Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1873
- Issue
- 16 (16.4.1873)
- Date
- 1873-04-16
- Page
- Seite 124 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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124 יו Ir! I ץ l 124 — siegt worden. Der Fortschritt ist gehemmt, aber der Sieg ist sicher, weil Jakob nicht abläßt vom Gegner, bis er ihn gesegnet. Jakob soll Israel (Gotteskämpfer) genannt werden. Die Akedah-Gebete wurden daher besonders in den Zeiten der Verfolgungen beliebt. Die Tephila zu Rosch-Haschana stammt aus Babylon; אבל אנחנו im Frühgebete aus der spanischen Verfolgungszeit. Daraus erklärt sich doch die Erwähnung der Akedah. Im Todtengebete (הצור) wird der j Akedah ebenfalls erwähnt, weil das Leben jedes Israeliten! ein ganzes oder halbes Martyrium ist; die Selichot mit ihren J Akedos gehören den Kreuzzügen und dem Martyrium des j Mittelalters an. Alzey. D1*. R. | Alliance israelite. Vom Monat März an wird der Central-Ausschuß der; Alliance israelite universelle einen Monats-Bericht er- > statten, den sie ihren Local-Ausschüssen und allen dmen, ״die! eine Berechtigung oder einen Anspruch darauf haben", ein-1 senden wird. Die für alle Mitglieder des Vereins bestimmten Semestral-Berichte erscheinen regelmäßig weiter. Wir, die wir dem Vereine und seinen dem Heile Israels dienenden Zwecken unsere ganze Sympathie vom ersten Anfang an zugewendet haben, begrüßen mit Freude diese Neuerung, denn je mehr die Gesellschaft der öffentlichen Meinung Rechnung trägt, je mehr sie durch das Mittel der Presse mit ihren Mitgliedern verkehrt, desto mehr Freunde wird sie sich erwerben, desto gedeihlicher werden ihre Bestrebungen sein. Aus dem, diesmal ausnahmsweise drei Monate, Januar,! Februar und März, umfassenden Berichte theilen wir unseren Lesern Folgendes als den wesentlichen Inhalt mit: j 1) In den zahlreichen der Gesellschaft zugewendeten Ge-; schenken figuriren: 25,000 Franken des Barons Moritz von l Hirsch in Paris und 10,000 Franken des ״englisch-jüdischen! Vereins", beides für die Ackerbauschule zu Jaffa, 4000 Fr. von der Familie Bischoffsheim in Brüssel und Paris, Beer, Ephrusi, Goldschmidt und Anonym von Paris jeder 1000 Fr., CH. Netter von Jaffa 1700 Fr., Heymann von Cincinnati 558 Fr., S. H. Goldschmidt (von?) 1248 Fr., Comite in Liegnitz 588 Fr. u. s. w. 2) Der Kadi und der Kaimakan von Jaffa sind, wegen des auch von uns besprochenen Krawalls gegen die jüdische! Ackerbauschule daselbst, von der türkischen Regierung abgesetzt worden, und ist man überzeugt, daß die Anstalt von jetzt an eine vollkommene Sicherheit genießen werde. 3) Der Oberrabbiner Abraham Askanasi von Jerusalem bittet um Geld-Unterstützung für ein dortiges Bet-Hamidrasch, und der Ausschuß erklärt sich bereit, dieselbe unter gewissen Bedingungen zu gewähren. (Unter welchen? Nach unserer unmaßgeblichen Meinung wird in Jerusalem ״gelernt" genug,! aber ״gearbeitet" viel Zu wenig, ora und labora! Den armen Juden dort Gelegenheit zur Arbeit, zum Erwerb geben, damit könnte man sich um die Hebung der unglückseligen Zustände unserer Glaubensgenossen in der heiligen Stadt ein großes Verdienst erwerben.) — Hr. Abraham Cohn von Jerusalem, Kunstschreiner, bittet die Allianz um ein Betriebs-Capital von 1000 Franken ungefähr, um Rohstoffe zur Bearbeitung zu kaufen; im Vereine mit einigen Freunden könnte er dann in Jerusalem eine Werkstätte anlegen und leben, ohne Chaluka nöthig zu haben; überdies solle die'Summe, die man ihm geben würde, ein Darlehn sein, das er zu einer bestimmten Zeit zurück erstatten wolle. Der Ausschuß bittet Hrn. Netter, Erkundigungen einzuziehen und wird, falls solche günstig ausfallen, einen Vorschuß von ca. 500 Fr. gewähren. (Bravo und — vivat sequens!) 4) Der jährliche Preis von 200 Fr. wurde pro 1872 dem Dr. A. Berliner in Berlin für seine kritische Ausgabe des Raschi, und pro 1873 dem H. Sappir in Jerusalem für eine hebräische Reisebeschreibung zuerkannt. 5) Hr. Gogman, Vorsteher der Schule zu Tetuan in Marocco, zeigt an, daß seine Schüler sehr von Blattern und Hungersnoth leiden. Die Lehrer sollen aufgefordert werden, die Hindernisse oder Vorurtheile anzugeben, welche der Impfung im Wege stehen, und wegen des zweiten Umstandes wird man sich mit dem Local-Ausschuß der Allianz ins Vernehmen setzen. 6) Unsere Leser kennen die Beschlüsse der vom 10. bis 12. December 1872 in Berlin abgehaltenen israelitischen Versammlung, betreffend die Aufrechthaltung der Verbindung mit der Allianz und Constituirung eines Zweigvereins mit dem Sitze zu Berlin. Der Pariser Central-Ausschuß erhielt in Beziehung hierauf eine große Anzahl von Briefen; ein Correspondent verlangt Zustimmung, zwei andere rathen, einen Compromiß zu versuchen, eine große Anzahl verlangt absolute Zurückweisung der in Berlin gefaßten Beschlüsse. Der Ausschuß ernennt eine Commission (Derenbourg, Erlanger, Lehmann, Leven und Rosenfeld), welche diese Frage prüfen wird. 7) Die Judengemeinde in Damascus hat den Cherem ausgesprochen über einen getauften Israeliten, Professor an der Schule der englischen Missionäre, welcher arme Judenkinder durch Spenden von Kleidern, Nahrung und Geld in diese Anstalt verlockte. Die Missionare haben auf den Bannspruch mit einem drohenden Briefe geantwortet, wovon ein gedrucktes Exemplar dem Central-Ausschuß eingesandt wurde. Er beschließt, dasselbe dem englisch-jüdischen Verein in London zu übermachen. (Kämpft man in Damascus immer noch mit solchen Waffen?) 1V