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Das jüdische Literaturblatt · 1880-04-07 · No. 14 u. 15. (7.4.1880) · p. Seite 56

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 14 u. 15. (7.4.1880)
Date
1880-04-07
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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— 56 — stand, da ja der legitime Vocal des Futurum Nifal ist. Desgleichen mögen hierher gehören die Nifalformen tizzatna Jer. 49,2 und jizzattu Jes. 33,12; Jer. 51, 58, wovon der Singular jizzat gelautet haben wird: in Pausa konnte der Plural hiervon nicht jizzetu lauten (mit Schwa unter dem Zade), aber auch nicht jizzätu, weil, wie gesagt, das Futurum Nifal das Kamez dort nicht duldet, und so war das Einfachste, ihn jizzattu auszusprechen. Doch wahrscheinlicher ist mir, dass in allen jenen weiblichen Pluralen das Patach vielmehr deshalb nicht durch Kamez ersetzt wurde, weil man überhaupt das Kamez nicht vor der Endung na zulassen wollte, denn wir finden auch im Kal tikschabna Jes. 32, 3; tifraehnaib. 66,14; techeraschna Micha 7,16; tisbana Spr. 27, 20. 2) In den Hifilformen hecherainna und heeheramti 1. Sam. 15,15. 20 ist das Patach an die Stelle des Chirek getreten und konnte darum ebenfalls nicht in Pausa zu Kamez werden; ebenso ist in hizalnu ib. 30,22; hizalta Ez. 3,19. 21; 33, 9; hisohbatti Jes. 16,10; 21, 2; hiscanta Ps. 139,3; higadti Ne. 2,16 das Patach in Pausa geblieben; desgl. in wejochach 1. Chron. 12,17 und in wajazlach ib. 29,23, ein Kamez in der letzten Silbe würde dem Charakter des Futuri Hifil ganz widersprechen. 3) Patach behielten auch in Pausa die einsilbigen Nomina, deren letztem Consonanten eine Verdoppelung inhärirt, also mas Rieht. 1,28 und sehr oft, at (mit Tet) 1. Kön. 21,27 und leat Jes. 8, 6; kasch ib. 33,11; ad (Ewigkeit) ib, 45,17; Ps. 92,8; gat Jes. 63, 2; bas Jer. 2,14 und oft; saf ib. 35, 4; 52,24. Direkt gehörte ad hierzu, denn es ist wohl nicht mehr zweifelhaft, dass es mit iddim Jes. 64, 5 und dem chaldäischen iddan zusammenhängt; aber ad (Beute) hat Zef. 3,8 und schal 2. Sam. 6, 7 ebenfalls in Pausa das Patach behalten, obwohl sie wahrscheinlichst vonadah und schalah herstammen; vermuthlich liess sich hierbei der Punctator blos von ihrem Klange leiten, wogegen das Patach von hadas Jes. 55,13 viel gerechtfertigter ist. 4) Ebenso ist sehr erklärlich, dass Namen auch in Pausa ihr Patach gelassen wurde, also Gat 1. Sam. 27,2 und 4, sowie Moreschet Gat, Micha 1, 14; Kirjat Arba Rieht 1,10; Zelzach 1. Sam. 10,2; Tobal Jes. 7,6; Nebuchadrezar Jer. 52, 28; Chatat 1. Chron. 4,13; Kenas ib. V. 15. 5) In hefar am Vers-Ende von 1. Mos. 17,14 und 4. Mos. 15,31 kann man das Patach nicht aus dem nachfolgenden Resch erklären, denn im Context lautet dieses Wort hefer Jes. 33, 8 und noch oft, sondern wegen jenes hefar und ebenso wegen wajaggasch Rieht. 6, 19 in Pausa neben dem ziemlich häufigen wajaggesch im Context muss anerkannt werden, dass man in Pausa die letzte Silbe, wenn sie den Ton hatte, lieber mit Patach als mit Zere ausgesprochen hat; und hieraus erklären sich viele andere Patach in Pansa, wajigamal 1. Mos. 21,8; wajinafasch 2. Mos. 31, 17; wajeanasch 2. Sam. 12,15; hetas Jes. 18,5; haschab ib. 42,22; ha bar Jer. 4,11; jechitan Hab2,17 ־; teachav Ps. 40,18, (das Patach in amilamib. 118,10 ist unsicher, vgl. Ibn-Esra) und recht instructiv ist noch kamal Jes. 33, 9, denn aus ib. 19,6 ist ersichtlich, dass es aus kamdl entstanden ist. Auch gehört hierher heanach Ez. 21, 11, denn nicht etwa wegen des Chet hätte Patach stehen müssen, das zeigt jifrach mit Kamez 4. Mos. 17, 20. Es scheint, dass man eine Euphonie darin erblickte, den Vers mit Patacli austönen za lassen. Noch weiter ging man hierin mit jeamar, nämlich wo dieses Wort eng mit dein folgenden verbunden ist, lautet es durchweg jeamdr, dagegen schon beim Sakef jeamar 1. Mos. 10,9; 4. Mos. 21,14; los. 2, 2 (auch Ps. 87, 5 beim Rebia), und dieses wurde so starr festgehalten, dass es Jos. 2, 2 gar nicht recht zum Contexte passt. 