Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1874
- Issue
- 50 (15.12.1874)
- Date
- 1874-12-15
- Page
- Seite 396 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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396 Neiw-bestrebt ist, ihre frühere. Herrschaft über die ׳״Geists: und das Leben der Menschen wieder zu gewinnen, wobei selbst-( redend von Gewissensfreiheit.und Gleichberechtigung Widers-: denkender nicht mehr-die'Rede sein konnte. -Und da Mte eK^ nicht nöthig sein, das Chanukafest zu feiern und zur fortwährenden Kampfbereitschaft Israel, die alte Kämpferschaar für Recht und Wahrheit, zu ermahnen? In hohen wie niederen Kreisen verhält man sich antipathisch gegen Judenwie Judenthum. Renan unter dem fast seit einem Jahrhundert judenfreundlichen Regime Frankreichs spricht den Juden insgesammt den bösartigsten und gefährlichsten Character zu und läßt ״den braven Juden" höchstens als Ausnahme gelten. Der ultramontane Franz spricht von einer Juden-Macht und -Herrschaft über die christliche Welt durch Presse und Börse und fordert geradeaus den Pöbel zu einer neuen Judenhetze aus. Tagesblätter, welche diese Aufforderung absichtlich unter das Volk verbreiteten, sind dafür rechtlich verurtheilt worden. Wagner m großen-, MffenthateN gesucht tvuch^ in Aer Bedechung. des GeffclHs und des Leibös mit Wunden Md Narben, in der Benetzung der Hände ׳ mit dem HerKute des Feindes: so ist es heute noch Sei den germanischen und r-Manischen Völkerstämmen. Wir acceptiren recht gern das-! Vekenntniß, daß die Juden mehr zur Friedfertigkeit, als zum Kriege geneigt sind, obwohl sie von den Zeiten der Makka- Säer bis heute nicht weniger - Beweise der Tapferkeit und des Heldenmuths gegeben haben als Andere. Wir haben die Freude, darin alle Vernünftigen auf unserer Seite zu sehen, und wissen, daß, selbst wenn die Staaten zum Kriege rüsten, ihnen doch der Friede erwünscht ist, wenn sie aber zur Vertheidigung des-Vaterlandes Krieg -führen müssen, auch die Juden bereitwillig und opferfreudig diesem Rufe folgen.׳ Diefer characteristische Unterschied ist zum Theil durch die Religion erzeugt oder doch genährt worden, denn das Judenthum strebt den Frieden an zwischen einzelnen Menschen und ganzen Völkern und gründet seine Propaganda auf friedliche Gespricht wegen der musikalischen Größen unter den Juden; winnung und geistige Ueberzeugung, während Ehristenthum von einer gefahrdrohenden Beherrschung der Musik durch dis und Islam sich mit Feuer und Schwerdt verbreitet und An- Juden, die er Verjudung der Musik nennt, wie andere christ-. erkennung verschafft haben. Ist es da nicht nothwendig, dem liche Judenfeinde auch die jüdische Geldmacht eine Verjudung! Judenthum Einfluß zu verschaffen und seine Grundsätze zur des Capitals genannt haben. Der Versuch einer Verchrist-> Anerkennung zu bringen? Das Christenthum hat zu wenig lichung des Capitals ging von Betrug aus und hat mit be-, Einfluß auf die׳ religiöse Bildung und Gestaltung der Erdentrügerischen Bankerot und strafrechtlicher Verurtheilung der! Verhältnisse gesucht, denn es versetzt den Mittelpunkt des Betheiligten gar bald geendet. Ketteler schreibt den Cultur-! Erdenlebens in den Himmel und eine abstracte Idealität, kampf der Gegenwart, die offenbare Zersetzung des Christen-! Selbst die viel gerühmte christliche Liebe ist nur darum anthums und die Entchristlichung der Welt ebenfalls den Juden i ders geartet, als die jüdische und findet nur darin eine Rechtzu, also auch eine Verjudung der christlichen Kirche und Refertigung ihres Namens, weil sie, ohne Rücksicht auf die irligion. Die Zersetzung des Christenthums ist zunächst eine ן dischen Verhältnisse und das weltliche Recht der Menschen, Folge seiner unzähligen Sectenspaltung, und diese wieder eine! anräht, dem Räuber den Rock zum Mantel