Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 9 (1878)
- Issue
- N° 3. (16.1.1878)
- Date
- 1878-01-16
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
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- Colmar 1× ep/1047872
- Hanau 1× ep/1047937
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22 — aufzunehmen, und zugleich jenen Paragraph der Vereinsstatuten, vermöge welches jede Dame, die einen Beitrag von 6 Francs monatlich beisteuert, stimmberechtigt ist, auch auf die jüdischen Frauen auszudehnen. (Folgen noch verschiedene Einzelheiten über die Spenden und sonstigen Hülfsleistungen von jüdischen Vereinen u. s. w.) Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin. Der Kaiser hat H. v. Bl eich rüder zum Neujahrstage sein lebensgroßes Porträt mit Namensunterfchrfft übersendet. Hamburg. In der Synagoge in der Peterstraße wurde in der Nacht vom Freitag auf Sonnabend ein Diebstahl ausgeführt, wobei der Dieb zwei silberne Lesezeichen und einen silbernen Becher erbeutet, der in letzteren enthaltene Wein war ausgeschüttet. Des Diebstahls verdächtig ist ein Pole, der in jünster Zeit verschiedene Male dort herumspionirend getroffen wurde. (Jüd. Pr.) — Herr Posamentir Hertz hat dem hiesigen Synagogenverbande für die Synagoge auf den Kohlhöfen einen prachtvollen zu 72 Flammen eingerichteten Kronleuchter geschenkt, welcher 400 J Mark kostete, und damit dem Verbände durch die Beleuchtung keine Kosten erwachsen, hat der genannte Herr für den Gasconsum ferner 6000 Mark gezeichnet. Hanau. Am 8. December wurden in der Synagoge, wahrscheinlich in der Zeit, als dieselbe für den Gottesdienst geheizt wurde, die Armenkaffe und verschiedene werthvolle Gerälhschaflen gestohlen. Neustadt a. d. H. Vor einigen Tagen hat der hiesige Stadlschreiver, ein Israelit, dreiundsechzig Jahre alt, sich mit ebenfalls einer 63 Jahre alten Christin civiliter trauen lasten. Aus Rücksicht auf seine vor einiger Zeit gestorbenen Eltern hatte er die Heirath so lange aufgeschoben. (N. Mühlh. Ztg.) Mühlhausen (Elsaß). Das hier erscheinende „Jsr. Elsaß Lothringen" oder l’Alsace Lorraine israelite, veröffentlicht nachstehendes, erst jetzt von Herrn Oberrabbmer Weit in Colmar ihm mitgetheiltes Respript: „Straßburg, den 28. Februar 1876. Aus die Eingabe vom 6 Deceember v. Js. erwidere ich ergebenst, daß ich durch Verfügung vom heutigen Tage veranlaßt habe, daß den israelitischen Lehrern und Schülern der zum niedern*) Unterrichtswesen gehörigen Schulen dortselbst, der Besuch des vormittägigen Hauptgottesdienstes am Sabbath, in den von Ihnen bezerchneten Stunden ermöglicht werde. Die in Ihrem Berichte enthaltene Bemerkung, daß in der Ferienordnung vom 24. Mai 1875 das Laubhütlenfest unberücksichtigt geblieven sei, beruht auf einem Jrrthum, da im § 3 dieser Ferienordnuug, für die Zeit des Laubhütlenfestes neun Tage Ferien angesetzt sind. Den israelitischen Schülern des Lyceums ist gestattet, an den hohen jüdischen Feiertagen die Schule nicht zu besuchen und an den Samstagen sich des Schreibens zu enthalten. Auch sind mit Rücksicht auf sie die Uebungen im Zeichnen und Schönschreiben auf die Tage von Montag bis Freitag verlegt. Weitergehende Zugeständniffe würden die Ordnung der Schule stören und die israelitischen Zöglinge des Lyceums hindern, mit ihren christlichen Mitschülern gleichen Schritt in Leistungen und Aneignung von Kennt nisten zu halten. Der Ober-Präsident von Elsaß-Lothringen, An I. V.: Ledderhose, den Herrn Ober-Rabbiner Weil, Hochwürden in Colmar." Triest, 9. Jannar. Die hies. Handelskammer hat in *) Zum niedern Unterrichtswesen gehören: 1. die Seminarien, 2. die Präparandenschulen, 3. die höheren Töchterschulen, 4. die Mittelschulen. 