Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1874
- Issue
- 31 (4.8.1874)
- Date
- 1874-08-04
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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246 anlassen, daß einem jungen Glaubensgenossen die Militärdienstzeit abgekürzt, daß er nach kurzer Zeit seiner Familie, deren einzige Stütze er oftmals ist, seinem Berufe, seinem religiösen Leben zurückgegeben wird, ist wahrlich edle und echte Wohlthätigkeit. (Un. Jsr.) _ — Einem ministeriellen Beschluß zufolge, wurde in der Pariser Garnison jeder einzelne Soldat nach seiner Religion gefragt. Italien. Verteilt. Der Chefredakteur des ״Educatore Jsraelitico", Professor Guiseppe Levi, ist am 10. v. Mts. gestorben. Unterrichte unä Erzietmng8wesen. — Die K. Israelitische Lber-Kirchen-Behörde hat an sämmtliche israelitische Kirchenvorsteherämter folgendes Rundschreiben erlassen: Das im Regierungsblatt Nr. 18 erschienene Gesetz vom 23. Juni d. I., betreffend die Penstonsverhältniffe der israelitischen Volksschullehrer und Vorsänger, enthält im Art. 2 eine ergänzende Bestimmung bezüglich der Penstonsverhältniffe der aus dem ausschließlichen Vorsängerdienste in den öffentlichen Schuldienst künftig übertretenden oder schon früher iibergetretenen Vorsänger und verschafft im Uebrigen den aus dem öffentlichen Schuldienst in den ausschließlichen Borsängerdienst übertretenden oder übergetretenen Volksschullehrern eine bisher nicht besessene Pensionsberechtigung; dagegen ist die Regelung der Pensionsverhältnisse derjenigen Vorsänger, deren Stellen mit einem Volksschuldienste nicht verbunden sind und welche einen solchen auch früher nie bekleidet haben, der israelitischen Oberkirchenbehörde Vorbehalten geblieben. Indem nun in den beiden ersten der hievor genannten Beziehungen die israelitischen Lehrer und Vorsänger auf die Bestimmungen des Eingangs erwähnten Gesetzes verwiesen werden, wird zugleich in Ansehung der nicht zuvor im Schuldienste angestellt gewesenen Vorsänger und beziehungsweise der zur Zeit bereits definitiv angestellten Vorsänger dieser Gattung, mit Genehmigung des K. Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens vom 7. d. M. andurch festgesetzt, daß auf sie die im Art. Abs. 1—3 und Art. 4 des Gesetzes vorn 23. I. d. I. ausgestellten Grundsätze gleichmäßig angewendet werden sollen. Auch werden diesen Vorsängern bei ihrer Pensionirung die früher im unständigen Vorsängerdienste vonr zurückgelegten 30. Lebensjahre an zugebrachten Jahre in die pensionsberechtigte Dienstzeit eingerechnet werden. Die israelitischen Kirchenvorsteherämter erhalten hiemit die Weisung, die Lehrer-Vorsänger und die ausschließlichen Vorsänger ihrer Gemeinden von gegenwärtiger Verfügung in Kenntniß zu fetzen und den letzteren zugleich zu bemerken, daß ihnen eine besondere Aufforderung zur Erklärung darüber zugehen werde, ob sie in die mit der israelitischen Centralkirchencasse verbundene Pensionsanstalt für die Vorsänger und deren Hinterbliebenen ausgenommen werden wollen oder nicht. Stuttgart, den 13. Juli 1874. Schmidt. Levi. (Frequenz der Gymnasien nnd Realschulen in Prentzen.) Dem November-Hefte des in dem Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten herausgegebenen ״Centralblattes für die gesammte Unterrichts- Verwaltung in Preußen" entnehmen wir nachstehende interessaute General-Uebersichten über die Frequenz der höheren Lehranstalten