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Das jüdische Literaturblatt · 1880-08-11 · No. 33. (11.8.1880) · p. Seite 132

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 33. (11.8.1880)
Date
1880-08-11
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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132 ist und mit Ausgang des Sabbath der Sonntag beginnt, pg. 156. נתקדש heisst nicht ״zuin Tode bestimmt‘* 1, son* dem eher ״geschändet, entheiligt“, ib.צום הרביעי heisst nicht ״der vierte Fasttag“, sondern ״der Fasttag des 4 resp. 5. 7. und 10. Monats“. Zu suppliren ist החדש. Es sind ja nur 5 Fasttage aufgezählt, wo bleiben d$nn die ersten drei? pg. 161. ״ צביHirsch“ nicht ״Gazelle“, pg. 165. Ueber das äusserst schwierige רעץ cf. Landau in seiner Aruch-Ausgabe s v. אבוס .לים־נאה Krippe, w liest Svo; Esel. pg. 167. מייכלתי את heisst ״würdest du mich wohl essen lassen?“ nicht ״werde ich essen“ pg. 170. ״ הטה בזה מת והschlug er den Weg des Lichtes (Feuers) ein, starb er durch Hitze, schlug er den Weg des Schnees ein, starb er durch Kälte.“ pg. 171. יום א‘ בתקופת תמול heisst ״der erste Tag in der Sonnenwende des Tammus“, nicht ״am 1. Tage des Monats Tammuz“, pg. 178. Mit לפרדיסו beginnt ein neuer Passus, ib.״ ליגעberühren“, W. denkt an יגע sich mühen und übersetzt fälschlich ״zum Arbeiten“, pg. 180. לית לשנאיהץ דישראל כלום heisst ״es entgeht den Feinden I Israel’s Nicht’s sc. keine Ehre.“ pg. 187. כיפה heisst ״Wölbung“, pg. 194 הכרת העובר heisst ״wann ist erkennbar die bevorstehende Geburt des Kindes?“ aber nicht ״seine Gesichtszüge“. pg. 196. מיאונץ ist die ״Eheverweigerung einer unmündigen Ehefrau“, nicht aber ״das Versagen der Leviratsehe“. (Schluss f.) j Jo&l, Dr. M Blicke in die Religionsgeschichte zu Anfang des zweiten christlichen Jahrhunderts. Breslau j und Leipzig. Schottlaender. 1880. ( Es ist nicht mit Unrecht von einem geistreichen Schriftsteller behauptet worden, dass so mancher, der einen guten Aufsatz abzufassen vermöge, ein gutes Buch, das mehrere solche Aufsätze in einen Zusammenhang 1 bringt, nicht hervorzubringen im Stande sei. Ist dies schon schwierig, so ist es gewiss nicht leicht, ein gutes Buch zu schreiben, worin jeder einzelne Aufsatz eine Musterleistung ist. Ein solches Buch hat Dr. M. Joöl j in dem vorliegenden seinen früheren wieder angereiht. Es ist nicht unsere Absicht, aus der Fülle der in diesem j Buche geistvoll durchdachten, anregenden Aper^u’s hier Auszüge mitzutheilen, wir verweisen vielmehr den Leser auf das Buch selbst., das über so manche wichtige Frage des Judenthums, die heute vielleicht mehr als in einer früheren Zeit von gar grossem Belange ist, Aufschluss giebt. Denn nicht gleichgültig darf es unserer Zeit erscheinen, wie weit oder wie enge der Gesichtskreis der Talmudisten jener Zeit war. Wir wollen uns nur gestatten, überden reichen Inhalt dieses Buches zu referiren und einige Marginalien, die wir beim Studium desselben gemacht, hier und da einzustreuen Gleich im 1. Cp. sucht Hr. Dr. Joßl in gewohnter, scharfsinniger Weise die bekannte Stelle Soferim 1, 8 und 9: מעשה בחמשה זקנים zu lösen, so geistreich seine Deutung — dass sich die Notiz vielleicht auf die 5 Schüler R. Jochanan’s oder auf die (ausser den 70) aus den Octaplis des Origines ersiehtliehen 5 griech Uebersetzer bezöge — aber auch ist, so muss ich doch gestehen, dass sie nicht in Einklang mit der Copie, die ich mir während meines Pariser Aufenthalts vom Tract. Soferim gemacht — und die Hr. Dr. J. Müller bei seiner Edition dieses Tractates p. 36 benützt — zu bringen ist. In der Pariser Handschrift findet sich die Stelle folgendermassen: מעשה בה זקנים woraus die Herausgeber durchgehends בחמשה זקנים machten Es ist bekannt und für den, der Handschriften selber geprüft und studirt, unzweifelhaft feststehend, dass ein über einen Buchstaben gesetzter Punkt soviel bedeutet, dass dieser Buchstabe ausgelassen