Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 9 (1878)
- Issue
- N° 49. (4.12.1878)
- Date
- 1878-12-04
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zur „Israelitischen Wochenschrift." Nr. 49. Magdeburg, den 4. December 1878. 9. Jahrgang. Jnbalt: Leitende Artikel r Vom Judenthum im öffentlichen Leben und in der Presse. II. Bon Max Weinberg. Berichte und Sorresponvenzen: Deutschland.- Magdeburg. Magdeburg. Hannover. Hannover. Fraukfurt a. M. Oesterreich: Wien. Pest. — Rußland: Aus Russisch-Polen. Rumänien: Bukarest. Bukarest. vermischte nnd neueste Nachrichten r Berlin. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Hamburg. Altona. Hagen i. W. Lublinitz. Wien. Wien. Larlsbad. Papa. Paris Rom. Rom. — Inserate. (Beilage.) Neueste Nachrichten; Rumänien: Bukarest. Italien: Rom. — Serbien: Belgrad, vermischte Nachrichten r Berlin. Pest. Russisch-Polen. Amsterdam. Korfu. Belgrad. Constantinopel. — Inserate. Neueste Nachrichten. Rumänien. Bukarest, 37. Nov. (Telegr. Dep.) Die bei der heute stattgehabten Eröffnung der Kammern von dem Fürsten Karl verlesene Thronrede constatirt, die benachbarten Mächte hätten bereits diplomatische Vertretungen am Hofe heS Fürste» geschaffen, und spricht die Verstcherung aus, daß die übrigen Großmächte bald diesem Beispiele folgen würden und fügt hin-u, die rasche Herstellung offizieller diplomatischer Beziehungen zwischen diesen Staaten und Rumänien hänge theilweise von den K a m m e r n ab. Diese würden alsbald auf verfassungsmäßigem Wege da- Land in die Lage versetzen, den Erwartungen Europa's zu entsprechen und dem moralischen Interesse zu genügen, welches Rüinsinien selbst zä Güte komme, nämlich aus der Vetfaffung das nicht mehr mit der Aufklärung des Jahrhundertin Einklang stehende Priuüip der politischen Ungleichheit wegen des Glaubensbekenntnissezu streichen. Italien. Rom, 28. November. (Telegr. des Berliner Tageblatt.) Der italienische Gesandte Faoa in Bukarest erhielt Befehl, seine Creditive nicht zu überreichen, so lange die Inden-Emanzipation noch unausgeführt sei. Serbien. Belgrad Ein Reuter'sches Telegramm ans Belgrad berichtet, daß die Negierung in der Regelung der Judenfrage genau in Uebereinstimmung mit den Festsetzungen des Berliner Congreffes Vorgehen werde. Dies werde bei der Versammlung der neuen Skuptschina geschehen. — Ferner meldet dasselbe Telegraphenbureau: „Der Israelit Oselwitsch, welcher bei der letzten großen Skuptschina Belgrad vertrat, stand diesmal nicht zur Wiederwahl daselbst; man glaubt jedoch, daß er für einen der von der Regierung zu besetzenden Sitze in der Versammlung ernannt werden wird." Vermischte Nachrichten. Berlin, 1. Decbr. Im Saale des Norddeutschen HofeS wurde gestern von einer recht zahlreich besuchten Versammlung die „Humboldt-Akademie" deS wiffenschaftlichen Centralvereins eröffnet. (Vergl. den Leitartikel in heutiger Nr. Red.) Während Herr vr. Max Hirsch einen umfassenden Bericht über die vorbereitenden Arbeiten deS Ausschusses abstattete, hatte sich Herr Professor vr. Steinthal die Aufgabe gestellt, in einem leitenden Vortrage die Ziele der in der Entstehung begriffenen wiffenschaftlichen Neugründung klar zu "Eüe». Der berühmte Forscher auf dem Gebiete der Sprachvergleichung und der Völkerpsychologie führte sich als einen echten und meifterbürtigen Schüler seines von ihm fast unbegrenzt verehrten Lehrers Wilhelms von Humboldt ein, den er als ein Bildur.