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Israelitische Schulzeitung · 1882-07-01 · 7 (7.1882) · p. Seite 27

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Journal
Israelitische Schulzeitung
Volume
1 (1882). Bestand LBI
Issue
7 (7.1882)
Date
1882-07-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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auf ein nochmaliges Eingehen auf diesen Gegenstand und ersuchte Herrn Lehrer Fauerbach, die entgültige Redaktion vorzunehmen und die Statuten fertig zu stellen. — Es wurde sodann bestimmt, die nächstjährige Conferenz wieder in Hi ld es h eim und zwar am 13. und 14. Mai abzuhalten. Zu derselben haben außer einem Referate des Lehrers Löwenstein-Neustadt a/Abg. über „Die materielle Lage der jüdischen Lehrer und deren "äußere Stellung" die Herren Landrabbiner Di-. Guttmann und Seminardirektor Dr. Prager Vorträge zugesagt. — Nachdem die Versammlung sowohl dem Herrn Di*. Guttmann, dem Vorstände der Genreinde und dieser selbst für das der Conferenz bewiesene Interesse und für die gastfreundschaftliche Aufnahme wie auch dem Vereinsvorftande für die hingebende Leitung der Vereinsangelegenheiten durch Erheben von den Sitzen gedankt, erklärte der Vorsitzende, Nachmittags 6 Uhr, die Conferenz für geschlossen. — Die Conferenzmitglieder begaben sich nun aus freundliche Einladung des Vorstandes der Gemeinde nach dein Georgenpark, wo sie gastlich bewirtet wurden. — Gegen 9 Uhr trennte sich die Versammlung mit dem Bewußtsein, einen in jeder Beziehung genußreichen Tag verlebt zu haben und in der Hoffnung frohen Wiedersehens. — Die Schriftsü hrer: B l u m e n f e l d - Adelebsen. Stern- Hildesheim. Bericht über die am 28. und 29. Mai in Dortmund abgehaltene Conferenz des Vereins isr. Lehrer Westfalens und der Rheinprovinz. Der 28. Mai c. (erster Pfingfttag) rief zur Jahresconserenz eine ansehnliche Zahl jüdischer Lehrer Rheinlands und Westfalens, deren Namen anr Fuße dieses aufgeführt sind,*) nach der industriellen Stadt Dortmund. Nachmittags 2^/. Uhr eröffnete der Präses des Vereins, Herr Blumenau die Conferenz im Kühn'schen Saale und ernannte die Herren Spier- Bocholt und Gossel- Camen zu Schriftführern. Der Vorsitzende hieß die Versammlung herzlich willkommen und erklärte dann die Gründe, warum weder rücksichtlich des Ortes noch der Zeit die vorjährigen Beschlüsse, nämlich die Conferenz in Essen am 2. Psingsttage abzuhalten, haben ausgeführt werden können. Als der Vorstand nun Dortmund für die diesjährige Zusammenkunft in Aussicht nahm, habe derselbe von seiten des Vorstandes der jüd. Gemeinde sowohl als auch des Collegen Herrn Rothschild das freundlichste Entgegenkommen gefunden und so tage denn die Conferenz schon zum dritten Male in Dortmund. Hierauf begrüßte der Präses der jüd. Gemeinde, Herr Hey mann, die Versammlung mit herzlichen Worten und wünschte unserer Arbeit das beste Gedeihen. In die Tagesordnung eintretend, giebt der Vorsitzende die übliche Geschäftsübersicht, aus welcher wir entnehmen, daß auch im abgelaufenen Jahre wieder eine Reihe von Aufnahmen in die „Unterstützungskasse des Vereins" stattgefunden habe und noch einige Aufnahmegesuche vorliegen, daß das Vermögen der Casse zur Zeit etwa 4 5,00 0 Mark betrage und daß im Laufe dieses Jahres 1 emeritierter Lehrer, 7 Wittwen und 14 Waisen mit zusammen 2255 Mark unterstützt wurden. Herr Vorsteher Heymann giebt seiner Verwunderung und seinem Bedauern Ausdruck, daß unter den vielen Lehrern Westfalens und der Rheinprovinz nur 57, * ) Präsenz - Li st e. Muinkiiau-BieleNld, Blumenseld-Essen, Trcu-Münster, Kronenberg- Bünde, Heymann-Cnstrop, Löb-Köln, Goldberg-Lteele, Rubkn-Güterslo h, Dr. Steinderg-Münster, Graf-Lsien, Mündheim-Ämnm. Bppenheim-Warburg, Kaufmann-Ahlen, Feinstein Münster, Steinweg-Höxter, Gumpet- Dortmund, Rothschild-Donmund, D^ndix-Dorstfeld, Lazarus-Duisburg, Appenheiin-Mühlhnm a d. Ruhr, Abel-Kerpen, Schönbach-Holzminden, Bstwaid-Wittcn. Stiinweg-Rheda, Eramer-Neuenkirchcn Gossel-Camen, Spier-Bocholt, Sirrn-Hörde, Rosenfeld-Werl, Ikanberg-Arnsberg, Sänqer-Schwerte, Eber-Neheim, Levi-Neuß. also