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Das jüdische Literaturblatt · 1880-08-11 · No. 33. (11.8.1880) · p. Seite 131

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 33. (11.8.1880)
Date
1880-08-11
Page
Seite 131 (sequence 3)
Language
German
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131 — sollte dann die göttliche Ehrfurcht mehr zugedacht werden, wenn nicht ausschliesslich dem ״Sohne Gottes“? Er zog sich weislich zurück, ß. Akiba hingegen, weleher in der hadrianischen Verfolgungszeit starb, wo der Riss zwischen der Mutter- und Tochterreligion schon unheilbar war, konnte die göttliche Ehrfurcht ohne Bedenken auch auf ״Sterbliche“ erweitern Es ist bedauerlich, dass von diesen riK-Interpretationen uns nur einzelne überkommen, und diese nicht autorisirt sind. (ibid. Chagiga und Pesachim; Berachoth 6b; Genes. Rabba cap. 1,31, 63.) Da fragt z. B. R. Ismael den R. Akiba: Du, der 22jährige Schüler des Nachum von Gimso — des bekannten Auslegers aller את — du solltest doch wissen, was das את in dem Spruche 'קניתי איש את ה zu bedeuten habe? Dieser antwortete: Ohne dasselbe hätte der Satz keinen rechten Sinn. (Br. Rabba 22) Wir wären nicht abgeneigt, diesem Passus eine Deutung zu geben. Kain war bekanntlich die erste Schöpfung auf fleischlichem Wege. Die Mutter Eva konnte unmöglieh den Gottesflueh ״gross sollen die Schwangerschaft- und Geburtsschmerzeu sein!“ begriffen haben, den wir jetzt als etwas Selbstverständliches lesen. Sie konnte nicht wissen, was während ihrer Schwangerschaft in ihrem Leibe vorging, und eher an jede Krankheit, als an eine Leibesfrucht gedacht haben Nach neunmonatlichen Leiden traten endlich Geburtswehen ein und siehe! es katn unverhofft ein kleiner Mensch zur Welt, und sie sprach : Auch ich habe ähnlich dem Schöpfer ('את ה) einen Mensehen geschaffen! — wie ihn der Talmud (Nidda 31a) durch ein Consortium, nämlich Vater, Mutter und Gott werden lässt. Es wird damit gerechtfertigt, wie es kommt, dass Moses hier zum ersten Male den Gottesnamen Jehova ihr in den Mund legt, während er sonst in der Schöpfungsgesohichte den Namen Elohim schrieb; vielleicht gerade um jene Schöpfung (ex nihilo) von dieser zu unterscheiden. Gr Kanizsa .J. L ö w y. Literaturbericht. Becensionen. Wuensche, Dr. August. Der Jerusalemische Talmud in seinen hagadischen Bestandtheilen zum ersten Male in’s Deutsche übertragen. Zürich 1880. Verlags- Magazin. Gr 8°. VIII und 297 S. (Fortsetzung st Schl.) Pg. 35. לקרבן ist ungenau wiedergegeben. Die Stelle besagt: sie gleich nahe zu bringen, ihnen gleich zu verzeihen, geht nicht an, da sie den Tempel angegriffen; sie fern zu halten, ihnen nie zu verzeihen, geht nicht an u. s w. pg. 36. אבסתקא heisst nicht ״Lob“, sondern nach Aruch obsecundatio, Willfährigkeit, nach de Lara und Kohut ot-kGzav-a. unberufen. — ib. Hier ist nicht von ״würdigen“ und ״unwürdigen“ Gästen die Rede, sondern von ״dankbaren“ und ״undankbaren“, p. 37. אפיליון ist wohl abzuleiten von axd'/j.up. ״vernichten“, pg. 39. תור heisst nicht ״Ochs“, sondern ״Turteltaube“, pg. 42. mm das ו superfluum ״und der Ewige“ wird gedeutet, was der Uebersetzer nicht beachtet, pg 47. ״eine Zeit, die weder Tag noch Nacht ist“, heisst nicht, wie W. will, ״niemals“. Gemeint ist die Zeit des Zwielichtes, der Dämmerung, pg. 51. צייקה heisst hier nicht ״Gerechtigkeit“, sondern ,,Mildthätigkeit“. pg. 52. נפקון למיגמיל ליה חסד heisst nicht, ,,so sind die Liebesbeweise ausgegangen“, sondern ״sie zogen aus, ihm die (letzte) Liebe zu erweisen“ ib. דבה heisst nicht ״Geschrei“, sondern ״Nachrede“, pg. 55 מפר ברית heisst nicht ״den Bund abschütteln“, sondern ״er bricht, unterlässt den Bund (der Beschneidung)“, pg. 58. ״ לפתGemiise, Zukost“, nicht ״Brod“. pg. 64. פטל W. übersetzt ״Gutes, Gemästetes“, liest also פטילא ׳פטל; פטם heisst ״ein Weidenkorb für Feigen.