werden müsse, und nur irrthümlich durch einen lapsus calarni Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahm er in Magdeburg. Druck v< sich eingeschlichen habe. Wenn nun auch 5 הזקנים nicht falsch ist, da ein Analogon hierfür sich in f בהשמים st. בשמים findet, und man diese Schreibweise | überdies dem späten Alter der Abfassungszeit des § מסכת סופדים zuschreiben könnte, so mag es doch einem l י Kenner des Hebräischen etwas anstössig gewesen und; j deshalb dieser Punkt über’s ה׳ nachträglich gesetzt } I worden sein. So verschwinden die חמשה זקנים und die I j darüber versuchten Deutungen von selbst Man erinnerte ־ j an die bekannte Thatsache der Uebersetzung unter \ t Ptolomäus, ohne es für nöthig zu erachten, die Zahl ‘ j der Uebersetzer anzuführen Dass und weshalb man 4 | aber bald Freude, bald Trauer über die Uebersetzung empfunden, ist von Dr. Joöl im 2 Capitel meisterhaft gezeigt. 1 Das 3. Capitel handelt von den Ansichten R. •j Eliesers, R. Josua ben Chananja’s und R Akiba’s über ] das Schriftwort d. h. über die Deutungsfügigkeit und, i wenn wir so sagen dürfen, über die Deutungsnothwendigkeit, über den D e u t u n gs z w an g Auch hier folgten ’ wir dem Vf., obgleich derartige Objecte der Philologie ]; und Etymologie gewöhnlich etwas trockener Natur sind,! j mit gespanntem Interesse. Wenn der Autor aber meint, \ i dass die Uebersetzung ins Griechische, die Pleonasmen j j sowohl als auch andere literarische Eigenthümlichkeiten, j die hier itn Griechischen ganz besonders zu Tage treten, | 1 zu verschiedenen Deutungen Veranlassung gaben, so |; können wir dem nicht beipflichten und zwar aus fol- | : genden Gründen. Deutungen aus der scriptio plena f I oder defectiva, aus der Wiederholung eines und des* I selben Ausdruckes waren schon vor Philo im Gange, und müssen wir gerade Philo als den Mann bezeichnen, bei dem die Deutungssuclit so vorherrschte, dass er eben,Alles deuten wollte, ja sogar so weit ging, dass er das Griechische der LXX als recipirten Text einer Deutung unterzog. Die Ansicht der alten Völker über 1 das Verhältnis der Sprachen zu einander, und ganz besonders der hebräischen zu den anderen Sprachen ן musste bei einer solchen Frage ganz besonders in Be-! tracht gezogen werden. Alle alten Völker dachten sich;[ das Hebräische nicht nur als die älteste, sondern auch \ \:i als die Mutter der übrigen Sprachen Wenn nun im |;j Griechischen ein Wort vorkam, welches dem hebräij;; sehen ähnlich oder gar gleichlautend war, so konnte, ן ja musste — dieser unserer Anschauung zu Folge— ij( dasselbe mit Fug und Recht als Eigenthum Iv des Judenthums betrachten,!u Die vom Hrn. Verf. pg. 46 ff. angeführte Stelle jj? כן ירבה וכן יפרוץ, wonach der griech. Text Aquila’s if, T03VVT10, rXsiou; ^vr;;ov:׳z 1 zur Deutung in Exodus rab. I die Veranlassung gewesen sei, will uns gerade aus d e mGrundo nicht einleuchten, den der Verf. (in der Note p. 47) für sich aus der Mechiltha beibringt aus der bekannten Stelle, welche aus der Futurform אז ישיר die Unsterblichkeitslehre in Israel deutet. Das Wesen des Derasch oder der Asuiachtha ist bis jetzt immer noch nicht in’s rechte Licht gesetzt und die ihm innewohnende Wichi tigkeit nicht nur für die Wissenschaft des Judenthums, sondern für die ganze literarische Thätigkeit des Alterthums und Mittelalters klar dargelegt worden.*) Der Infinitiv, verbunden mit einem Verbum finitum ist alleri dings jüdische Eigenthümlichkeit, die sich nur noch im Spanischen und Porsugiesischen wiederündet, und auch hier jüdischem Einflüsse zuzuschreiben sein dürfte wie ich dies in Böhmer’s ״Romanische Studien 1878“ nachgewiesen habe. (Schluss folgt.) *) Ich habe darüber in dem Artikel ״Das Unterrichts wese n zur Zeit Karls des Grossen.“ I. Heft. Breslau 1890. pg. 8—25 Näheres geschrieben. .._ 1 H. Horbach 5n Barly. VerlagTon Robert Friese in Leipzig.

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