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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-07-01 · N° 27 (1.7.1880) · p. Seite 232

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 27 (1.7.1880)
Date
1880-07-01
Page
Seite 232 (sequence 2)
Language
German
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232 — erbalten, welche der Hauptverein nicht besitze. Außerdem wurde die Formulirung einiger anderer statutarischer Bestimmungen als erforderlich bezeichnet. Der Vorstand wandte sich abermals an seinen bewährten Rathgeber Herrn Di-. Honigmann und bat ihn um seine gutachtliche Aeußernng. Am 22. Dezember bereits wohnte derselbe einer Sitzung der Breslauer Vorstandsmitglieder bei und gab den Rath, den Intentionen der Königl. Regierung nachzugeben und das Statut der Kasse dementsprechend umzuarbeiten. Der Vorstand acceptirte in seiner Sitzung vom 28 Dezember 1879 die Vorschläge des Herrn Di-. Honigmann, und beschloß, durch ein Rundschreiben die Mitglieder zur Meinungsäußerung unter Hinweisung auf § 39 des Statuts der Unterstützungs-Kasse aufznfordern. Von 40 Anworten äußerten sich 35 zustimmend, 5 ablehnend. So wurde denn mit überwiegender Majorität beschlossen, daß die Unterstützungs-Kaste völlig vom Lehrer-Verein abzutrennen sei. Die Zugehörigkeit zum Lehrer Verein ist hinfort nicht mehr Voraussetzung für den Eintritt in die Unterstützungs- Kaste. In dem neuen der Königl. Regierung zur Genehmigung vorgelegten Entwurf ist noch die Stellung der Ehrenmitglieder klarer geordnet. Dieselben haben Sitz und Stimme in den General-Versammlungen, actives Wahlrecht und sind zum Amte eines Schatzmeisters und Revisors wählbar. Der Vorstand hat 6 Sitzungen gehalten, darunter eine als gemeinsame Sitzung, zu welcher auch die auswärtigen Mitglieder in Breslau erschienen waren. Bis heute ist die endgültige Genehmigung der Königl Negierung noch nicht eingetroffen. Der Vorstand durste hoffen, daß sie vor der General-Versammlung in seinen Händen sein 'würde und hat darum als Punkt 3 die Neuwahl des Vorstandes auf die Tagesordnung gesetzt. Da nunmehr die Bestätigung noch aussteht, muß nach § 41 des Statuts der jetzige Vorstand in Function bleiben. 2. B e r i ch t e r st a t t u n g der K a s s e n - V e r w a l tm n g. Der Schatzmeister F. Pringsheim-Breslau. der zu seinem lebhaften Bedauern verhindert war, der Versammlung beizuwohnen, hat für das halbe Jahr, seitdem die Kasse in Thätigkeit ist, einen Rechnungsauszug überreicht. Von einer Revisson der Kasse, meint der Vorstand, müsse für diesmal von der General-Versammlung abgesehen werden, weil ein Jahresabschluß, wie er nach den Statuten den Revisoren vorgelegt werden muß, nicht vorhanden ist. Die Gesammlsumme der bisher eingegangenen Beiträge zum Fonds, sowie die Jahresbeiträge der ordentlichen und der Ehrenmitglieder beträgt augenblicklich 7964,3 Mark. Die Namen der Beitragenden und die einzelnen Beiträge werden in beu Fachblättern veröffentlicht werden. Soll. Kämpf-Görlitz beantragt, denjenigen Herren, die sich um die Förderung der Unterstützungs Kasse durch ihre Beiträge oder durch ihre Tbätigkeit wohlverdient gemacht haben, den Dank der General Versammlung auszusprechen. Wird augenomnien. Ebenso gelangte der Antrag des Rabd. Di-. B äk-Lrssa (Posen), den jetzigen Vorstand der Kaste bis zur nächsten ordentlichen General-Versammlung in Funcuon zu belasten, zur einstimmigen Annahme. Rabbiner Wassertrilling Bojanowo beantragt: „Die General-Versammlung wolle beschließen, der Unterstützungs-Kaste einen hebräischen Namen zu geben". Auf den Antrag von Kämpf- Görlitz wird die Beschlußfassung hierüber bis zur nächsten General-Versammlung ausgesetzt, da die Bestimmung des § 40 des Statuts der Unterstützungs-Kaste nicht erfüllt seien. Zu Rechnungs-Revisoren schlägt Dr. Badt-Breslau für das Jahr 1880 vor: Justizrath Freund-Breslau, Lehrer Held-Breslau, Commiff.