Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volkszeitung · 1874-09-08 · 36 (8.9.1874) · p. Seite 284

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1874
Issue
36 (8.9.1874)
Date
1874-09-08
Page
Seite 284 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9588641-9578923-9579244--799-9579248
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

284 Verbrechen nimmt der Jude lebhaften Antheil; in dem Dorfe ein Einzelner, in den Städten Hunderte und Tausende. (Nr. 176 vom 4. August 1874.) 2) Schon zu Zeiten der Patriarchen wurde von den Juden übervortheilt, betrogen, fremdes Eigenthum sich angeeignet, und die Bibel heiligte dieses als mit den Grundsätzen der Bibel vereinbarlich. Jacob kaufte vom hungernden Esau die Erstgeburt um ein Linsengericht, und die Bibel ertheilte ihm im Namen Jehovahs das Absolutorium. Jacob erschwindelte hiefür den Segen des Vaters, und auch das absolvirt die Bibel im Namen Jehovahs. Der Jude ist nur dann redlich und rechtschaffen, wenn er betet oder schläft. (Nr. 159 vom 15. Juli 1874.) 3) Die Juden sind unfähig einer ehrlichen Arbeit; der Bauer arbeitet und der Jude verzehrt es, den Juden fehlt jedes moralische Bewußtsein. (Nr. 137, 18. Juni 1874.) 4) Da die Juden bei den letzten Reichsrathswahlen im Sinne des Wiener Liberalismus ihre Abgesondertheit manifestirten, stellte es sich als nothwendig heraus, gegen die Vermehrung des feindlichen Elementes politisch wie national-ökonomisch aufzutreten. (Nr. 135 vom 16. Juni 1874.) 5) Die überwiegende Mehrheit der Juden betrachtet als erstes politisches Dogma ״Geschäft". Der Egoismus treibt sie zur Organisirung einer das Volk aussaugenden Bande. (Nr. 75 vom 2. April 1874.) 6) Der Ausgangspunkt unseres gegen die Juden begonnenen Kampfes waren die letzten Reichsrathswahlen, der Verrath ihrerseits. (Nr. 51 vom 4. März 1874.) 7) Sobald ein Reisender die Bahn in Krakau verläßt, ist er von einer Menge Juden umgeben und ist nicht mehr sicher seiner Brieftasche, seines Sacktuches. (Nr. 163 vom 19. Juli 1874.) 8) Jede Hütte eines Juden ist die Höhle, aus der Elend und Demoralisation im ganzen Dorfe ausgestreut wird. Der Einnehmer der Weggebühr bestiehlt und betrügt den betrunkenen Bauer; von Dieben nimmt er gestohlene Sachen, dem Räuber hilft er rauben. Kein Jude soll zugelaffen werden zur Pachtung einer Mauth oder eines Straßenbaues. (Nr. 264 vom 7. November 1873.) 9) Der Grundsatz der Juden ist der, daß die Beeinträchtigung Anderer keine unmoralische Handlung ist. In den Augen der Ladendiebe (Juden) ist es keinem Zweifel unterlegen, daß, wenn 36 durch P bestohlen, beraubt und gemordet wird, dieser A sich dessen erinnert und abzuwehren trachtet, denn dieser 36 hat im Kahal das Privilegium zum Schinden erworben. (Nr. 172 vom 30. Juli 1874.) 10) Die Juden sind das undankbarste Volk der Welt. Die Juden sind gemeine Denuncianten, verkäufliche Volksverräther. (Nr. 170 vom 28. Juli 1874.) 11) Es ist eine bekannte Thatsache, daß sich selten ein Diebstahl, ein Raub oder ein Betrug ereignet, bei dem nicht ein Jude die hervorragende Nolle spielt. (Nr. 270 vom 14. November 1873.) Corresponäenz. Aus Baden. Wie Ihnen bereits früher mitgetheilt, sind durch den Wegzug der bemittelteren israelitischen Familien die ׳ Gemeinden auf dem Lande derart reducirt, daß ein Religionslehrer oft 2—3 Stellen zu versehen hat und man sich genöthigt sieht, Individuen zu nehmen, wo und wie man sie bekommt. Ebenso sieht es mit den Rabbinaten aus. Der Bezirk Bühl wird vom Rabbiner in Carlsruhe versehen, Sinsheim von Heidelberg, Breiten von Bruchsal, Tauberbischofsheim von