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Jüdische Volkszeitung · 1874-12-29 · 52 (29.12.1874) · p. Seite 414

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1874
Issue
52 (29.12.1874)
Date
1874-12-29
Page
Seite 414 (sequence 4)
Language
German
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Wünfl 416 S5” w־'" mc b| ßbMje«. Wir senken rteftrir,? , ״ . , gesunden Herren freundlicher "•י_ .Unheil des Judber dennoch schämen und zu * und hoffen, sie werden kr״ Uder nick^^n ist A versprechen ihnen dafür vaf 0:'' 11 freisinnige.)wann Zusammen zu stellen, ■V n in der!haben. — Diesen Schimpf thun des Judentm! — und auöbc. Die Antwort des Ober-Kirchen- G auch überoes Kirchenraths der Gemeinde OldenstorNgen denkuns mitgetheilten Angelegenheit der Begklgesetze nd-Rabbiners Wechsler bemerkt, daß ,g sein ath aus der schriftlich vorliegenden Anfrage Inn als^päth sich nur die Frage habe stellen können, Pflicht.׳gemessen gehalten werden könnte, daß ein evander Der--- rtheilen einer glorreichen. Zeit nach und nach zu Grabe zu träger" converleugnet man die Ideen und Principien von 1789, die b°c nicht Runde um die Welt gemacht haben. Ihre Leser haben wörtliche׳ das merkwürdige Gaukelspiel mit Befremden mit angesehenen - das die jüngste Woche im gesetzgebenden Körper aufgeführ? wurde. Bischof Duvanloup von Orleans vertheidigte beri1 Syllabus und — welche Verbindung die Lehrfreiheit! Die freisinnigen, radikalen Gesetzgeber müssen im Interesse der wahren Lehrfreiheit und um die wirklichen und falschen Frere ignorant nicht allzu mächtig werden zu lassen, gegen diejenige falsche Lehrfreiheit auftreten, die die Ultramontanen verlangen. Welches traurige, sonderbare Spiel des Schicksals! Welcher Hohn auf die Principien echter Freiheit, die so lange in Frankreich ihren Hort fanden! Nun ist noch ein anderer Gegenstand zur Frage gekomreiß^eistlicher einen israelitischen Rabbiner in seinen j men, der zwar hauptsächlich auf einen bekannten Kampf wo״' Functionen vertrete, wobei die Frage, ob dies im ׳-oder ohne Talar geschehen sollte, nicht von Einfluß Wenn er diese Frage verneint habe, so werde auch die mreinde bei ruhiger Ueberlegung erkennen, daß hier von Mer Unduldsamkeit gegenüber der hiesigen israelitischen Gemeinde in keiner Weise die Rede sein könne, sondern daß es stch nur um die Ausrechterhaltung kirchlicher Sitte und Ordnung handelte, welche aufzugeben keine Forderung der Toleranz fein könne. Ans Oesterreich. Man schreibt von Sommerein dem .,Pesti Naplo": Binnen Kurzem werden es sechs Jahre sein, daß die Volksmenge in die Wohnungen zweier jüdischer Fami- -vn einbrach, welche sich in dieser^Minen" Stadt niedergelassen, -ah^ds״» ^s All)^^4-״Mr Vervollständigung -eines JudennehvTA m-Form nöthig: Demolirungen, Plünderungen, torerne Jüdin starb auch in Folge der erlittenen Mißngen. Die Geschichte blieb natürlich nicht ohne die JkMrchen Folgen. Die Thäter erhielten mehr oder minder bedeutende Kerkerstrafen, die Stadt aber eine Abtheilung Militär zur Aufrechthaltung der Ordnung. Die außerordentlichen kosten dieser militärischen Besatzung sollten die Excedenten .-ezahlen. So standen die Dinge im Monat October, als Bürgermeister D1\ Franz Tomany in der städtischen Repräsentanz eine Petition vorlegte, in welcher die Verurtheilten die Stadt ersuchen, wenigstens die Hälfte der Kosten, welche sie vergüten sollten, zu bezahlen. Die Petition war damit motivirt, daß die ganze Bevölkerung mit Freuden die Vertreibung der Juden vorgenommen hätte; es wäre nur billig, wenn demnach die Stadt sie (die Excedenten), die sich für das Ganze ausgeopfert, aus der städtischen Casse unterstützen werde. Wenige Tage früher hat der Director der dortigen Bürgerschule, daß die Repräsentanz zum Unterricht