6) Ez. 19, 4 erhielt nitpas wohl Patach, damit es nicht als Particip anfgefasst werde, was dort nicht passen würde; und in talan Rieht. 19, 20, wajdlach Ps. 34,1, wajerad 2. Sam. 22,10 ist das Patach gerade der Pause wegen für Segol (das ״kleine Patach“) gewählt, ohne allen Zusammenhang damit, dass auch ohne Pause tdrad Klagel. 3, 48; wetdrad Jer. 13,17 vorkommt, möglicherweise wegen des folgenden Ajin. Das Wort genabatam 1. Mos. 31,32 gehört nicht in die betrachtete Sphäre, denn da ist einfach das Suffixum verkürzt, weil diese Form den Ton auf der vorletzten Silbe hat, vgl. Ruth 4,15. Aber für folgende Patach in Pausa habe ich keinen Grund entdecken können: in wajibasch 2. Mos. 16, 20; ahebathu 1. Sam. 18, 28 (denn dass diese Form Kamez verträgt, zeigt achaläthu 1. Mos. 37,33); techerasch Ps. 109,1; nizalnu Jer. 7,10; achalti Neh. 5,14; hoschbarti Jer. 8, 21 (denn dass hier das Patach nicht von dem Resch, nicht von der ersten Person Präteriti, nicht von dem Hofal gefordert war, zeigen nigsärti Klagel. 3,54 und wetufär Jes. 8,10), endlich lakachat 1. Kön. 17,11 (denn weder diese Infinitivform noch das Chet haben dem Kamez widerstrebt, das ist aus laschäbet 4. Mos. 35,2; däat Jos. 20,3 und sehr oft, sowie aus luccächta 1. Mos. 3, 19 zu ersehen). Vielleicht finden Andere den Grund oder die Gründe dafür, und möglich wäre ja auch, dass die beanstandeten Patach sämmtlich oder theilweise auf später eingeschlichenen Corruptionen beruhen. Aber ohnehin waren von allen in dieser Studie aufgezählten 91 Patach nur 10 zu beanstanden, die übrigen 81 sind vollauf berechtigt, zum Theil sogar aus feinem Takt hervorgegangen, und bei solchem Zahlenverhältniss zolle ich jenen alten Männern auch hierfür vollste Anerkennung. Literaturbericht. Rcceusionen. Bloch, Dr. Heinrich. Die Quellen des Flavius Josephus in seiner Archäologie. Leipzig, B. E. Teubner. 1880. 8°. Eine der unerschöpflichsten Fundgruben für gar mannigfache Wissenschaften bilden die Schriften des Josephus Flavias; es theilt sich eben eine ganze Reihe von Forschungsgebieten in das Interesse für seine Werke. Was man auch von dem Charakter dieses Mannes als Mensch und Schriftsteller denken möge, er hat dadurch allein schon begründeten Anspruch auf die Verehrung der Nachwelt, dass für breite Strecken in der Geschichte des merkwürdigsten Völkchens im Alterthum seine Bücher die alleinige Quellen unseres Wissens ausmachen Der Beschäftigung mit seinen Werken entspringen denn auch in den verschiedensten Ländern fast alljährlich Aufsätze und umfangreichere Untersuchungen, die nachgerade zu einer besonderen Literatur angeschwollen sind. Nach so mannigfachen Richtungen aber auch die Forschung auf diesem Felde sich bewegt hat, so ist doch nirgends noch das eigentliche Ziel erreicht worden. Wir entbehren zur Stunde noch einer streng wissenschaftlichen Ausgabe, wie sie die übrigen Historiker des Alterthums wiederholentlieh erlebt haben, eine auf alle Schriften desJosephus sich ausdehnende Uebersetzung, die allen Anforderungen der Kritik zu entsprechen vermöchte, gehört zu den frommen Wünschen, und ebensowenig ist das Urtheil über den vielverdienten Mann bisher als ein geklärtes, wissenchaftlich abgeschlossenes zu betrachten. Dieses Gesammturtheil steht mit einer Frage im Zusammenhang, über die trotz aller zahlreichen Arbeiten bisher noch nichts Feststehendes ermittelt war, mit der Frage nach den Quellen des Josephus. Wie

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