5. die Fortbildungsschulen, 6. die Elementarschulen, 7. die Kleinkinderschulen. (8 2 der Beiordnung vom 10. Juli 1873). Redaktion des I. E. L. ihrer heutigen Sitzung Hrn. Jgnat Brill zum Präsidenten und Hrn. Leop. G o l d s ch m i d t zum Vicepräsidenten wieder« gewählt. Krakau. (Or.-Corr.) Gestern fand hier die General- Versammlung des isr. Studenten-Unterstützungsvereins statt. Aus den Mitteln dieser recht wohlthätigen Vereines werden mittellose Studenten nicht nur materiell, sondern auch geistig unterstützt, indem ihnen ein Correpetitor gehalten wird, der ihnen in den schwierigen Gegenständen nachhilft. Rabbiner Dr. Duschak hielt eine Ansprache, in welcher er nachwies, daß in den talmudischen Hochschulen die Schulen durch Unterstützungsbeiträge auch von den fremden Gemeinden soutenirt wurden, was Redner mit unter der Bezeichnung 71222.1 ,"62 enthalten erklärt. Auch diese 7^2 7>12221 bringen Früchte in diesem Leben und das Stammkapital bleibt für die Zukunft. Zürich, 4. Januar. (Or.-Corr.) Mit Recht heben Sie seit einiger Zeit in Ihrer geschätzten Zeitung hervor, daß in Preußen die Juden zwar gleichberechtigt sind, das Judenthum aber noch lange nicht. Erlauben Sie mir, Sie auf eine Stelle im Journal officiel de la R6publique fran^aise vom 31. Decbr. aufmerksam zu machen, die von Neuem zeigt, wie das Judenthum in diesem Lande vollständig auf gleicher Stufe mit den anderen Religionen gestellt wird. Kein Anlaß ist hier zu klein! Bei Bekanntgabe der officiellen Empfangsfeierlichkeiten vom 1. Januar heißt es: Der Herr Präsident der Republik wird empfangen: A. In Vers ailles.... II. Um 104/a Uhr: 6) den Rabbiner und den Rath der Israeliten. B. In Par is. II. Um 3*/, Uhr: 9) die Deputation des isr. Central-Consistoriums. (Vergl. hiermit den Reichsanzeiger für Deutschland.) Aus Rumänien. Der Minister Chitu hat unfern Glaubensgenoffen, Herrn Richard Torciener zum Professor der rumänischen Sprache am Gymnasium zu Bacau ernannt. Das ist hier ein sehr bedeutender Fortschritt. Couftantiuöpel. Die Neuwahlen für das türkische Parlament haben mehrere unserer Glaubensgenossen in dasselbe gebracht. Es sind folgende: Abraham Effendi von Mayo für Salonikai, Javer Effendi Chalon und Salomon Effendi Chalon für zwei Wahlbezirke in Bosnien, Menahem Effendi Saleh Daniel repräsentirt Bagdad; Davidjon Effendi Levi ist in Sanai erwählt und Samuel Holho Kemal Effendi in Constantinopel. Der Senat zählt zwei jüdische Mitglieder: Dr. I de Castro, Leibarzt des Sultans und Davidjon Effendi Carmona ChaptchyzandL. (Jew. World.) Aus Amerika. Reo. Isidor Kali sch inNewark, N. 2)., veröffentlichte das „Sefer Jezirah" mit englischer Einleitung und erklärenden Noten. — Coroner Ellinger in New-Aorkhat sich von der Redaction der „Jewish Times" zurückgezogen. — Rev. Abraham S. Jsaacs inNew-Aork, ist jetzt alleiniger Redacteur der „Jewish Mestenger." — Daß ein Pastor David Rosenberg auf den 18. Febr. einen Congreß aller getauften Juden nach Baltimore einzuberufen die verrückte Idee hat, berichtet der „New-Aork He« rald", ist aber wohl nur Humbug. Feuilleton. So rächt sich ein Jude. Charakterbild aus dem letzten deutsch-französischen Krieg Bon E. R. Schellitzer. Es war im Jahre 1870. Die französische Kriegserklärung war in Berlin eingetroffen und hatte ganz Deutschland unter die Waffen gerufen. Alle Vorurtheile, wie fest