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Das jüdische Literaturblatt · 1880-03-17 · No. 12. (17.3.1880) · p. Seite 47

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 12. (17.3.1880)
Date
1880-03-17
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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— 47 — scheibe“; er erklärt es, wenn auch gewaltsam, doch nicht ohne Geschick für seinen Zweck, mit נרתק ואם לחץ ״Behältniss und (gleichsam) Gebärmutter für die Pfeile.“ Den grossen und gelehrten Yerf. des פלתי hat ^er der rein äusserliche Klang düpirt und darauf basirt er eine erschwerende halachische Entscheidung.*) So gewaltsam und willkürlich dieser etymologische Versuch auch ist, so sehr berechtigt hier auch der talmud. Ausruf ist 5 לפום חורפא שבשתא s0 wenig verläugnet sich in seinem grotesken Irrthum das wissenschaftliche Streben des gelehrten und logisch denkenden Mannes. Er fühlt genau die Schwierigkeit seiner mehr als kühnen Wortbildung und Wortableitung und sucht jedenfalls auf wissenschaftliche Methode seine Resultate zu eruiren. Die unten citirte Stelle ist jedenfalls sehr lehrreich. Sie zeigt uns, wie ein geistreicher und scharfsinniger Mann bei einseitigen Kenntnissen irrt, ja in gewissen Fällen mit logischer Nothwendigkeit irren muss. Sohrau O.-Schl. Dr. Immanuel Deutsch. Literaturbericht. Receusionen. ערוך השלם von Dr. Kohut. Abtheil. II. Heft 3. Auch dieses neue Heft dieses grossartigen Werkes, welches vom Worte בקע bis zum Worte גד״גוד reicht, zeugt von der ausserordentlichen Belesenheit des Herausgebers in den talmudischen und r^bbinischen Schriften, sowie auf dem klassischen und orientalischen Sprachgebiete. Zum Beweise dessen führe ich aus diesem Hefte nur 2 Artikel an. 1. בת־קול, was im Talmud gar oft vorkommt, erklärt der Verfasser in dreifacher Stufenfolge, nätnlieh: a) als Wiederhall (Echo) der menschlichen Stimme, wodurch man eine Antwort auf gestellte Fragen zu vernehmen glaubte; b) dann als V 01 k ss ti m m e, ähnlich dem lateinischen Sprichwörter Vox populi vox dei oder, wie sich der Talmud ausdrückt: היינו דאמרי אינשי; c) endlich als eine Unterart einer inneren gleichsam prophetischen Stimmung, die jedoch von geringerem Grade als die göttliche Begeisterung (רוה הקדש) biblischer Schriftsteller sei. 2. Ebenso wird der Thiername ברדלים in dreifach er Weise erläutert und dieses Wort zunächst vom persischen Bärdal, verwandt mit dem arabischen Abard — sowie es auch im Syrischen ברדא, ähnlich dem hebräischen ברודים (I. M. 31, 10 u Lech. 6, 3.) lautet — abgeleitet Demzufolge bedeute dieses Wort ein auf seinem Felle verschiedenfarbig geflecktes oder gesprengeltes oder gestreiftes Raubthier, darum a) Iltis,**) b) Leopard und c) Panther. *) Diese monströse etymologische Ableitung bietet jedenfalls den Kennern der hebräischen Grammatik ein berechtigtes philologisclies Interesse. Wir geben daher diese merkwürdige Stelle nach ihrem Wortlaute in extenso wieder. Eibeschütz sagt wörtlich: לכך אמרו אם ואמרו טרפחת כי אם כנוי לבהמה וטרפחת לעוף וקצרו בלשונם כסדר וצריך להיות מטרפהת ומטר בכל לשון, יון, רומי אף כי בלשון עברי א ם כחץ למטר״ה היינו נרתר! ואם להצים ופחי לשון אפרחים קטנים התלוים באשכול כדאמריגן ביעי דפחי ע״ש ברש״י וערוך ווהו מטרפחת אם לאפרוחים וקצרו בלשון והשמיטו מ׳ מן מטרפחת וצ״ל מטרפחת וכנוי לאם ביצים ולע״ד זהו הי׳ קבלה בר״ח♦ **) Doch scheint mir in Nr. 1 nicht der Iltis gemeint zu sein, da dessen Fell weder gefleckt, noch gesprenkelt noch gestreift, und dasselbe als kleines Thier nicht wohl dem Leopard und dem Panther anzureilien ist. Wahrscheinlich ist darunter das in Asien und Afrika vorkommende Raubthier Guepard (felis jubata) zu verstehen, dessen