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Jüdische Volkszeitung · 1873-04-16 · 16 (16.4.1873) · p. Seite 126

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
16 (16.4.1873)
Date
1873-04-16
Page
Seite 126 (sequence 6)
Language
German
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\ i — 126 Alles! — Ein anderes, dem, wie auch uns, telegraphische Mittheilung vom Gemeindevorstande geworden, schreibt: ״Professor Dr. Julius Fürst in Leipzig ist gestorben." In der nächsten Nummer folgte eine kurze Beschreibung der Todtenfeier nach dem Leipziger Tageblatt. Kaum ein Wort der Anerkennung für den jüdischen Gelehrten! Ein drittes schreibt ziemlich wortreich und im Ganzen entsprechend. Aber die Bibel, der Schwanengesang des Dahingeschiedenen, sein volksthümlichstes Werk, wird vergessen. Es ist eben ein Concurrenzwerk. — Wenn der einfache Mann aus dem Volke die Worte in der ״Gartenlaube" und in ähnlichen Blättern lieft; was soll er dann dazu sagen, wenn er die jüdischen Blätter damit pergleicht? Ist es ein Wunder, wenn man Ekel fühlt bei diesem Gebühren? Red.) Aus Mähren, im März. (Mährisch-jüdischer Landesmassenfond.) Dem uns vorliegenden Berichte über die Verwaltung des mährisch-jüdischen Landesmassenfondes 1870 bis 1873 und dem Rechnungsabschlüsse pro 1872 entnehmen wir folgende Daten: das Fondscapital weist im vergangenen Jahre einen Ueberschuß von 9824 sl. 381/2 kr. gegen das Vorjahr aus. Die gesammte Fondcapital-Gebahrung während der abgelaufenen drei Jahre stellt eine esfective Vermehrung des Fonosvermögens von 17,824 fl. 38^4 kr. heraus, welcher Betrag sich aus der Differenz des Fondcapitals von 964,306 fl. 21js kr. pari vom Gesammtvermögen laut Bilanz vom 31. Decbr. 1872 mit 982,130 fl. 41 kr. ergibt. Das Guthaben des Fonds bei der mährischen Bank hat sich gegen das Vorjahr um 16,437 fl. gegen den Stand vom 31. December 1870 um 20,400 fl. vermehrt. An Hypothekar-Darlehnszinsen gingen in den drei Jahren 43,354 fl. 751 /2 kr. ein, an Darlehnsraten wurden zurückgezahlt 89,719 fl. 191j2 kr., an Hypothekar-Darlehen wurden vom Curatorium neu hinausgegeben 92,450 fl. an 49 Parteien. Das Erträgniß während der drei ersten Jahre gestaltet sich wie folgt: 1870 39,449 sl., 1871 39,851 fl. 29 kr., 1872 41,038 fl. 231/2 kr. in Summa daher 120,338 fl. 52*4 kr.; der Aufwand im Jahre 1870 33,644 fl. 42 kr., im Jahre 1871 33,025 fl. 95 kr., im Jahre 1872 35,667 fl. 53 kr., zusammen daher 102,364 fl. 90. An Personal-Unterstützungen wurden 35,039 fl. 58 kr., und zwar an 27 Rabbiner 60—200 fl.; 44 Lehrer 24—120 fl.; 36 Cantoren und Vorbeter 20—80 fl. pro 1872; und an sonstige Angestellte der Gemeinde als: Rabbinatsfunctionäre rc. Dann an Wittwen und Waisen von gewesenen Cultusgemeindefunctionären (zusammen 159 Personen) 5453׳ fl. 42 kr.; an Gemeinde- Unterstützungen 10,850 fl., 27 Gemeinden erhielten Unterstützungen von 50—400 fl., an Gemeinde-Schulsubventionen — 49 — mit 120—480 fl., zusammen 36,178 fl., an Bildungs- und Humanitätsanstalten 3,785 fl., an Stipendien 500 fl. während der drei Jahre hinausgegeben. Schließlich wird bemerkt, daß das Euratorium auch im verflossenen Jahre im Geiste der Statuten bestrebt war, den Ansprüchen der Gemeinden wie der Privaten gerecht und billig, gleichmäßig und unparteiisch Rechnung zu tragen. Eiterariscüe8. Theologisches Universal - Lexikon rc. Elberfeld, R. L. Friedrichs. 22. und 23. Lief. — Die neuen Hefte reichen bis ״Schweiz". Bei ״Salbung" wird die Bedeutung dieser religiösen Ceremonie verkannt. Wohl erkennt man deren symbolischen Charakter im hebräischen Alterthum an, im Gegensatz zu deren superenturaler Kraft im Katholicismus; aber worin die Symbolik besteht, erfahren wir nicht. Sie liegt kurz darin, daß das Licht als Symbol der erleuchtenden und erwärmenden Kraft der Religion und das Oel als Träger und Erhalter des Lichts gilt, an dessen Stelle für das Licht der Religion die Priester und Könige treten. Sonderbar nimmt sich die schulmeisternde Bemerkung auf Grund tiefer Bibelkenntniß aus, daß die Rabbiner falsch lehren, Moses, statt Bezalel (2. M- 37, 29), habe das heilige Salböl bereitet. ״Salmanasser". Hier gereicht es dem Buche zum Ruhme, auf die neueste Literatur (Oppert, Schräder) und deren Ergebnisse aus den Erforschungen der assyrischen Keilinschriften hingewiesen zu haben, welche ״Neteler: die Bücher der biblischeu Chronik; auch unter dem Titel: die heil. Schriften des A. T. nach katholischen Principien" zum Nachtheil seiner chronologischen Angaben und Berechnungen gänzlich unbekannt geblieben sind. ״Samuel". Hier ist die Etymologie falsch angegeben: sie ist ״Erhört von Gott", nämlich שמועאל contrahirt: שמואל. Richtig und im Gegensätze zu der gewöhnlichen Meinung von ihm hervorgehoben, daß er kein hierarchischer Priester war. Di*. R. Feuitketon. ^oclüer Novelle aus der Gegenwart von I. (Schluß.) Wir müssen in unserer Erzählung einige Zeit zurückgreifen. Nach dem Tode der Commerzienräthin blieb der Commerzienrath fast ganz seinen! Geschäfte ferne. Abgespannt, müde, schloß er sich Tage lang in sein Zimmer ein, und nur Semmi und Bertha hatten Zutritt zu ihm. Dem Ersten hatte er förmlich und thatsächlich die Führung seiner Angelegen- •יו

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