den, die Bescheidenheit des Verfassers kennzeichnenden Satz citiren: ״Dass Menschen der Name von Thieren beigelegt wurde, findet sich im Althebräismus weit seltener als bei den späteren Israeliten, bei denen Namen wie Löwe .... gewöhnlich sind. Ausser Rahel (Schaf), Deborah (Biene), Hulda (Wiesel), Jonah (Taube) und Schual (Fuchs) sind uns keine bekannt.“ (S. 20 ) Und bei solch mangelhafter Bibelkunde will man Monographien über biblische Themata schreiben! Da ist zuerst 1 Riwkah (Mastkalb), Chainor (Esel), Jaalom und Jaal (Steinbock), Ajah (Habicht), Achbor (Maus), Zippora (Vogel), 2 Nachschon und Naschath (Schlange, was wohl auch die Namen Schfufon, Ziwon und 3Puah bezeichnen), 4 Kaleb (Hund), Eglon (Kalb), 5Tola (Purpurschnecke), und damit sind die in der Bibel genannten noch bei Weitem nicht erschöpft (Um bald dem Einwande zu begegnen, dass da Nichthebräer dabei sind, haben wir die von Israeliten gebrauchten mit Ziffern bezeichnet. Also das Ganze ist eine oberflächliche Compilation. — Da beginnt Seite 25 der Kampf. Nachdem in Anmerkung 3 die Anlehnung des Verbotes der Mischung von Fleisch- und Milchspei־ sen an ״Du sollst nicht kochen das Böcklein in der Buttermilch“ (Herr Stern betrachtet es natürlich nicht als Anlehnung), als eine ״offenbar irrige“ Auffassung bezeichnet worden, heisst es dann S. 26 ff. von den Schlachtgeboten: ״Offenbar liegt denselben die Absicht zu Grunde, dem Thiere einen möglichst schmerzlosen Tod zu bereiten“ — und nun kann der Hauptschlag geführt werden (ibid. Anmerkung 2): ״Nach dem Geiste der Schlachtgesetze wäre vom ritueilen Gesichtspunkt die Einführung einer noch milderen Schlachtmethode, z. B. der Schlacht 111 aske, ohne Bedenken statthaft, ja geboten.“!!! Wissen Sie nun, weshalb der Rabbiner (?) Stern das Schriftchen ״den Thierschutzvereinen“ gewidmet hat? Es ist ein Aufruf an diese, die Agitationen gegen die jüdischen Schlachtgesetze wieder aufzunehmen! Armer College Engelbert! Trotz aller Wissenschaftliehen Gutachten von Sachkundigen behauptet ein Rabbiner, dass die Schlachtmaske eine mildere Schlachtmethode sei, als das Schlachten am Halse — was werden die St. Gallener dazu sagen? Deshalb wird der Schluss des Büchleins (das sogenannte Schlussgedicht | Jese, wer mag!) gebildet von dem Gutachten des Hrn, Dr. Stein, nach welchem das Schlachten nicht biblisch geboten ist — deshalb werden als Gesinnungsgenossen aufgeführt Geiger, Rubens (sic!), T h e 010 g u s (sic!) und die kurzlebige ״Israelit. Reform“! Armer Geiger! Dass der gewaltige Gelehrte neben den drei Masken des Herrn Stern, dieses ebenso wissens-, wie pietätsreichen ׳jjabbiners, auch nur genannt wird, ist eine Schändung! Solche Sterne können nur in finsterer Nacht leuchten. Unwillig wird sich jeder sittlich Denkende von solch verächtlicher Nachtreterei der ״Pfefferkorn und Genossen“ ab wenden! Coblenz. D1*. Lewin. llauchinanu. Die deutsche Sprache im jüdischen Gottesdienste. Eine dringende Zeitforderung. Zürich 1880. Verlags-Magazin (J. Schabelitz). 40 S. kl. 8. Vom ״Stern“ zum ״Rauchmann“ heisst von der ״Scylla“ in die ״Charybdis“ fallen. Doch lassen wir den lächerlichen Namensschwindel — sonst müssten wir auch noch den jetzt in christlichen Sonntagsblättern spukenden, verrätherischen Dr. Molchow hier mithereinziehen —; sehen wir uns das Büchlein näher an. Joel hat danach die Klarstellung der «Cultusidee in dilettantenhafter Weise geliefert — Rauchmann-Stern versucht eine gründliche Definition! Dabei hat man sich mehr mit modernen Dichtern, als mit Bibel und Talmud beschäftigt. Daher ist’s dem Verfasser nicht übel zu nehmen, dass ihm Verse, wie I B. Mosis 12, 8 (14—12 ,24 .13,4 ,(ויקרא בשם ־׳ (Gebet Eiiesers), ibid. 26, 27. 25,21. 26, 25 und so fort bis zum 5. B. Mosis 26,5—10, 13—15 unbekannt geblieben sind, die erweisen, wie von Abraham an gebetet worden ist. Komisch und ein weiterer Beweis der Bibelunkunde ist die S. 7 (Anmerkung) gegebene Erklärung von Zacharias 3,1—5, dass dort der ״Mangel schöner Cnltusformen“ getadelt wird. Der Hohepriester stehe als Angeklagter vor Gott, ״weil er beschmutzte Kleider anhat “ Der gute Mann wird uns vielleicht verstehen, wenn wir ihm bedeuten, dass die ״beschmutzten Kleider“ dasselbe sind, wie die toga sordida bei den Römern, eben das Kleid des Angeklagten. (Freilich ist auch o’uojv äyjy nicht richtig, es heisst arjoh״ .(׳Dass aber kein einziges Stück unserer Liturgie aus der Zeit vor der Auflösung des jüd. Staates durch die Römer stammt, möchte ich gegen die bisherige Annahme mit Sicherheit behaupten.“ Warum denn nicht eine kleine Anmerkung, in der diese kühne Behauptung wenigstens plausibel gemacht wird? Werden doch sonst die Anmerkungen nicht gespaart, sei es auch nur, um Stellen aus dem Faust oder eigene gloriose Einfälle urbi et orbi zu verkünden! Der Beweis sollte Herrn R. etwas schwer werden! Zur Sache selbst wird nichts Neues gesagt. Es möge der Verf. sich die seinem Ideal annähernde Liturgie der Reformsynagoge in Berlin ansehen — er kann ja den 3jährigen Urlaub zu solchen Kunstreisen benutzen — und er wird beobachten, wie Wenige das Bedürfniss fühlen, nach seiner Facon sich erbauen zu lassen. Dann dürfte ihm vielleicht die Ahnung aufsteigen, dass des Macht des geschichtlich Gewordenen und die Pietät vor dem Bestehenden ein Faktor ist, mit dem gerechnet werden muss. Das nicht das Wort, sondern der Gesang das Gemüth packt, mit Jubel oder Schauer erfüllt, ist Herrn R. auch noch nicht recht klar geworden. Unbedeutend nach Inhalt und Form, wird das Schriftchen weder nützen, noch schaden. Dr. Lew in. Wolf, Dr. G. Das Unterrichtswesen in Oesterreich unter Kaiser Josef II. Wien 1880. Alfred Holder. Herr Dr. Wolf hat in der vorliegenden Schrift neuerdings einen interessanten Beitrag zur Geschichte der Regierungsthätigkeit des Kai ^rs Josef II. geliefert,

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