Fell erbsengelb ist und braune Flecken hat und das man dort sogar zur Jagd abrichtet; sowie man unter dem Wurzelw'0*« Parder fellgefleckte Raubthiere begreift. Aus den bisherigen Recensionen resultirfc, dass die Kohut’sche Aruch-Ausgabe nicht nur für den angehenden, sondern auch für den gelehrten Talmudbeflissenen von grossem Interesse sei. Es ist darum zu erwarten, dass die vielen Commilitonen des Herausgebers — derselbe ist bekanntlich aus dem Breslauer Rabbinerseminar hervorgegangen — durch ihren Einfluss auf die vermögenden Glaubensgenossen in ihren Gemeinden die Verbreitung dieses talmudischen Lexicons fürdern werden, damit der so grosse Opfer an Zeit und Vermögen bringende Herausgeber in den Stand gesetzt werde, sein Werk zu vollenden. Dr. Hoc 11 Städter. Weill, Carl. רגל הילדים. Theoretisch-praktisches Uebungsbuch zur Erlernung der hebr. Sprache. Leipzig, Baumgärtners Buchhandlung. Jedes Hilfsmittel, welches der in der Unterrichtszeit so sehr beschränkten Religionsschule in rationeller Weise die Wege zeigt, wie Schülern die Kenntniss und das Verständniss des Hebräischen auf leichtfassliche Art beigebracht werden kann, muss dankbar entgegengenommen werden. Schon aus diesem Grunde hat sich der Verf. obigen Buches den Dank der jüd. Religionslehrerweit erworben. Der neue Weg, den er dem Schüler in diesem Buche erschliesst, ist der, dass er nicht mit theoretischen Regeln, sondern durch practische Uebungen das Kind in das Wesen der hebr. Sprache einführt, und diese Uebungen selbst einzig und allein dem ersten Buch Moses entnimmt, so dass der Schüler, wenn er das Lehrbuch durchgenommen, mit allen Vocabeln, Formen und Redewendungen des 1. Buches Mos. vertraut und durch das beigefügte Vocabularium in den Stand gesetzt ist, den ersten Theil des Fünfbuchs mit ziemlicher Leichtigkeit zu übersetzen. Wir können im Ganzen und Grossen die Richtigkeit und Nützlichkeit dieser Methode anerkennen, haben aber nur das eine Bedenken: dass nach derselben der Schüler erst nach Durchnahme aller Uebungen mit Nutzen an die Ueber- Setzung der Genesis gehen könnte. Darum wäre es vielleicht gut gewesen, wenn der Verf in den ersten Uebungen mehr oder ausschliesslich nur die ersten Kapitel der Gen. berücksichtigt hätte. An der Ausführung haben wir nur wenig auszusetzen gefunden. So z. B. zur Ueb. 2, dass er die Beispiele von D ual endung mit den Mehrzahlendungen durcheinanderwirft; wir hätten sie lieber besonders zusammengestellt gesehen. In Uebung 6 dürfte zwischen אני אנכי das Wörtchen ,,oder“ nicht fehlen, ebenso im Plural. Auch vermissen wir bei der Pluralbildung der Hauptwörter die Aufführung der wenigen Anomala (männliche Hauptwörter mit weiblicher Pluralbildung et vice versa). Im Vocabularium ist die Punctation von ״ אשרGlück“ zu berichtigen, sowie S. 22 der Druckfehler עשר; die Uebersetzung von ״ חמשbefünften“ (besteuern) gefällt uns nicht, warum nicht lieber ״den fünften Theil abgeben lassen“; mit der Uebers. von ״ מעדניםLieblichkeiten“ kann der Schüler den Sinn von Genes. 49, 20 schwerlich finden. — Wir haben diese scheinbar geringfügigen Ausstellungen hervorgehoben, weil in einem Schulbuch nichts als geringfügig betrachtet werden darf, und weil wir ausser diesen wenigen Punkten an dem recht empfehlenswerthen Buche nichts weiter auszustellen gefunden haben. M. R. Frankl, Ludwig August. Gesammelte poetische Werke. Drei Bände. Wien, Pest, Leipzig, A. Hartlebens Verlag. 1880. Preis geheftet 9 Mark. Wenn man von den Malern des jüdischen Volks- und Familienlebens redet, so denkt man in erster Linie an Professor Oppenheim und Eduard Bendemann, spricht

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