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Jüdische Volkszeitung · 1873-05-21 · 21 (21.5.1873) · p. Seite 165

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
21 (21.5.1873)
Date
1873-05-21
Page
Seite 165 (sequence 5)
Language
German
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165 sammenhang dieses deutschen Zweigvereins mit toi Alliance israelite universelle hinsichtlich ihrer gemeinsamen Zwecke je gelockert oder gar gelöst würde?!" Dr. Hochstädter, Bezirksrabbiner. Nachbemerkung der Redaction. Wenn wir sehen, wie die faule Heuchelei für Alles zweierlei Maß hat, zweifeln wir zuweilen an der Möglichkeit, in irgend einer Sache die Einheit des deutschen Judenthums Herstellen zu können. Als die Berliner ihre Vorschläge machten, da wurde von orthodoren Blättern Deutschlands die Parole ausgegeben: Die ״Reformer" wollen sich ein neues Feld der Thätigkeit erringen, wollen die Alliance in ihre Hände bringen. Und mit diesen Waffen lähmten sie das Bestreben, Organisation in eine Sache selben sollen unsere Dorfjungen nicht allein dahin gebracht werden, daß sie die deutsche Sprache wie ein Meister Handhaben; in Geographie, Geschichte (״alte, mittlere, neue und neueste") u. s. w. Tüchtiges leisten, sondern sie sollen auch ״Botanik, Zoologie und — Chemie", und Gott weiß, was Alles noch lernen. Mit den Kleinen soll der Lehrer, dieses Factotum, Denkübungen halten, und würden wir uns darüber gefreut haben, wenn aus dem Plane des Herrn Nabbinen irgendwie ersichtlich gewesen wäre, ob diese Denkübungen in den Formen der Bildung und Wissenschaft unserer Zeit, oder in denen eines Schulchanaruch gehalten werden sollen. Trotz dieser von einer Kraft zu überwältigenden Stoffmasse, bleiben immer noch 7, sage sieben Stunden wöchentlich für zu schaffen, die für Deutschland mindestens noch gar keine! den religiösen Unterricht übrig, drei allein für — Chomefch, Form hat. Jetzt thut man in Wien, was man in Berlins an deffen Lectüre die hebräische Grammatik auch noch gewonbeabsichtigte, ohne zu fragen, ohne nur die geringste Rücksicht j neu werden soll. — Sind das nicht glänzende Aussichten? auf Paris zu nehmen und — kein Wort des Tadels trifft! Dürfen wir uns daher nicht Hoffnungen hingeben, die die die Wiener Bestrebungen. Und doch hat Deutschland vermöge der Zahl und Intelligenz seiner jüdischen Einwohner das Recht, mindestens dasselbe zu beanspruchen, was Oesterreich beansprucht! Und wir zweifeln nicht: würde nran in Paris ungezügeltste Phantasie eingeben kann? Und ihr westfälischen Lehrer, die ihr ״eure Pflicht nicht thut", wenn ihr nicht Alles erreichet, kommt zu uns und sehet euch einen weimarischen Lehrer und Tausendkünstler von anno Jetzt an, der erreicht besser berathen sein, als man es durch die Paar neue Freunde nicht nur die Intentionen seines einsichtsvollen und praktisch ist, die sich glücklich einen Platz im Centralcomite errungen j erfahrenen Vorgesetzten, sondern derselbe erübrigt auch noch haben, so würden in Deutschland allein so viele Mitgliederj so viel Zeit, daß er das Vorbeter-, Schächter-, Mohelamt rc. Zu gewinnen sein, als jetzt überall sonst zusammen genommen mit Muße vertreten kann! — Aber nicht blos das Schul-, sind; und der deutsche Zweigverein könnte, auch wenn er b i e! auc^ das Seelsorgeramt wird von unserm Rabbinen in der Hälfte seiner Beiträge in Deutschland verwendete, viermal j זז^^^טז Weise vertreten. Am!ערב 2 □ר lud er sämmtliche so viel Geld noch zu den übrigen Aufgaben der Alliance > בכורים• ju einem סיום ein, und entband, indem er dem lieben israelite universelle zuwenden und nach Paris senden, als! Herrgott ein Schnippchen schlug, seine würdige Zuhörerschaft, jetzt aus Deutschland hingehen. So ist die ganze Entwickelung j darunter natürlich die größten Amrazim, von der imaginären, gestört. Sieht man da nicht deutlich, wie der Eigennutz und! aber weil die Person, das Ich mit ins Spiel kommt, in rodie Selbstsucht sich breit macht auf den heiligsten Gebieten? Gott bessere es! Von äer Werra. Unser Rabbiner fängt an sein Amt in der würdigsten Weise zu inauguriren, und wenn nicht Alles täuscht, gehen wir einer glänzenden Zukunft entgegen. mantisch-abergläubischen Köpfen fortwuchernden Pflicht des Fastens an diesem Tage. — Mancher denkende, mit der Religion und ihren sittlichen Institutionen es ehrlich meinende Jude, besorgt um die Zukunft derselben und um unsere staatliche und bürgerliche Stellung, legte sich durch solch rabbinische. Unsere sociale und politische Stellung, das unsterbliche Werk! unsere Zeit und ihre Bestrebungen so arg verkennende Vor des durch seine Leutseligkeit und reine, interesselose Menschenliebe in dem Andenken aller Besserdenkenden sorilebenden Heß, um die uns unsere übrigen Glaubensgenossen oft beneideten, sie dürfte unter der Aegide, des Hrn. Krön er an Umfang und Gehalt gewinnen, und unsre religiösen Verhältniffe einer kaum geahnten Blüthe entgegengeführt werden. Was der בכורים, wenn sie auch sonst mit sämmtlichen Weimaranern günge die Frage vor: *מה העבודה הואת ק und fand ihre Lösung und seinen Trost in der Antwort: ואמרהם ובה פסח הוא. — Ja, selbst sogenannnte orthodoxe Juden zweifelten an dem Segen resp. Unsegen der rabbinischen Affaire hinsichtlich uns zu dieser ausschweifenden Hoffnung berechtigt, ist der, soeben publicirte, von tiefer pädagogischer Einsicht zeugende Lehrplan für unsere Dorf- und Elementarschulen, der nicht allein den berechtigten Forderungen des Staates, der unsere Schulen in großartiger Weise subventionirt, sondern auch denen der jüdischen Religion in jeder Weise gerecht zu werden sucht. Nach demganz sicher waren in der Beantwortung der Frage, wer wohl unter jenen der größte בכור שור gewesen sei. — Äundfdiau. 84. Coburg, 5. Mai. Vor Kurzem hat sich unter den besonders seit dem letzten Jahrzehnt sehr merklich hier ange-

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