Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1874
- Issue
- 51 (22.12.1874)
- Date
- 1874-12-22
- Page
- Seite 405 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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405 — v * jätiefe J % Fük ־ 'ich durM Heiligei >7ür aUf es aljjj Freiheit gerungen und gekämpft, das Judenthum und die Juden zu Ehre gebracht und ihr Leben als Märtyrer hingegeben hätten für die Erringung alles dessen, was nun erst Euch ohne Mühe in den Schooß gefallen? Ehret die Tobten! Ehret sie, indem Ihr mithelst die auch jetzt noch Zurückgebliebenen zu beleben, weiterzubringen durch Geistesfreiheit!-— .- Wer vor zwanzig oder dreißig Jahren durch die Städte und Gauen Deutschlands ging, der fand überall Rabbiner und Lehrer, die mit reger, edler Begeisterung dem Geiste der neuen Zeit anhingen, die sich mit freiem Muthe zur Reform des Judenthums bekannten, die sich mit Aufopferung der Aufklärung des Volkes widmeten. Und neben ihnen stand doch fast nur ein noch im Finstern tappendes Volk, das von all dem, was jene Männer, ihre Lehrer, bewegte und sie an-, . feuerte, so und nicht anders zu lehren und zu handeln, kaum eine Ahnung hatten. Kannten sie ja von der Religion nur — die Gewohnheit. Neben ihnen standen aber auch, wenn auch nur vereinzelt, gebildete Männer von Character und Geistesstärke in den Gemeinden, die diese treuen Lehrer und Rabbiner anfeuerten, ihnen treu anhingen, ihnen mit Liebe folgten, sie stützten und schützten. Und jetzt? Geht durch die Gemeinden und Ihr werdet finden, daß die alten Reformrabbiner zum gorßen Theil ausgestorben Tnb oder müde und abgehärmt und verzweifelnd die Hände ^in den Schooß legen. In ihren Gemeinden finden sie ja ז ,^yvaei Mkeine Stütze mehr; denn die Geistesfreien — sie gedenken V nicht und kümmern sich nicht mehr der Zurückgebliebenen — ־ des Volkes. An die Stelle der freien Denker sind Männer getreten — was sagen wir — Männer? Schwaches Rohr, vom Winde gepeitscht,-—. Laßt uns schweigen! Doch, Muth כי לא אלמן ישראל Israel ist nicht verwaist. Und wenn das Judenthum die Lehre des Lichts ist — und es ist es, so wahr als die Sonne die Leuchte des Tages ist — " so wird auch sein Licht wieder hell leuchten, sein Tag wird wieder kommen. Im Leben des Einzelnen wie der Gesammtheit muß die Rückbildung der Neubildung vorausgehen; so will es das Gseetz der Verjüngung: Und da finden wir Perioden, in welchen die Rückbildung vorherrscht; haben wir es ja im letzten Vierteljahrhundert auch in unserm Vaterlande gesehen! Bis zu 1848 rüstigstes Vorwürtsschreiten, dann die Epoche der Reaction der Rückwärtsbildung und jetzt wieder rüstigstes Vorschreiten auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Die Menschheit schreitet Nicht in gerader Linie vor. - - Auch dein Licht wird wieder leuchten, Israel! Auch du wirst wieder eine Leuchte sein für die gesammts Menschheit. Du wirst wieder vorschreiten! Gott wird dir neue Voten des Lichts senden. In dieser Hoffnung wollen wir rüstig vorwärts schreiten im Kampfe für das geläuterte und sich ewig läuternde Judenthum, für Wahrheit Recht und Frieden. Das ist unser Recht und unsere Pflicht. und di ie habe! gier Auf rkennuni thum ge fircbcnbc bei eine! HundennrFudcirich zu 1 an der ■je bides r Tazesr Normeinzelne, loebornc r.