Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 8 (1877)
- Issue
- N° 50. (12.12.1877)
- Date
- 1877-12-12
- Page
- Seite 394 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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iürr ■tföBS/'ÄWBiiwWi. Palästina. Jerusalem. (Statistischer Bericht aus dem freiherrlich Rothschildschen Hospitale und den damit verbundenen WohlthätigkeitsanItalien in Jerusalem für das Jahr 563 7.) I. Hospital. In dem Maße, als die absolute Rothwendigkeit die Erbauung von Häusern außerhalb der Stadt erzwingt, und demgemäß die bis vor Kurzem in elenden Löchern zusammengepfercht gewesenen Armen mehr Luft und Licht bekommen, nehmen die Krankheiten in der Stadt selbst zusehends ab. Und so kommt es, daß in dem abgelaufenen Jahre, trotz der Theuerung und dem Wassermangel, die hygieinischeu Verhältnisse Jerusalems eine entschiedene Wendung zum Besseren nahmen. Ich meinerseits bin fest überzeugt, daß die Beschaffung von gutem, gesunden Trinkwasser in Jerusalem diese Stadt zu einer der gesündesten im Oriente umgestalten würde. Und dies wäre gar nicht einmal so schwierig zu bewerkstelligen, denn bekanntlich existirt hier eine uralte Wasserleitung, welche aus den sogenannten „Teichen Salomon's" (3*/, Stunden von der Staot entfernt) Wasser bis nach Bethlehem führt. Es handelte sich also nur darum, die 1'/, Stunden lange Strecke Bethlehem-Jerusalem wieder in den Stand zu setzen. Unwillkürlich drängt sich mir da die Frage auf: könnte nicht der „M ontefioretestimonial found“bajU verwendet und so dem Großmeister der'Philantropie ein großartiges und zugleich bleibendes Denkmal gesetzt werden? Im I. 5636 wurden aufgenom.: 201 Männer und 179 Frauen vom 1.5635 waren verblieben 6 „ „ 4 Summa 207 „ „ 174 „ Es betrug demnach die Anzahl sämmtlicher im Hospitale imentgeltlich verpflegten und behandelten Kranken 381, und zwar 207 Männer und 174 Frauen. Bon diesen wurden während des Jahres entlassen: geheilt.295 gebessert.53 nicht geheilt.8 gestorben sind .16 und m weiterer Behandlung verblieben 9 Summa 381 Der Beschäftigung nach waren: Dem Alter nach war en: unter 10 Jahren 10 zwischen 10- -20 99 98 99 20- -30 99 51 99 30- -40 43 99 40- -50 99 38 99 50- -60 99 46 99 60- -70 9t 70 99 70- -80 99 23 99 80- -90 99 1 über 90 Jahre 1 Summa 381 Geschäftsleute Comiffionäre Schneider . Schuster Bäcker . . Blechner . Töpfer Schuhflicker Gerber Diener Lehrer Dem Geburtslande nach waren: Matratzenmacher 2 aus Rußland . . . 109 Schreiner . : . . 7 99 Türkei .... 105 Trägler .... 3 99 Palästina . . . 98 Goldschmiede . . . 2 99 Moldau-Walachei . 14 Maurer .... 3 H Galizien . . , 11 Musiker .... 1 99 Rufs. Polen . . 10 Färber .... 1 ,/ Marokko . . . 14 Schiffer (aus Jaffa) 2 99 Egypten . . . 1 Buchdrucker . . . 1 99 Algier .... 3 Gärtner .... 2 99 Georgien . . . 1 Flcischhacker . . . 1 99 Dagestan . . . 1 Barbiere .... 1 99 Serbien .... 3 Weber. 1 99 Griechenland . . 1 Gelbgießer . . . 1 H Oesterreich . . . 7 Glaser. 1 99 Ungarn .... 1 Müller .... 1 99 Frankreich . . . 1 Zuckerbäcker . . . 5 99 Deutschland . . 1 ohne Beschäftigung . 