-Rath Moll-Lista (Posen). Es erhalten: Freund und Held je 13, Moll 12, Saul-Kosten 1 Stimme. Die 3 ersten sind somit gewählt. Auf Antrag des Dr. Cohn-Öels wird als Versammlungsort für die nächste General-Versammlung einstimmig Breslau acceptirt. Die General-Versammlung soll wieder in den Pfingst-Ferien stattfinden. Auf Antrag des Dr. B ä k-Lissa votirt die General-Versammlung dem Vorstand ihren Dank, l Schluß der Sitzung 11*/* Uhr. 3. Die General-Versammlung des Lehrer-Vereins fand in unmittelbaren Anschluß an die der Unterstützungs-Kasse destelben Vereins statt. Dr B ra n n Breslau erstatttet über die Tbätigkeit des Vereins Bericht. Am 2 Juni 1879 hatte der Verein 102 Mitglieder; es traten 11 hinzu, 10 aus, sodaß der augenblickliche Mitgliedsbestand 103 beträgt. Die Kasse, welche am 2. Juni 1879 mit einem Deficit von 77 Mark abschloß, besitzt gegenwärtig einen Bestand von 61,16 Mark, obwohl die Vorarbeiten für die Gründung der Unleiftützungs Kaste aus dem Fonds des Lehrer-Vereins zum größten Theil bestritten worden sind. Nach den Beschlüßen der gemeinsamen Vorstands-Sitzung vom 28. December 1879, welche den Mitgliedern durch Rundschreiben mitgetheilt und von denselben mit überwiegender Majorität acceptirt worden sind, hört die organische Verbindung des Vereins mit der Unterstützungs-Kaste auf. Den ersten Theil seines ActionsProgramms, dahin zielend, die materielle Lage der jüdischen Lehrer beider Nachbar-Provinzen zu verbessern, hat der Verein glücklich realistrt. Der Vorstand spricht die zuversichtliche Hoffnung aus, daß die gemeinsamen ideellen Jnteresten, die der Verein nunmehr als seine alleinige Tendenz betrachtet, ein treffliches Bindemittel für dessen weitere gedeihliche Entwickelung sein und bleiben werde. Nachdem die Versammlung vom Revisions - Protokoll Kenntniß genommen, wird dem Schriftführer einstimmig Decharge ertheilt. Man schreitet zur Wahl des Vorstandes. Es erhielten: Bad 1-Breslau, B r a n n-Breslau, Herb st-Lista (Posen), S amuelfohn-Breslau je 18, CohnOels, Blumenfeld- Schweidnitz je 17, Wassertrilling Bojanowo nnd Saul- Kosten ^e 9 Stimmen Es ist eine engere Wahl zwischen Saul und Wastertrilling nothwendia: bei derselben erhält Saul 8, Wastertrilling 9, sodaß der Letztere gewählt ist. Alle nehmen dankend die Wahl an. Darauf hielt Coll. Dr. C oh n-Oels seinen Vortrag „über die Entwickelung des jüdischen Erzlehungswesens in Deutschland seil Moses Mendelssohn."*) Der Vorsitzende sagt Namens der General-Versammlung denr Vortragenden herzlichen Dank für seine trefflichen Auseinandersetzungen, und aus Antrag des Dr. Rippner-Glogau erhebt sich die Versammlung zu Ehren desselben. Schindler-Bernstavt, welcher ein Referat „über die Stellung der Lehrer in kleinen Genieinden und die Mittel zur Abhilfe mancher Mängel" zugesagl hatte, ist durch eine in letzter Stunde eingelrene unaufschiebbare amtliche Function in seiner Gemeinde verhindert, an der General-Versammlung theilzunehmen; deshalb mußie sein Referat für dieses Mat ausfallen. Es folgt der letzte Punkt der Tagesordnung sowie Besprechungen. — Blumensel d-Schweidiutz beantragt, daß außer den alljährlichen General-Versammlung auch in kleinen Bezirken öfters Eonserenzen stattfinden. Dr. Bra nn-Breslau begrüßt den Antrag mit Freuden und macht daraus aufmerksam, baß bereits Coll Ascher- Krotoschin dem Vorstände einen gleichen Vorschlag gemacht habe. Redner meint, daß der Gedanke für die Entwickelung des Vereins sehr fruchtbar sein werde. Die Anregung zur Wahl eines Themas für derartige Conferenzen sei durch die Korrespondenz des Lehrers G o l d st e i n- Gieiimtz mit dem Vorstande gegeben. Der Erstere habe >ich an den Vorstand mit der Bille gewandt, sich für seine Methode beim hebr. Unterricht, die in seinen Schulbüchern „erstes Buch Moses für die Jugend bearbeitet, Ty. I und II" niedergelegt sei, auszusprechen. Redner ist der Meinung, daß die Generat- Versammlung sich aus mannigfachen Gründen auf eine derartige Empfehlung nicht einlasten könne, den event. zu Stande kommenden Conferenzen aber die Anweisung geben möge, sich über die beste Methode des hebr. Unterrichts zu äußern. A scher- Krotoschin: Ein Zwang solle nicht aus die Local-Eonserenzen *) Wir werden den interessanten Vortrag demnächst im „Literaturblatt" veröffentlichen und unterlassen aus diesem Grunde hier die W'.edergabe des uns frrundlichst übersandten Auszuges. (Red.)

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