zu/geben und Folge davon, daß keine Secte, und darum auch nicht das! dem Beleidiger außer der rechten auch noch die linke Wange Christenthum die reine und volle Wahrheit lehrt. Die Wahrheit j hjnzureichen. Nicht daß das Judenthum das strenge, formale ist nur eine; darum ist auch dasJudenthum, als deren Träger, stets Recht als den Maßstab des gesellschaftlichen Lebens hinstellte, einig und nie sectirisch gespalten gewesen. Die Juden zersetzen das im Gegentheil, es fordert Gerechtigkeit, die das Recht mit Christenthum und etttchristlichen die Welt nicht; aber die Wahrheit! Liebe paart, ja selbst zur aufopfernden That verpflichtet und des Judenthums drängt ück, rmrft dfmMtcfien Denkern auf i auck» diese nocl! redaka ..Gerecbtiakeit" nennt, aber es für diese auch christlichen Denkern auf 1 auch diese noch zedaka ״Gerechtigkeit" nennt, aber es für diese nicht blos auf eine Anregung des Gefühls ankommen läßt srachamim ״Barmherzigkeit"), sondern gebietet, daß sie chesed d. h. ein -Ausfluß des Selbstbewußtseins und des freien Willens sei. Das Judenthum verdient also allgemeine und öffentliche. Anerkennung,- und man gewährt sie ihm nicht. Und Ihr Juden selbst seid gleichgültig dagegen. Denn man . ge- und macht sich in ihrem Leben geltend. Glaubt man jüdischerseits angesichts solcher judenfeindlichen Erscheinungen und Bestrebungen die politischen und socialen Eroberungen der Reuzeit noch für sich und die Zukunft gesichert? Oder ruft ein solcher Kampf zum Gegenkampfe auf? Ist es die Zeit auszuruhen? Hat da die Feier des Ehanukafeftes, die Erinnerung an den Kampf Israels für Recht und Wahrheit in währt Euch auch die-bürgerlichen undgesellschaftlichen Rechte der Vorzeit keine Bedeutung mehr? Bedarf es in unserer nicht weil, sondern obgleich Ihr Juden seid. Ihr tragt also Zeit nicht der Mahnung mehr, den Kampf fortzuführen? : damit selbst eine Gleichgültigkert gegen das Judenthum, ja eine Wäre indeß Antipathie alias Risches gegen die. Juden Verhöhnung desselben zur Schau. Und doch verlangt Ihr Nicht mehr zu fürchten, das Doch nur schläft und bei dem wiederum Eure. Rechte als Juden und׳ verweigert die. christleisesten Geräusch wieder geweckt wird, selbst in seinen Krei-! liche Taufe, u-m mit dieser der staatlichen und socialen GLeichbesen; wären die .Eroberungm der Neuzeit zu Gunsten der; rechtigung theilhastig zu werden. Ihr thut vielleicht so, nicht Juden alle gesichert, die jedoch vielfach, nur aus Rechtsgefühl! aus- Interessefür -das Judonthum,- sondern׳ aus Gleichgültig- oder als eine Forderung des Rechtsprincips zugestqnden und keit gegen alle Religion, auch die christliche? Dann kämpft nur aus moralischem Schamgefühl nicht zurückgezogen werden,! wenigstens gegen die öffentliche Bevorzugung der chrrstlrchen keineswegs aber aus Sympathie, so fehlt doch überall dem: Kirche.- - Dadurch würde das Judenthum von . selbst zw Aner- und des׳ Judenthums zu. rechtfertigen, neuerdings characteristische Unterschiede zwischen Arier und Semiten, den indogermanischen. Völkern , und den Juden, ausgesucht; auch Renan .ist darin nicht zurückgeblieben. Cr findet, einen .Grund für ^enn alle sind Priester in Israel, Die messianische Idee des I. ...j.! *nof( Wo feinen . melöbe die Nollkommenbeit . aller menschlichen die anti-jüdische Stimmung auch darin, weil die Juden keinen kriegerischen, sondern einen mehr friedlichen Sinn haben. Wie Lei den. alten Römern-der Hauptruhm des Mannes die Voll- #י, seitens des Staats zu Theilwird, denr Judenthrmr ebenfalls -zugesprocherr werde. Dafür genügt aber nicht, daß blos. die Lehrer und Priester des Judenthums in den Kampf eintreten, Judenthums,, welche die Vollkommenheit .. aller menschlichen Zuständeins Auge faßt, soll ihre dereinstige Verwirklichung ja auch, nw durch die Menschen selbst finden können .(כלם מנאי).