“ pg. 67. ביתה ינשיותא משועבד לנישיותה Wortspiel von נשיא und ינשא Sinn: ״das Haus des Nassi mu-s sie verheirathen“. pg• 68. ברידקיא heisst nach Aruch viridichia ״grüne Kleider“, pg. 76. ראשית בני עמון heisst nicht ״Blüthe der Kinder Ammons“, sondern ״Beginn des Besitzes der Kinder Ammons“, pg. 82 ולא משנה עשה heisst nicht ״ich habe es nicht mit bösem Vorsatz gethan“, sondern ״habe ich nicht nach Massgabe der Mischna gehandelt?“ pg. 80 דגלותיה heisst ״Zwergölbaum“, nicht ״Fuss“. ib מעפרת heisst ״Kopftuch, Turban“, nicht ״Staub“, pg. 93. רב אדם יקרא איש חסד heisst nicht ״ein Prahl er rühmt seine Güte“, sondern ״wer Menschen belehrt, den nennt man Mann der Güte“ cfr יפה מדאה z. St pg 94. ״ עירgoldene Stadt“, Schmuckgegenstand mit dem Bilde einer Stadt, pg 99 Das Wortspiel חלד, Welt, und חלדה Wiesei, ist nicht ersichtlich pg. 101. ,מדה ואינה מדד eig. ״Mass,‘ das nicht über das Mass hinausgeht“, mittelmässig, nicht viel und nicht wenig, pg. 102. אמר ליה חד: אבוי וכ' heisst ״einer sagte ihm: der Vater dieses Mannes hat es geschrieben.“ W. hat die Stelle falsch aufgefasst, pg. 107. ווהירין במצות ובמעשרות וכל ווסת טובה hat W. ungenau übersetzt, es heisst: sie beachteten die Gebote, die Pflicht des Verzehntens und jeden löblichen Brauch“, ווסת usus. pg. 108. Das Wort heisst nicht ,,onoth“, sondern pg 11. חן בל מקום בעיני יושביו heisst ״die Gunst eines jeden Ortes in den Augen seiner Bewohner“ bezieht sich auf die Israeliten, nicht auf die besiegten Bewohner, pg. 112• טלולה heisst ״thaureich“, nicht ״ein Jahr des Schattens“, pg. 113. דחייי ולא מת heisst nicht ״indem er lebt und nicht stirbt“, sondern ״stösst man ihn (rad. דחה) und er stirbt nicht?“ ib יורד אחריו heisst nicht ״kommt ein anderer“, sondern ״steigt er (der Bote) ihm nach“, pg. 115. כד שרית אזל ליה heisst ״als Du mir gestattetest (zu trinken), ging er (der Durst) weg (ohne dass ich hätte trinken müssen). W. hat die Stelle schief aufgefasst, pg. 119 ישיבה heisst nicht ״Sitzung“, sondern ״Lehrhaus“, pg. 121. לציין heisst hier ״Umzäunung“, der passus ist frei übersetzt. Von ״Reichen“ steht Nichts im Texte, pg. 130. תקיעתא heisst nicht ״Gebetbuch“, sondern ״Gebetbuch für die Tekioth“ (מלכיות ,זכרונות ,שופרות). ib. אפופפיץ nach Aruch tköoaax׳.;, vielleicht identisch mit 0ב׳יץל׳; Beschlus, Urtheil. pg. 135. בעיון בעי heisst nicht ״wenn ihr wollt, so wollt“, sondern ״wenn ihr es wünschet und betet, wird er (Gott) es wollen und erfüllen.“ pg. 140. יצף לבניך heisst nicht ״blicke auf deine Kinder“, sondern ״so kann man blicken auf deine Kinder, ib. ״ דביעתא קדמייתאdie erste Regenlage“, nicht ״das erste Viertel“. pg. 146. שייף übersetzt W. mit ״rein“, doch nach Aruch heisst es ״geblasen, windig“, von ישאף blasen, pg. 150 ״Du machst es wie Elia“ u. s. w. ist falsch übersetzt Es heisst vielmehr: ״wenn es beschlossen wäre, wie in den Tagen des Elia, hältest du da nicht Entweihung des göttlichen Namens veranlasst?“ ib. מתחטא heisst nicht ״du entsündigst dich“, sondern ״du versündigst dich“, ib הנץ החמה heisst nicht ״Sonnenuntergang“, sondern ״Sonnenaufgang“, wörtl. (Strahlen-) Blüthe der Sonne, pg. 151. לא הצעתי וישנתי שנת קבע gehört zusammen und heisst ״ich polsterte nie den Ruhesessel, um fest viele Stunden zu schlafen.“ pg. 154. מוצאי שבת heisst hier ״Sonntag“, da am Sabbath das Fasten verboten

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