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Jüdische Volkszeitung · 1874-12-01 · 48 (1.12.1874) · p. Seite 385

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1874
Issue
48 (1.12.1874)
Date
1874-12-01
Page
Seite 385 (sequence 7)
Language
German
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Frankreich. Ans Frankreich haben wir zu unserer größten Genugthuung fortwährend von Seite unserer Glaubensgenossen, besonders von denjenigen, die in der Armee bedienstet sind, die erfreuliche Thatsache zu constatiren, daß sie die wohlverdienten Auszeichnungen und Aufmunterurgen empfangen. Das neueste derartige Beispiel ist, daß Samuel Lazard, Capitaine im 124. Infanterie-Regiment, als Anerkennuug für 25 treu geleistete Dienstjahre im Heere vom Marschall der Republik zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden ist. Italien Padua. Einige Stunden nach dem Tode des Professors Guisseppe Levi, weiland Herausgeber des ״Educators Jsraelite", lief vom italienischen Minister des öffentlichen Unterrichts ein Brief ein, worin S. Excellenz an den inzwischen verstorbenen Professor, welcher einige Jahre früher mit den: St. Mauritius- und Lazarus-Orden decorirt worden war, das Ersuchen stellte, einige Worte eigenhändig niederzuschreiben, damit diese dem Album einverleibt würden, worin die Autographien der berühmtesten Männer Italiens gesammelt werden. In Floreuz ist der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt worden. ״Vessillio Jsraelitico" gibt folgende Uebersicht von KterarMe8. .נתינה לגר Ein neuer Commentar über die chaldäische Uebersetzung der Thora von Onkelos von Dr. Adler, Oberrabbiner in London. Erschienen bei Romm, Wilna 1874. Es ist in diesen Blättern schon vor Monaten vom Commentar über den Targum des Onkelos von Dr. Adler ׳-kurz die Rede gewesen. Seitdem ist das Werk in der obengenannten Verlagshandlung erschienen, und die Stimmen in der Presse, besonders der englischen, sprechen sich mit so ungeheurem Lobe über dieses Geistesproduct Adler's aus, daß gewiß auch viele Leser dieser Zeitschrift sich dafür interessiren dürften. ״Jewish World" schreibt unter Anderm: Als wir Dr. Adler's Commentar zum ersten Male in die Hand nahmen, waren es gleich die ersten Zeilen, die uns zur großen Bewunderung ob des reichen Schatzes classischer, rabbinischer und chaldäischer Kenntnisse des hochangesehenen Verfassers hinrissen. Eine eingehendere Prüfung des Werkes bestimmte uns mit diesem Gefühle unfern Dank für den Verfasser zu vereinigen, der solche Schätze aus einer so hochgeschätzten Fundgrube uns zugänglich macht, besonders da er mit einer ungescheuten, furchtlosen Freimüthigkeit der orthodoxen Richtung gegenüber tritt, von welcher einzelne Stimmen sich dahin vernehmen lassen, der Oberrabbiner halte nicht Juden, welche in den verschiedenen legislatorischen Versammstrenggläubig an den Traditionen der Väter, wodurch dieser lungen Europas Sitz und Stimme haben. In Oesterreich sind j Pfeiler des conservativcn Glaubens mit seinen Glaubensgees 14, in Deutschland 7, in Frankreich 5, in England 5 und in Italien 12. Schweden. Stockholm. Herr Valentin, Präsident der jüd. Gemeinde von Stockholm, ein berühmter Sprachforscher, ist als Professor der deutschen Sprache für die Prinzessin der schwedischen königlichen Familie auserwählt worden. Bei der Annahme dieses Postens machte Herr Valentin zur Bedingung, daß ihm gestattet werde, am Sabbath sich seiner haushofmeisterlichen Verpflichtungen zu entledigen. Amerika. New-Orleans. Die Herbstfeste wurden in herkömmlicher Weise gefeiert. Als von besonderem Jntersse wäre zu bemerken, daß im ״Sinai-Tempel", ungeachtet der erste Tag Rosch Haschanah ר״ה am Sabbath war, doch Schofarblasen stattfand; ebenso wurde auch am ersten Tage Sukkoth, am Sabbath, das Gesetz von Lulav erfüllt. (״Jewish Times".) Asien. Smyrna. Der ״Levant Herald" berichtet: Arme Frauen, welche das Unglück (sic!) haben, mehr als zwei Kinder zu gebären, scheinen von wohlthätig gesinnten Freunden angemessene Unterstützung zu finden. Eine blinde jüdische Frau wurde jüngst mit drei Knaben entbunden. Wie gewöhnlich in solchen Fällen, gehörte die fruchtbare Mutter der ärmsten Classe an. Dieselbe Mutter hatte bereits schon zweimal Zwillinge zur Welt befördert. Zu ihrer großen Armuth gesellte sich also noch die Last dreier weitern Knaben. Dies erregte die Theilnahme einiger barmherzigen Leute. Es wurde alsbald eine Subscription ins Werk gesetzt, mit dem Erfolg, daß eine Unterstützungssumme von 10 Pfo. Strl. per Jahr erzielt wurde. Mit dieser Hilfe noch nicht zufrieden, haben die großherzigen Menschenfreunde dem Vali (Gesundheitsrath) ein ׳Memorandum überreicht, damit er die unglückliche Mutter in seinen Schutz nehme. nossen bei vorherrschender Neigung zum Stempel des Alterthums in Widersprüche gerathen muß. *) Der Verfasser ist eben so sehr Meister über den Text des Targum als über die dunklen Stellen der Sprache und Interpretation, welche zur vollsten Klarheit gebracht werden. Dabei wird der Urtext hochgehalten und der Proselyte Aquilas kindlich verehrt. Bei voller Unabhängigkeit des Urtheils werden die Ansichten seiner Zeitgenossen, die seines Sohnes, seines Bruders und verschiedener Freunde mit inbegriffen, vollständig gewürdigt. Der Name des Verfassers erhält durch diese Arbeit einen Ruhm auf die Nachwelt im Anschlüsse an Männer wie Raschi, Aben Esra,Raschbam, Nachmanides und Mendelssohn. (Halt! Red.) Es ist ein riesenhaftes Werk, aber nur für gelehrte Männer. Der Rccensent schließt seine Kritik mit den Worten: Wenn die gelehrte Welt dem Verfasser solches Lob spendet, müssen da die englischen Israeliten nicht beschämt ihr Haupt senken, wenn Nichtisraeliten sie fragen: ״Bitte, was halten sie von dem preisgekrönten Werke des Oberrabbiners, da es, wie eine Satyre lautet, wenn man behauptet, daß es kaum 50 Jsraeliten in England sein dürften, die eine Zeile davon verstehen", wie der Correspondent der ״Jewish World" behauptet. Nürnberg. B׳ -n. Feuikketon. Bei einem Getauften. Eine Erinnerung aus meinem Leben. (Schluß.) ״Wir hatten studirt, überall trafen wir auf Hindernisse, — weil wir Juden waren. Wir waren vom Ehrgeiz erfüllt; wir wollten hohe Stellungen im Staate einnehmen; die _ ) ®1”0 <פ־ stmer Zeit Herrn Dr. Z. Frankel mit seinem מבוא התלמוד besser? Wer sich der damaligen Anfeindungen Frankel's erimrert, weiß, auf welche Quellen solche Angriffe zurückzuführen sind. ״Dre Relrgwn ist in Gefahr", das haben sie noch nicht vergessen;

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