^.deal hinstellte, und dessen Name daher der neuen Schöpfung das Gepräge geben sollte. Wochen- December 1878. Kisslew. 5639. Kalender. Mittwoch . . . 4 8 Donnerstag . . 5 9 Freitag .... 6 10 Sonnabend . . 7 11 (E. 4 tt. 81 M.) Sonntag . . . 8 12 Montag.... 9 13 Dienstag . . . 10 14 i Pest. Der Reichstagsabgeordnete Moritz Wahr mann I ist in den Baronstand erhoben worden, er ist der erste jüd. Baron in Ungarn. In Russisch-Pole» starb jüngst in einem Dürfe ein Knabe nach Zwöchentlicher Krankheit. Da im Orte sich kein jüd. Friedhof befindet, wurde die Leiche nach dem entfernten Kamenitz-Podölki gebracht. Als man die Leichenwaschung (Tahara) vornahm, öffnete der Knabe die Augen und verlaUgte Wasser. Nach wenigen Stunden erholte sich der Todtgeglaubte vollständig, so daß er nach einigen Tagen heimfahren tonnte. Wenn im Dorfe ein jüd. Friedhof gewesen wäre, wäre der Scheintodte bei der Hast, mit der hier noch immer die Beerdigungen erfolgen, längst beerdigt gewesen. Amsterdam, 15. November. Einer uns zugehenden Berichtigung entnehmen wir: „In Nr. 31 vom 31. Juli d. I. Ihrer geschätzten Zeitung wirb mitgrtheilt, daß ein Correspondent aus Groningen berichtet habe, „daß der Meppeler Rabbiner einen Kohen mit einer Frau Kidduschin gegeben hat, die 'einst Christin war und die schon vor der Trauung zwei Kinder hatte; der betreffende „Priester" heißt A. Cohen." Ich kann nach eingeholten genauen Erkundigungen zuverläßlich versichern, daß, obgleich das Factum wahr ist, der Meppeler Rabbiner dabei durchaus nicht betheiligt war, sondern sowohl die Aufnahme der gesagten Frau im Judenthum, als die Kidduschin mit Uri (nicht A.) Cohen gegen den Willen und ohne Mitwiffen des gedachten Rabbiners von dem damaligen Rabbiner der dortigen abgeschiedenen Gemeinde Tschuat Israel veranlaßt worden ist. Nachdem der Meppeler Rabbiner dies vernommen hat, hat er selbst den Vorstand der gesetzlichen Gemeinde in Groningen ersucht, den Uri Cohen nicht als 1N2 zur Thora zuzulassen. M. Roest. (Herr R. geht unS schon sehr lange mit dieser „Berichtigung" an, zu der e r gar nicht berechtigt ist, da es weder seine Person, noch sein Blatt betrifft; aber was b e r i ch t i g t er nun? Das Factum, sagt er, ist w ahr, aber es hat's nicht der Meppler Rabbiner, der zwar auch daSRabbiuat in G. verwaltet, sondern der andere Rabbiner in G. (eS giebt nämlich in G. auch eine Separatgemeinde mit eigenem Rabbiner) verübt — und ferner, daß der Cohen mit dem Vornamen nicht A. sondern U. heißt. Red.) Korfu. Vor dem Feiertage begab sich der Oberrabbiner von Korfu, Guiseppe Levy nach Athen, um von dem König und der Kammer Befreiung von der Militairpflicht für die Chasanim und Seganim der Gemeinde zu erbitten. Dies wurde ihm nicht nur alsbald bewilligt, sondern eS wurde auch Befehl gegeben, daß alle jüdischen korfiotischen Soldaten sich während der ganzen Feiertage ui ihr« heimathliche Insel auf Urlaub begeben dürften. Als der Rabbi Levy ankam, war der König in seine»« Landschloffe, ließ aber auf geschehene Anmeldung den Rabbi alsbald zur Audienz holen und unterhielt sich mit ihm sehr lange und freundlich. Er sagte u. A. am Schluffe der Audienz, er würde den als einen der