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Jüdische Volkszeitung · 1873-10-21 · 43 (21.10.1873) · p. Seite 340

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
43 (21.10.1873)
Date
1873-10-21
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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340 auf die Männer der Feder, auf die jüdischen Schriftsteller, die! der demokratischen Partei angehören, und schließen sich der! Reaction an, der sie ohne die jüdischen in der Presse wirksamen Schriftsteller zur Beute und Ausnutzung fallen würden. Es gibt in der That nichts Verächtlicheres als diese reactionären Juden, die mit den ihnen abgenommenen Ketten ihre Befreier peitschen. Wennirgend ein Volk mit den Bedrückten gegen ihre Bedrücker, mit den Verfolgten gegen ihre Verfolger, mit den Sclaven gegen ihre Tyrannen stehen muß: so find es gewiß! die Juden; denn kein anderes Volk der Erde hat so viel, hat! so lange wie sie im Joche der Tyrannei geseufzt. Nicht das Geld, das so oft die Ursache der abscheulichsten Judenver-! solgungen war, hat die Juden von der jahrhundertlangen - Knechtschaft befreit; sondern blutarme, schwächliche und ge-! brechliche Juden waren es, die durch seltene Herzenswärme, ׳ durch Waffen des Geistes und durch unerschütterliche Kraft! der Ueberzeugung an dem Besreiungswerke gearbeitet." j Gebet für die bedrängten. j Im Anschluß an meine Anregung zur Einfügung eines j Gebetes für die Bedrängten in den Sabbath- und Feiertags- > gottesdienst an Stelle des Jekum Purkan gestatte ich mir! folgenden Entwurf zur Prüfung und Erörterung eines besseren j zu veröffentlichen: j ״Allgütiger! Der du unsere Väter aus Egypten, uns! aus dem Joche mütelalterlicher Vorurtheile und Bedrückungen j befreit hast, der du uns die Freude erleben ließest, im deut-! scheu Vaterlande, dem Lande unserer Geburt, das wir lieben; mit aller Glut unserer Seele, uns frei und vollberechtigt an-! erkennt zu sehen, nimm unseren innigen Dank für diese Herrliche Wendung unseres Schicksals entgegen. Gieb, daß wir allezeit als treue Söhne Deutschlands, als echte Israeliten,! als wahre Menschen uns bewähren und laß ein gleich günstiges Schicksal auch bald allen unseren Glaubsnsbrüdern zu Theil werden, die noch unter dem Drucke barbarischer Gesetze schmachten, sende ihnen Schutz und Errettung, segne die Bestrebungen der Alliance israslite universelle, gieb ihren edlen! Unternehmungen Heil und Gelingen und eifrige Förderer,! und laß uns bald die Zeit erleben, in der alle Welt einstimmt in den Ruf: ה' אלהינו ה' אוחד! אב הרחמים אשר הוצאת אבותינו מארץ מצרים ואותני מעבדות לחרות, שהחיתנו לזמן הזה, וקימתנו והגיעתנו לראות גאולתנו בארץ! מלדתנו, ארץ גרמניא אהבת נפשנו! מודים אנחנו לך ששנית חיינו מיגון לשמחה, מאפלה לאור גדול! אב הרחמים תן לנו בכל דור ודור להיות בני צדיקים בארצנו, בני ישראל ביראתנו, בני שלם לבל האדם, ותאיר פניך במהרה לאחינו הזעקים בצרה, ותצמח להם ישועה בקרוב, תן נא ברכה והצלחה לאחדות ישראל הנקרא: אלליאנצע איסראעליט אוניווערזעל ולכל בהם, והתחינו במהרה לישועה ולראות כל העולם כלו אגדה לעשות רצונך בלבב שלם, להודיע שאתה הוא ה׳ אלהינו ה׳ Emil Lehmann. Correfpondenz. Aus Kaäen. Wenn Hr. Lehmann, der Repräsentant der Hyperorthodoxen, seine Leute nicht fähig hält, gemeinschastliche Sache mit den Ultramontanen, Erzfeinden des Judenthums und allen Lichtes, zu machen, dann möge ihm ein verwandter Vorgang in Bühl doch Erkenntniß verschaffen. — Der Bad. Landeszeitung wird von einem dortigen Correspondenten mit großer Bitterkeit geschrieben: ״Bei der Heutigen Wahlmännerwahl zum badischen Landtag fiegten mit Hilfe der Juden die Schwarzen; sie werden morgen wieder siegen, denn die Juden werden wieder Helsen." In einem andern Artikel, in welchem die Frage aufgeworfen wird: ״Wie es komme, daß unabhängige Juden mit den Ultramontanen wählen?" erfolgt die Antwort: ״Juden und Capläne speculiren mit gleich gutem Erfolg aus die Dummheit des Volkes." — So haben vielleicht 2 oder 3Hyperorthodoxe Bühl's, die sich zu den Frommen Lehmann's zählen, gleich ihren Gesinnungsgenossen in Mainz ebenfalls חלול השם in unserem ganzen Lande verursacht. Es soll dies die ״wohlbekannte" Familie W. sein, die uns badischen Juden nichts weniger als Ehre erwiesen, indem ein gewisser W. von da schon mehrmals in verdächtiger Untersuchung gestanden; aber fromm find die Leute. Nun berichtigt das Bühler Wahlcomits, sowie die Karlsruher Zeitung, daß von ca. 40 Abstimmenden sämmtliche Juden, mit Ausnahme dieser Dreien, ihre Stimme liberalen Candidaten gegeben und man hätte von der weitverbreiteten Bad. Landeszeitung, die sich ein Organ des Liberalismus nennt, erwartet, daß sie nicht die Juden in ihrer Gesammtheit, sondem nur diese Auswüchse mit ihrem Schwertstreiche zu vernichten suche. Allein die Zionswächter, die sich mit Schriftkenntniß, תלמוד תורה stets brüsten, sollten doch wissen: האיש אחד יחטא ועל כל העדה תקצוף (Wenn ein Mann sündigt, wirst du über die ganze Gemeinde zürnen?); das Vorurtheil und Rischus stellt sich an die Stelle Abrahams: האף תםפד< צדיק עם רשע (Willst du den Gerechten mit dem Bösewicht vertilgen?^!, sondem verdammt das ganze Judenthum. Darum: ״Gleiche Brüder, gleiche Kappen!" ÄN8 Eifenack erhaltern wir fortwährend Nummem einer dort erscheinenden Zeitung, die den Zwiespalt zwischen den verschiedenen Richtungen der dortigen Gemeinde und insbesondere zwischen Rabbiner und Gemeinde beurkunden. Wir können darauf weiter nicht eingehen, glauben vielmehr, daß 1

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