Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 9 (1880)
- Issue
- No. 34. (18.8.1880)
- Date
- 1880-08-18
- Page
- Seite 135 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 135 — W. hat diese Stelle missverstanden, ib. טמופותיהם ist nach Schönhak identisch mit tomus, Register, Urkunde, pg. 265. Mit כד דקם מנשה beginnt ein neuer Passus, was W. übersehen hat. ib. בירומייניקיא sind uicht ״Dornen“, sondern ys-poaav-xr; ״Handfesseln“, pg.?68. ותעצר heisst ״wurde abgewehrt“, nicht ״hielt an“, pg 270. דידע מקימיתה heisst ״wer Bescheid geben kann, und es nicht tliut“ 11. s. w. ib. שרב heisst ״Hitze“, nicht ״Kälte“, ib בתינוייה heisst ״bei seinem Vorträge“, nicht ״ausserhalb des Thores.“ ib שעילו וכן׳ h• mich erhöhet und die sich geopfert meinem Namen.“ pg. 275. מינים sind ״Häretiker“, nicht ״Parteien“, pg. 276. קיבוסת heisst nicht ״Sorge“, sondern nach 'יפה מרא ״Spieler, Betrüger“, pg. 279 Der Passus von den 32 Ziegenböcken ist falsch wiedergegeben Ein Ziegenbock wird an י״ה in die Wüste geschickt, 12 wurden geopfert nach der Zahl der Monate des Jahres, 8 am Hüttenfeste (jnsignificirt ״Hüttenfest“, nicht ״Fest“), 7 am Pessach, 2 am Wochenfest, 1 am Neujahrstage (W. übers. Neumond) und 1 am Versöhnungstage. pg. 282. ״ להוטין וכרsie waren gierig nach Wein, zechten stark.“ pg. 287. קלון heisst ״Wassersammlung“ nicht ״Baum“, ib. אס קופיף heisst ״Schwelle, Pfoste“, nicht ״Schilf.“ ib צר במפה heisst ״er wickelt die Speisen in ein Tuch“ (rad. צרר), nicht ״abzeichnen auf das Tischtuch“, pg. 288. פטרון ist hier abstract zu verstehen — patronatus, Schutzherrlichkeit, pg. 294. מרבל heisst ״Vorsteher“, nicht ״Kaufmann“, ib. גיזבר heiss^ gazarius, Schatzmeister. Das sind die wesentlichsten Ausstellungen, die wir bei näherem Eingehen auf die treffliche Arbeit nicht verschweigen zu dürfen glaubten. Sie beeinträchtigen den Werth dieser Leistung nur in unerheblichem Grade. Vieles hätte sich, hätte Hr. W. einen tüchtigen Talmudlehrer vorher befragt, leicht vermeiden lassen. Wir wollen schliesslich nicht verfehlen zu bemerken, dass es auch die Verlagsbuchhandlung sich hat angelegen sein lassen, das Buch recht elegant auszustatten Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. Jo&l, Dr. M. Blicke in die Religionsgeschichte zu Anfang des zweiten christlichen Jahrhunderts. Breslau und Leipzig. Schottlaender. 1880. (Schluss.) Wir schliessen uns deshalb Maimonides an, derbehauptet, dass die Gesetzespraxis (Halacha) feststehend und überkommen war und der Vers nur ein mnemotechnisches Mittel gewesen sei, um die Halacha behaltlicher zu machen. Nur fügen wir hinzu, auch das mnemotechnische Mittel wurde, weil die Thora resp. die Halacha betreffend, als heilig, gewissermassen unfehlbar angesehen. So ist auch das vom Verf. angeführte מאחיך als אחיך!״ן aufzufassen. In Betreff der Zahl 70 fiel uns auf, dass der Verf. die 70 Aeltesten, von denen schon im Pentateuch die Rede ist, ganz übergangen, und die Zahl 70 als Zusammensetzung der heiligen 7 mit der nicht minder wichtigen Zahl der 10 Sephirot nicht wenigstens andeutete. Warum es aber gerade 70 Zungen sind, glaube ich folgendermassen erklären zu dürfen. Bekanntlich ist nach talmudischer Ansicht יהכל בשביל ישראל «lernsalem soll ferner Centrum der Welt sein, jedem der 70 Aeltesten soll ein Staat unterthan sein;*) auf diese Weise ergeben sich die 70 Zungen von selbst. Die Parallele mit dem ״in Zungen reden“ im N. T. ist höchst interessant (pg. 54). Die Mittheilung über חצונים ist höchst lehrreich *) Hierfür ist der Hr. Recens. die Belegstellen aus den talm. Schriften schuldig geblieben. Uebrigens spielt das Moseslied (Deut. 32,8) schon mit den 70 Zahl der Völker יצב נבולות עמים למפפר בני ישראל (cfr.Targ. Jon. zur Stelle u. Chagiga I2b.) Rd. und charakteristisch