in Preußen; namentlich geht aus denselben hervor, in welchem Maße sich der evangelische, der katholische und der jüdische Theil der Bevölkerung cm dem Besuche dieser Bildungsanstalten betheiligt. Von den 62,513 Schülern, welche während des Wintersemesters 1872/73 die Gymnasien besuchten, gehören 68 Percent der evangelischen, 24 Percent der katholischen und 8 Percent der jüdischen Bevölkerung an. Die 8791 Schüler der mit den Gymnasien verbundenen Vorschulen vertheilen sich auf diese drei Bekenntnisse im Verhältniß von 80Perc. zu 9 Perc. zu 11 Perc. Von den 3377 Schülern der Progymnasien waren 44 Perc. evangelisch, 10 Perc' katholisch, 16 Perc. jüdisch; von 211 Vorschülern waren 74 Perc. evangelisch, 9 Perc. jüdisch. Die Realschulen erster Ordnung besuchten 25,583 Schüler; davon waren 79 Perc. evangelisch, 12 Perc. katholisch und 9 Perc. jüdisch. Die damit verbundenen Vorschulen waren von 4502 Schülern besucht, hiervon 75 Perc. evangelisch, 7 Perc. katholisch, 18 Perc. jüdisch. Auf den Realschulen zweiter Ordnung befanden sich 4215 Schüler, deren 75 Perc. evangelisch, 7 Perc. katholisch, 18 Perc. jüdisch; auf den Vorschulen derselben 1275 Schüler, davon 68 Perc. evangelisch, 8 Perc. katholisch, 24 Perc. jüdisch. Die höheren Bürgerschulen wurden von 9361 Schülern besucht, darunter 78 Perc. evangelisch, 17 Perc. katholisch, 5 Perc. jüdisch; die Vorschulen derselben von 2646 Schülern, darunter 86 Perc. evangelisch, 10 Perc. katholisch, 4 Pere. jüdisch. Auf mehreren noch nicht zu Abgangsprüsungen berechtigten höheren Bürgerschulen und sonstigen noch in der Organisation begriffenen Real-Lehranstalten befinden sich noch 995 Schüler, wovon 75 Perc. evangelisch, 20 Perc. katholisch und 5 Perc. Züdschen Bekenntnisses; auf den hierzu gehörigen Vorschulen!159 Schüler, darunter 62 Perc. - evangelisch, 33 Perc. katholisch und 5 Perc. jüdisch. Von den sämmtlichen 106,014 Schülern der erwähnten höheren Lehranstalten, zunächst von den Vorschulen abgesehen, gehörten hiernach 70 Perc. dem evangelischen, 21 Perc. dem katholischen und 9 Perc. dem!jüdischen Bekenntnisse an. Die Vorschulen wurden von 17,584 Schülern besucht, darunter 76 Perc. evanglische, j 13 Perc. katholische und 11 Perc. jüdische. Ueberhaupt! betheiligten sich an dem Besuche sännntlicher höheren Lehranj stalten liebst Vorschulen in Preußen 123,598 Schüler, dar-!unter 73 Perc. evangelische, 17 Perc. katholische und 10 Perc. jüdische. Die Gesammtbevölkerung Preußens besteht aus 16! Millionen Evangelische, 8 Millionen Katholiken und 325,000 -Juden. Es haben demnach ׳per Tausend der evangelischen Be-! völkerung 6 Schüler, der katholischen Bevölkerung 3 Schüler,! der jüdischen Bevölkerung 40Schüler die höheren Lehr-! anstalten besucht. FeuUkketon. Aeltere Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Fürth. - Die Geschichte von der jüdischen Gemeinde in Fürth! steht mit jener der Schwesterstadt Nürnberg in einer begrün-! deten Verbindung. Was die jüdische Gemeinde in Nürnberg - durch ihre Altersfolge voraus hat, ergänzt Fürth durch seinen dominirenden Einfluß, welchen es auf die jüdischen Verhältnisse, die cultuellen und scholaren, bis auf die neueste Zeit als Planzstätte jüdischer Wissenschaft, ausgeübt hat. Von seiner קבוץ ישיבה wissen eine Reihe noch jetzt lebenden Theologen und Lehrer unvergeßliche Reminiscenzen zu geben. Unzählige Geistesproducte jüdischer Gelehrten hatten hier ihre