der lateinischen Sprache, als außerordentlichem Gegenstand, einen kleinen Betrag votire. Da auch die Zöglinge der Schule ihren Obolus^ zu diesem Zwecke darbringen wollten, wären im Ganzen 100. fl. zu bewilligen gewesen. Diese Petition wurde abschläglich beschieden. Das Gesuch der Uebelthäter jedoch, welche den Judenkrawall inscenirt, unterbreitete der Bürgermeister befür- .wortend, und wurde auch von der Repräsentanz gewährt. Die Geschichte kann jedes Commentars entbehren. Aus Frankreich, im Dec. Ein eigenthümliches Bild der Zerrüttung zeigt jetzt dasselbe Frankreich, welches so lange wirklich und ohne Phrase an der Spitze der Civilisation marschirte. Unter einer Negierung ohne Namen und Tendenz, der Form nach republikanisch und dem Wesen. und der Bestrebungen nach monarchisch, ja legitimistisch und im Zusammenhange damit ultramontan, sucht man all die Errungenschaften zwischen den freisinnigen und orthodoxen Protestanten in Frankreich Bezug hat, aber auf die verschiedenen übrigen Culte ebenfalls nicht ohne Einfluß bleiben kann. Bemerken muß ich noch, daß erst jüngst eine Verordnung des Kriegsministers Veranlaffung genommen hat, die Commandeure aufzufordern, jüdische und protestantische Soldaten zum Gottesdienst zu — commandiren. Der neuste Gegenstand der Verhandlung betrifft die Cultusfreiheit und wurde in der Nationalversammlung von 11. Dec. besprochen. Es spricht zuerst Giraud in Rücksicht auf den diesbezüglichen Antrag Pressenso's und Genossen: ״Ich will den Absichten der Urheber dieses Antrags nicht zu nahe treten; ich ehre ihre Ueberzeugungen und bin ganz mit unserem ehrenwerthen Collegen, dem Bischof von Orleans, darüber einig, daß nur die Uebung der Religion unser unglückliches Land wieder ausrichten kann. (Beifall rechts.) Wenn daher der Antrag des Herrn v. Pressenso die Sache des Christenthums oder auch nur des philosophischen Spiritualismus fördern könnte, so würde ich ihn gern unterstützen; aber dies ist durchaus nicht der Fall. Man verwechselt auch in dieser Versammlung die Gewissens-Freiheit mit der Cultus-Freiheit, und doch besteht zwischen beiden ein gewaltiger Unterschied. Die Gewissens-Freiheit gestattet einem Jeden, zu glauben oder nicht zu glauben, während die Cultus-Freiheit ganz andere Folgen nach sich zöge. Was ist überhaupt ein Cultus? Das zu deftniren, ist sehr schwer: es ist eine Religion, die ihre Proben bestanden hat und auf Grund ihrer heilsamen Wirkungen von dem Staate anerkannt worden ist, wie das Christenthum und der Mosaismus. Aber neben diesen Religionen gibt es eine Unzahl von Secten und Systemen, die eine Menge Anhänger hatten und noch haben. Im Alterthum blühten die Heidnischen Religionen, welche alle rvhen Leidenschaften vergöttlichten: Venus, Merkur, Bacchus Hatzen ihre Altäre und ihre Anbeter. (Lachen.) Die Indianer und die Wilden beten die Sonne an, Amerika hat Mormonen, die auch einen Cultus auszuüben vorgeben, und wenn wir unsere Jahrbücher durchblättern, so finden wir, daß bei uns im Jahre 1793 die Göttin Vernunft verehrt wurde." Gambetta: ״Hier in unserer Mitte kommt das nicht vor!" Giraud: ״Ein Cultus kann ganz einfach ein Vorwand sein, hinter dem verbotenes Spiel und sogar eine gefährliche politische Organisirung sich versteckt. (Widerspruch links. Zustimmung rechts.) Hängt nicht mit dem gestatteten Gottesdienst das Prediger-Amt zusammen, das zu 1 Ausflügen auf das politische Gebiet die beste Gelegenheit böte?"? Noöl Parfait: ״Unsere Bischöfe sprechen nie von Politik!" (Lachen links.) Giraud: ״Der Berichterstatter verlangt keine? unbeschränkte Freiheit, sondern beantragt, daß auf die religiösen Mo!ehrben. ier zu önsejs ja ihren ähei- Ken. lung gung .ulti-; wir

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