für die damalige Zeit; ich will hier aber zu gleicher Zeit den Grund für diese Bezeichnung mittheilen. Wie Heeren in seiner ״Geschichte des Studiums der klassischen Literatur im Mittelalter“ nämlich mittheilt, waren die Bibliotheken in den Klöstern folgendermassen eingerichtet. Im eigentlichen Studir- und Lehrsaal waren nur die heilige Schrift, d.h. das alte und neue Testament und die Commentare zu denselben, ausserhalb des Studirzimmers, in einem Vorzimmer, also ausserhalb des eigentlichen Lehrhauses, die heidnischen Clagsiker. Das ist der eigentliche Grund der Bezeichnung ספרים חצונים.**) Die (p. 56) von Krochmal mitgetheilte Ansicht, dass die Soferim die zu tradirenden Halachoth bisweilen durch die Schrift angedeutet haben, die der Verf. als richtig hinstellt, bedürfte allerdings noch eines näheren Eingehens auf die Sache, was uns hier zu weit führen würde. Wir verweisen auf die kurze, aber gediegene Schrift des El. Levita (Massoreth hammassoreth) die für die Frage über die Soferim von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. p. 70 theilt der Verf. mit, das R. Akiba das Lispeln über eine Wunde als sündhaft bezeichnet, selbst wenn man den Bibelvers Exodus 15, 26 citirt. Auch dies ist sehr bezeichnend für R. Akiba, da es seinen nüchternen Sinn und das Abholdsein jeder Schwärmerei, soweit sie das körperliche Wohl betraf, bekundet Ich bin übrigens geneigt, anzunehmen, dass man den betr. Bibelvers in Verbindung mit anderen Worten brachte, wodurch eine Lästerung der Bibel implicite bewirkte, und dies ist der Grund des ausdrücklichen Verbotes der medicinischen Bücher. Medicin und Philosophie waren ja überdies im Alterthum so eng verbunden, dass sie gewiss die einzigen חצונים 'D bildeten. Sehr unwahrscheinlich erscheint mir daher die Annahme (p 70), dass es zwei Arten von ם' חיצונים gab; sollte nicht vielmehr die Annahme die richtigere sein, dass im Laufe der Zeiten das Wort חצונים einen weiteren Sinn und eine grössere Ausdehnung erhielt, so dass wir ihrer Tendenz nach grundverschiedene Bücher dennoch unter der einen Rubrik ם' חצונים wiederfinden. Wir gelangen nun zum I. Excurs über Aristobul. Es ist ein Meisterstück philologischer Akribie und Kritik. Es ist dem Verf. der Beweis vollständig gelungen, dass Aristobul ans der Reihe jüdischer Autoren zu streichen ist. Unwillkürlich aber erinnerte ich mich bei der Lecture der Worte v.o). 6 ״a/.edo; Xo־p; an die biblische Redensart כאשר יאמר משל הקדמוני, und wie der Midrasch sinnig dazu bemerkt זו התורה; Gott selbst wird ja übrigens schon bei Daniel ״ עתיק יומיןder Alte“ genannt, bei sämmtlichen altaischen Völkern führt Gott den Namen: der Alte Was die Syzygienlehre betrifft (p. 107), so bin ich fest überzeugt, dass sie vom Neupythagoräismus ganz unabhängig, vielmehr echt orientalischen Ursprungs ist, da sie sich bei allen orientalischen Völkern von der ältesten Zeit an, ehe noch Neupythagoraer existirten, ja ehe Pythagoras war, findet. Aegypter, Assyrer, Babylonier, Phoenieier, ihre ganze Reiigion, aller Cultus,*) ihr Kern und ihre Basis ist eben die Syzygienlehre. Insoweit ist auch Bauer vollständig im Rechte; wenn er aber nach *) Vgl. das obenangeführte: Das Unterrichtsweseu u. s. w. pg. 12 Anmerk. 2. Auch hier also der Beweis, dass man vom Concreten zum Abstracten überging. Das Wort □חצוני war eben Bezeichnung eines Factums. Wie mir ein Hörer des Seminars aus Russland mittheilt, sind noch jetzt daselbst in einigen Jeschiboth vor jedem Lehrsaale Vorzimmer für die minder fortgeschrittene Junger — also gewissermassen אנשים חצונים — exoterisch u. esoterisch in nuce. **) Siehe den gediegenen Aufsatz in der Revista de ciensias historicas. Coutribntion al estudio de la reiigion de los Iberos. p. 1—45. por S. Sanpere y Miquel. Abril 1880.