298 Summa 381 Summa 381 Die Anzahl der theils in öffentlicher Am bulance, theils in ihren Wohnungen behandelten und mit Medicamenten gratis versehenen Kranken betrug 15,474, und zwar: 6180 Mänrier und 9,294 Frauen. Der Religion nach waren: Juden.12,535 Christen .... 1,450 Mohamedaner . . 1,439 in Summa 15,474*) II. Mädchenschule „Eveline Rothschild". Die von Frau Baronin Lyonel v. Rothschild soutenirte Anstalt wurde im vergangenen Jahre um eine Klasse erweitert, so daß sie 3 Klaffen mit einem Lehrkörper von 6 Personen - 2 Lehrer und 4 Lehrerinnen — zählte. Unterrichtsgegeustände bildeten neben den verschiedensten Handarbeiten: hebräisch Lesen und Schreiben (Raschi- und spanisch-hebrärsche Current-Schrist), französisch Lesen und Schreiben, biblische Geschichte, Rechnen und etwas Geographie und Naturgeschichte. Die Vortragssprache ist noch immer die spanische (Dialect), doch in der höchsten Klasse schon theilweise französisch. Sämmtliche zum Unterrichte nöthigen Objecte werden den Kindern von der Anstalt gratis beigestellt. Im vergangenen Jahre war die Anstalt von 193 Elevinnen, im Alter von 6—11 Jahren, besucht. Dem Ritus nach waren: 154 Sepharoiin, 37 Äschkeuasim und 2 Karaiten. Dem Vaterlands nach waren: 3 1 8 10 7 5 1 3 3 4 3 aus Jerusalem . . . 131 aus Rumänien . 99 Jaffa .... 3 99 Griechenland : I L i v l . . . 17 99 Georgien . ntilsj. >Iid . . . 4 „ Marokko . „ tiil.i.’U . . . 2 „ Egypten . „ To.eu .... 2 Sun Hi. Geldunterstützung für in11 Beteiligung von W ü' 193 arme Wöchnerinnen che für Mutter und B a r o n i n B e t t y von Kind. (Stiftung der Frau Rothschild.) Monatlich wurden 10 arme Wöchnerinnen mit Wäsche für Mutier und Kind — betheilt, und erhielt außerdem eine jede 10 Francs in Gold. Jni Verlaufe des Jahres 5637 wurden bedacht: S<phardim .... 59 Aschkenasim . . . . 61 in Summa: 120 Frauen, von denen die jüngsten 15, die ältesten 45 Jahre zählten. Dem Gebnrlsiante nach waren: aus Jerusalem 48, Türkei 10, Rnglaua 29, Polen 10, Marocko 15, Ungarn 5, Rumänien 2, und aus Galizien, Georgien, Persien und Indien je 1. IV. Die früher hier bestandene von Herrn Dr. A lberl Cohn soulenirt gewesene Abendschute für Handwerker mußte leider nach dem Tode dieses edlen Wohlthäters eingehen Bis zum Monate Sivan war sie von 27 Lehrlingen besucht gewesen. Ebenso mußte V. die von Frau M alHilde Cohn ehemals bestrittene allwöchentliche Brodvertheilung mit Ende Sivan sistirt werden, bis zu welchem Zeitpunkte 11075 Brode an Die verschiedenen Gemeinden vertheilt worden sind. _15. Cheschwan 5638. 3etu|alcm, am a 181, Dr. Schwarz, Director der freiherrlich Rothschild'schen Wohlthätigkeits- Anstalten in Jersalem. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin. Die hier (Nr. 47) erwähnte Petition des Landrabb. Dr. Meyer zu Hannover wegen Entschädigung für Ein- *) Der Äesammtsumme nach, welche gegen das Vorjahr sogar ein plus von 321 aufweist, wäre allerdings eine Verbesserung der hygienischen Verhältnisse nicht erkennbar; allein ich muß bemerken, daß h uer mehrere der hiesigen meistbeschäftigten Äerzte Monaie lang verreist waren, mir daher die Behandlung auffallend vieler Christen zufiel, während die Anzhl der behandelten Juden in Wirklichkeit um 1616 gegen das Vorjahr abnahm. "I