etwa der vierte Theil Mitglieder der Casse sind nnd giebt den noch nicht beigetretenen Lehrern den freundlichen Rath, diesem so wohlthätig wirkenden Institute beizutreten. Diese Meinung legt auch der Präses der Conferenz den noch nicht beigetretenen warm aws Herz und'Schreiber dieser Zeilen erlaubt sich, die von Herren BlumeNan schon oft gestellte Bitte nochmals an dieser Stelle zu Wiederholen,'' daß auch die Collegen, die nicht Mitglieder der Casse sind oder sein können, nach dem schönen Vorgänge so mancher braven Collegen, gleichwohl in ihren resp. Gemeinden für unsere Unterstützungskasse thätig sein mögen. sei es durch Abhaltung von Collekten oder auf eine andere ihnen dienlich erscheinende Weise. Einige freie Stunden genügen, um diese hohe Standespflicht zu erfüllen und mögen' sie bedenken, wie manche Thränen sie trocknen und wie manche Noth sie lindern durch dieses kleine Opfer von Zeit. Auch bei freudigen Und traurigen Familienereignissen in der Gemeinde bedarf es oftmals nur eines Winkes, um für unsere 'Unterftützungskasse ein Scherflein zu erhalten. Der Vorsitzende theilt ferner mit, daß Herr Dr. Leimdörffer in Nordhausen der Conferenz das Anerbieten gemacht habe, bei Abnehmen von 50 Exemplaren seiner „nachbiblischen jüdischen Geschichte" den Preis von M. 1,50 auf 0,50 für das Exemplar zu ermäßigen. Mit bewegter Stimme gedachte er anch des Heimgangs des Vorsitzenden des deutsch-israelitischen Gemeindebundes und Ehrenmitgliedes unseres Vereins, Herrn Jacob Nachod in Leipzig. Er schilderte dessen große Verdienste um die Gemeinden und die Lehrer und beklagte seinen Tod als einen großen Verlust für alle jüdischen Gemeinden Deutschlands; an den Sohn des Entschlafenen habe er s. Z. im Namen des Vereins ein Beileidschreiben gerichtet. Die Anwesenden ehrten das Andenken des treuen Todten durch Erheben von ihren Sitzen. Der „deutsch-israelitische Gemeindebund", jetzt in Berlin domizilierend, hat auch in diesem Jahre den Besuchern der Conferenz einen Reisezuschuß von 125 Mark gewährt und der nunmehrige Vorsitzende des Gemeindebundes, Herr geh. Sanitätsrath Dr. Kristeller in Berlin, hat in einem Schreiben an unsern Präses in erfreulicher Weise sich dahin ausgesprochen, „daß er unter den Aufgaben des Gemeindebundes die Pflege der Lehrerverbände als eine der wichtigsten für unsere socialen und Kulturverhältnisse erachte." Der zweite Punkt der Tagesordnung: Die Vorstandswah l, wurde sehr rasch erledigt, indem die ausscheidenden Vorstandsmitglieder und deren Stellvertreter durch Acclamation wiedergewählt wurden. Bei dem dritten Punkt der Tagesordnung: Renda n'- tenwahl, fand vor der Wahl selbst ein Meinungsaustausch über die allgenreinen Grrrndsätze statt, nach welchen die Verwaltung der Casse in Zukrrnft zu geschehen habe. Der Vorstand versprach diese von der Versammlung aufgestellten Grundsätze irr dem mit dem künftigen Rendanten abzuschließenden Contrakte berücksichtigen zu wollen und es wurde alsdann der vorn Vorstande für die Stelle des Rendanten vorgeschlagene Kaufmann, Herr Julius Weiß in Bielefeld einstimmig gewühlt. Mit der Wahl Essen's als Ort der nächstjährigen Conferenz wurde der geschäftliche Theil der Verhandlungen geschlossen und Herr Lazarus-Duisburg erhielt das Wort zu feinem Vortrage über das Thema: „Wann hat der Unterricht im Hebräischlesen zu beginnen und aus welche Weise ist in kurzer Zeit Geläufigkeit darin zu erzielen?" Als Grundzüge der Arbeit des Referenten sind zu bezeichnen, ein sorgfältig stufenweises Aufschreiten vom Leichteren zum Schwereren und Wecken des Interesses der Kinder durch Darstellung bekannter deutscher Wörter in hebräischen Buchstaben. Herr Lazarus hat seine Aufgabe klar und erschöpfend gelöst und eine nach den: von ihm vorgetragenen Grundsätzen ausgearbeitete hebräische Lesefibel vorgelegt. Das Resultat der eingehenden und sehr lebhaften Debatte über diesen Gegenstand war die von der Conferenz einstimmig angenommene These: „Hebräischlesen-Lehren ist eine

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