׳b!, in- ׳r Lottes׳- Mimen chtm, — gesunken, onen noch zsgenossen 1 mit der >ie Süchte um Dank^ m Wissen, um Tanke in ihren verkünden, , die wir ,,re liren Fuß' ollen wir. zur Fortsprochen. In dieser Bedeutung — אני für אדני das Wort häufig vor, namentlich im זוהר. Auch das Hillel's in Suckah 33, 1 1י כאן הכל כאן. ואם אין אני כאן מי כאן erhält einen vortrefflichen Sinn, wenn man אני für אדני nin? Wenn spätere Ausgaben in dieser Stelle das ואם אין אני ואם איני umänderten, so haben sie in dem Bemühen, den Text zu corrigiren, eben den Inhalt entstellt: וחשבו לתקן הלכה וקלקלו הענין. Vielleicht hätte dann auch das Wort Hillel's in Aboth 1: אם אין אניילי rc. den obigen Sinn. (Siehe: Heidenheim zu סדר הושענות in seinem מחוור•) Bielefeld, im December 1874. Blumenau. sichFthowürdigen daß auch te jene au׳־ hrer ganzen nger i) Alles zu Advokaten hon Schuten durch Eure l einnehint, chstellunS wenn nB * י«!,« $u der interejfanten Erörterung über אני והו in No. 49 der ״Jüdischen Volkszeitung" erlaube ich mir noch auf die gewiß bemerkenswerthe Ansicht des selig. Heidenheim über אני aufmerksam zu machen. Derselbe nimmt אני והו nicht als Umschreibung, resp. Abkürzung/ für ,אנא יהוד, sondern für אדני יהוה, und R. Jehuda hätte sagen wollen, beim Umzuge habe m\\ eigentlich אנא אני והו הושיעה נא ge- Correspondenz. Aus Baden, im Dec. ״O Herr, rette meine Seele vom Verderber, der im Finstern wüthet!" — Viele Jahre lang las ich in Ruhe und Frieden den ״Israelitischen Lehrer" und die ״Judenzeitung" und freute mich/ wenn der Freitag-Abend mir Muße und meine gewohnte Freitagabends-Unterhaltung brachte. Da kam zu mir — laffen Sie mich seinen Namen verschweigen — ein Mann und tadelte mich wegen meiner Gottlosigkeit, solche Zeitschriften zu lesen, malte mir die Hölle mit glühenden Farben und — gleich in derselben Nacht träumte ich, daß links am Eingang der Hölle beieinander sitzen die Leser der obengenannten und ähnlichen Blätter und ihre Correspondenten und Nedacteure; ich sah sie — o Graus, — wie sie, meist Lehrer und Rabbiner und viele davon mir bekannte Gesichter, — wie sie dasaßen und das Feuer von Gehinnonr schürten mit dem Papiere von den vernichten Blättern. Sie, Herr Redacteur/ waren Oberfeuerwerker und das Feuer wurde immer Heller und das Gesicht der Schürer immer röther und röther —aber das Papier wurde nicht weniger, verbrannte nicht! Meine Seele erstarrte, ich war zerknirscht! Und gleich am ändern Morgen wanderte ich zur Post, denn es war gerade am Ende des Quartals und bestellte mir den Jeschurun von D1\ Samson Raphael' Hirsch und :—"— meine Seele wurde wieder befreit. Ich wandelte auf den allerhöchsten Höhen der Phantasie, der Symbolik, des Schulchan-Aruch, des Sohar hakodesch — aber, — es dauerte nicht lange, da stieg mir der Schwindel zunr Kopf; — ich bin überhaupt schwindlicher Natur— ich fiel aus der lichten Teschurunhöhe in eine Pfütze — und als ich mich abschüttelte, siehe, da hatte ich ein anderes Blatt in der Hand, grau anzusehen und rabenschwarz von Natur-den ״Israelit" von Lehmann aus Mainz! Ich glaubte zwar, etwas von dem Pfützengeruch an dem Papier zu verspüren, aber jener Mann kam wieder und sagte: das sei der wahre Geruch vom' Gan Eden und ich glaubte, glaubte aus der Fülle meiner — Ueberzeugüng. Ich hatte eben immer einen großen, großen Fehler, so etwas von einer redlichen, moralischen Ueberzeugung, von Wahrheitsliebe und von geistigem Einheitsstreben. D o ch (!) gewöhnte ich mich an den ״Israelit" und seinen Geruch und wenn er kam, da ergriff ich ihn mit Freuden und sagte mit' heiliger Andacht in.Erinnerung an die heilige Encyclicä und den Syllabüs: ״Der sei verflucht!" Und wenn ich ihn weglegte, wieder: Verflucht, verflucht, verflucht! Amen, Amen, Amen! Denn ich wußte, daß jedesmal doch mindestens Einer'der Reform-Rabbmer und dergleichen Gelichter in Bann gethan, verflucht und' durch das Feuer der Excumunation geführt wurde. So also — sprach ich das הנני מוכן (ich bin bereit) über den ״Israeliten!" Aber, o Schrecken, in der letzten Zeit war der ״Israelit" sehr zahm geworden! Noch nicht einmal ein kleines Klolochen ch cheu^.