Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1873
- Issue
- 21 (21.5.1873)
- Date
- 1873-05-21
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Tunis 1× ep/1048155
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«öS. 163 — mit der Alliance in Verbindung stände, und selbst dieser Beschluß sollte nur dann in Ausführung gebracht werden, wenn der Central-Ausschuß der Alliance ihm zustimmen und seine deutschen Mitglieder und Local-Ausschüsse auffordern würde, sich dem deutschen Zweigverein anzuschließen. ״Wir erklären vor Allem, fährt Hr. Rosenfeld fort, daß wir es nur für gerecht und nützlich finden, daß die Bezirks- und Local-Ausschüsse einen directen und unmittelbaren Antheil an den Angelegenheiten der Gesellschaft haben und einen wirklichen Einfluß auf das Gebühren derselben ausüben; die Organisation unserer Gesellschaft muß, unbeschadet ihrer Einheit, in diesem Sinne eine Aenderung erfahren, und es wäre schon geschehen, wenn die praktische Ausführbarkeit nicht so große Schwierigkeiten darböte. Aber man verlangt von uns, die deutschen Ausschüsse von uns ab- und dem deutschen Zweigverein zuzuweisen. Abgesehen von den zahlreichen Protestationen, die uns von daher zugekommen und abgesehen von der geringen Zahl der bei der Berliner Versammlung vertreten gewesenen Local-Ausschüsse, sehen wir uns doch außer Stande, dem Central-Ausschuß die gewünschte Zustimmung schon jetzt in Vorschlag zu bringen; wir würden die Grundidee unseres Vereins verleugnen, wenn wir unserer Einheit und Allgemeinheit nationale Abtheilungen gegenüberstellten, wir können nicht selbst zur Zersetzung der Alliance beitragen, indem wir sie zerstückeln. Wir schlagen daher dem Central-Ausschuß vor: a) Er wolle alle Ausschüsse der Alliance auffordern, die ihnen geeignet erscheinenden Mittel und Wege vorzuschlagen, wie man ihnen, unbeschadet der ׳Einheit der Alliance, die größtmögliche Freiheit in ihrer Wirksamkeit und den größt« möglichen Antheil an der gemeinsamen Wirksamkeit zugestehen könnte; b) der Berliner Versammlung herzlich zu danken für die wohlwollenden Gesinnungen, die sie uns ausgedrückt hat." Diese Beschlüsse der Commission werden vom Central- Ausschuß einstimmig angenommen. 2) 464 neue Anmeldungen, worunter 313 aus Eonstantinopel und 11 aus Curayao, haben stattgefunden. 3) Israeliten aus Tunis wollten sich nach Italien begeben; man stellte ihrer Abreise Hindernisse entgegen; Herrn Azuelos, Vice-Präsidenten des Local-Ausschusses zu Tunis, ist es mit Hilfe des italienischen Consuls gelungen, den Glaubensgenossen die Freiheit der Bewegung zu erwirken. 4) I)r. Palma, der durch den spanischen Consul zur Behandlung der aller medicinischen Hilfe beraubten Juden nach Tetuan berufene und von der Allianz subventionirte Arzt, sendet Bericht über den Gesundheitszustand der dortigen Jsraeliten und meldet, daß die dortigen Sitten (Unreinlichkeit), Sorglosigkeit, unzureichende Ernährung, eigenthümliche Lebensweise und Genuß schlechten Wassers die Ursache der häufigen Epidemien seien, welche die Bewohner heimsuchen. 5) Lord Shastesbury, der englische Minister, bei dem sich der englische Zweigverein der Allianz über die Missionare zu Damascus (siehe unsere Nummer vom 16. April) beklagte, tadelte das Benehmen derselben, wobei er nicht umhin konnte, die Ausdrücke des Cherem, die ihm das Maß zu überschreiten scheinen, zu mißbilligen. 6) Es lausen günstige Berichte ein über die Schulen zu Widdin in der Türkei (deren 36 Schüler sehr gute Fortschritte machen), zu Aleppo (wo 14 Zöglinge unentgeltliche Aufnahme finden), zu Adrianopel (die jetzt 98 Zöglinge zählt), zu Bagdad (wo das mit Hilfe eines Beitrags von 200 Livres Sterling Seitens des Hauses Sasoon von Bombay errichtete Schulgebäude unter Theilnahme von ״Europäern, Persern, Griechen, Armeniern, Syriern, Katholiken, Sumiten und Schiiten" feierlichst eingeweiht wurde), zu Schumla (wo die Leistungen der Anstalt als die der Schulen aller anderen Confessionen überragend geschildert werden). Zu Mogador (Marocco) scheiterten die Anstrengungen für Gründung einer Schule an der Gleichgültigkeit der Gemeinde. Die Gemeinde zu Rustschuck (Türkei), mit 300 Familien und 240 schulpflichtigen Kindern, erhält von der Allianz 1000 Fr. als Beitrag zum Gehalt des Lehrers. Der englische Zweigverein stellt dem Central-Ausschuß 1750 Fr. zur Verfügung, als Beitrag zum Gehalt des Lehrers für die in Smyrna zu eröffnende Schule. Der Lehrer Bendelac in Larissa (Türkei) meldet ein Deficit im Budget seiner Schule an, wovon Mittheilung an den dortigen Local-Ausschuß gemacht wird. Hr. Hirsch in Tanger (Marocco) zeigt den schlechten Zustand seines Schullocals an; der Central-Ausschuß muß die Abhülfe der Gemeinde anheimgeben. Die Schule zu Tetuan erhält von Hrn. Pariente 300 Gebetbücher, von Hrn. Nhon 15 Stück Leinwand und 500 Fr. zum Geschenk und der Central-Ausschuß bewilligt 220 Fr. jährlich als Gehaltsbeitrag für einen Hilfslehrer. 7) Der Zustand der rumänischen Juden ist fortwährend Gegenstand mannichfacher Debatten. Die Gemeinde in Bukarest will in dieser Stadt einen Mann anstellen, der die israelitischen Schulen in Rumänien organisiren solle und wünscht, daß die hierzu geeignete Persönlichkeit vom Central- Ausschuß bezeichnet werde. Die Schule in dieser Stadt befinde sich in einem ganz vortrefflichen Zustande. Die Ausschüsse von Crajowa und Giurgewo senden Berichte über die Schulzustände Rumäniens. Der Central-Ausschuß erklärt sich bereit, zur Verbesserung derselben mitzuwirken. Dr. Treuenfels von Stettin glaubt, daß, so hoch auch der gute Einfluß einer verbesserten Schuleinrichtung anzuschlagen sei, dies allein nicht genügen könne, den Leiden unserer dortigen Glaubensgenossen ein Ziel zu setzen, und kommt auf die Auswanderung, als