Merchingen. Uebrigens sind die Herren Rabbiner dennoch nicht sehr in Anspruch genommen; außer der Vornahme von Trauungen und alljährlichen Religionsprüfungen haben sie wenig zu thun, wenn nicht hie und da, wie hauptsächlich in Gailingen, sie einen Theil des Religionsunterrichtes übernehmen. Die kirchlichen Zustände bleiben dieselben, wenn die einzelnen Gemeinden sich nicht selbst emanzipiren, wie Mannheim gethan. Trotzdem der ultramontane Abgeordnete Hans Jakob den Minister Jolly schon zweimal interpellirte, warum nicht auch bei den Israeliten die grundsätzliche ״Trennung des Staates von der Kirche" vor sich gehe, indem er es auch nicht gerne sehe, wenn andern Confessionen Ketten angelegt werden, bemerkte auch das letzte Mal der Minister: ״Die Israeliten wollen es nicht anders, denn es seien bisher keinerlei Schritte von denselben gethan worden, einen andern Zustand herbeizuführen." Obschon sich das hyperorthodoxe geistliche Mitglied des Oberraths hinter den Ministerialrath flüchtet und zeitweise sich mit seinem ftommen Nimbus umgibt, scheint die Wirksamkeit desselben von keinem eminenten Nachdruck begleitet zu sein, wie sich in der Disputation mit dem Synagogenrathe in Freiburg wegen Herstellung einer Mikwe gezeigt; die Acten liegen ruhig und der Prozeß schläft, wie die selige Kirchenverfassung. Am Schlimmsten steht es jedoch mit der Ministerialverordnung von 1849, wonach Israeliten verpflichtet sind, auch dann ihre Gemeindebeiträge nach ihren Geburtsorten zu entrichten, wenn sie ihre Cultussteuern in den Städten zahlen, wo sie sich ständig niedergelassen. In der neueren Zeit ahmen sie dem ״denkwürdigen" Beispiel der Karlsruher Frommen nach und erklären ihren Austritt aus dem Judenthum, um sich den verrosteten Verordnungen zn entziehen und weil sie nicht hoffen können, daß speciell unsere Behörde etwas Neues und Zeitgemäßes an den Tag zu fördern im Stande ist. Diese Woche fand eine Civiltrauung zwischen einem protestantischen Arzte und einer Jüdin in Heidelberg und einem Israeliten (von Nonnenweier gebürtig) mit einer Christin (Münchenerin) in Nonnenweier statt. Auch ein Product des Culturkampfes? Hamburg, im August. Als die ersten Nachrichten von dem letzten gegen den Fürsten Bismarck gerichteten Attentat durch die Welt flogen, in welchen der über den Weg gesprungene Pfarrer Hauthaler eine Rolle spielte und in einem weiten Kreise sofort die Meinung von einer Mitschuld jenes Geistlichen und selbst von einem Complott der ultramontanen Partei lautbar wurde, da kam mir das in der hl. Schrift angeführte Wort des Jithro in den Sinn: ״Jetzt erkenne ich, daß Jehova größer als alle Götter, denn das, wodurch sie gefrevelt, kam über sie." Ich dachte, wenn Kulman und Hauthaler Juden gewesen wären und eine solche Geschichte vor 500 Jahren sich ereignet hätte, würde da nicht eine ganze Judengemeinde oder vielleicht die Juden eines ganzen Landes, denen man an dem Morde ein Interesse hätte zuschreiben können, in die größte Noth gekommen sein? Hätten nicht der, welcher das Attentat ausgeübt, und der Rabbiner, der zufällig vor dem Wagen gesehen wurde, bei dem peinlichen Verhör unter der Folter Alles ausgesagt, was man nur wollte? Und die öffentliche Meinung hätte keinen Augenblick gezweifelt, daß die Judenschaft daselbst sich zu einem Morde verschworen. Diese Ungunst der öffentlichen Meinung, dieses rasch fertige Vorurtheil gegen die ultramontane Partei berührte mich recht unangenehm, aber wir sahen in der jetzigen Lage jener Partei gegenüber der jetzigen Regierung des deutschen Reiches die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.