Jüdische Volkszeitung
- Journal
- Jüdische Volkszeitung
- Volume
- 1873
- Issue
- 13 (26.3.1873)
- Date
- 1873-03-26
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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gung und Ausmerzung derselben aus jener als ein noch weit schwererer Mißgriff erscheinen. Denn wie jeder religiöse Act, so soll insbesondere das Gebet einerseits unseren Gedanken und Gefühlen Gott gegenüber Ausdruck verleihen, anderntheils dieselben immer von Neuem in unserem Geist und Herzen anregen und befestigen, und in letzterem Betracht vornehmlich ist die Akedah ein ganz unschätzbares Kleinod. Daß bei neuer Redaction hierauf bezüglicher Gebetstücke mancher zu sinnlich klingende Ausdruck entfernt werden müßte, wäre nicht zu leugnen, doch gegentheils auch davor zu warnen, daß man nicht aus übergroßer Penibilität in den entgegengesetzten Fehler verfalle und aus Scheu vor, an Anthropopathie grenzenden allegorischen und metaphorischen Ausdrücken nicht in gar zu nüchterner Prosa dichte. Berlin, im Februar 1873. Dr. M. St. £ Die neuen Gebetbücher. (Schluß aus-Rr. 11.) Je mehr wir darauf dringen, daß Unschönes, Ueberlebtes, besonders das Mythische und Legendenhafte aus dem Gebete verdrängt werde, desto mehr bedauern wir, wenn Schönes und Erhebendes, das zumal keinen großen Raum einnimmt, weggelassen wird. So vermissen wir bei Geiger sehr ungern Ps. 100 Mismor lkthoda, waj'barech David bis m'chajeh eth kullam. Dagegen verzichten wir gerne auf Ps. 150, zumal bei dem nüchternen Werktagsgottesdienst, wo die Aufforderung, das Gebet mit allerlei musikalischen Instrumenten zu verherrlichen, fast wie eine Ironie klingt. Auch bei G. finde ich noch die Einrichtung, daß in den Benedictionen die Gemeinde gleich nach,,baruch attha Adonaj mit^baruch huh ubaruch sch'mo respondire, auch wenn^elohenu melech haolan/nachfolgt. Das ist ganz incorrect. Der Sinn und Zusammenhang verlangt es ja unbedingt, daß erst nach diesen und nicht schon nach den ersten Worten pausirt und respondirt werde, und außerdem ist ja ^auch nach der alten Satzung die Benediction erst durch^schem und ^malchuth ver vollständigt. Mte^vr. I., der noch S. 170 seines Gebetbuches Die Beibehaltung der Worte im Mussaph w'neraeh..^^^ ^bah .. . * . ״, ״ , r ., , , K . m ־ r, , .1 . fänglrchen Worte ״ubrs chhuth haneekad kh sieh rc. ״um des Verdlew b schalosch paame r galenu ber G., und^schetaschub uth rachem... mikdasch'cha,^ können wir, wenn wir unserem Princip treu;> bleiben wollen, nicht billigen; es schimmert in ihnen immer noch der Wunsch der Rückkehr nach Palästina, des Wiederaufbaues des Tempels durchs das sind ZweÜMjigkeiten, die zu vermeiden^ Md. ״ Pie Beibehaltung des^Stückes Schosst haarez mit dem^mehrmcklMn Refttun^At« ול«-ד,ה-1ה^ לעולת התמיד -sch röc^t^-schr, ebenso des Stückes Ansche emunah abadu, eines mixtum compositum, bei dessen Durchlesung uns ganz wirrisch zu Muthe wird. Es konnte ja dafür das eine und andere aus den herrlichen Gebetstücken des Hepharadischen^Machsors ge-, wählt ,werden.«A4 4 t'c** * 42 /Ber unserer Resignation auf ernen persönlichen Ntessias^ und der schon vorgenommenen Emendation des goöl in g'ulah^ " durfte auch das^w'nirasch toba lisch'ne j'mot^) hammaschiach^ nicht beibehalten, und mußte das^jischlach l'kez hajamim m'schichenu^ (etwa nach Zephanj. 3, 9) abgeändert werden. Auch die Umänderung des ״methim jechajeh el" und ähnlicher Stellen in ״chaje olam notea b'thochenu" (wie in Einhorns Gebetbuch) ist zu empfehlen. Sehr dankbar können wir G. sein, daß er den Muth hatte, in den Kduschoth eine Pu.rification vorzunehmen, daß er namentlich die^sarfe kodesch eliminirt hat, es ist das ein sehr löblicher Fortschritt; wir wollen Wahrheit und Klarheit und uns nicht selber mystificiren. Nur Hütte G. auch überall das ״l'umatham baruch jomeru" und ״m'scharthaw schoalim seh laseh" weglassen sollen. Herrn Dr. Joöl aber, der in seiner Broschüre ״Zum Schutz" sich auf Schiller beruft, der gesungen hat: ״Den des Seraph's Hymne preist^, erwidern wir mit dem Talmud: אין למדין מתוך הגדות, geschweige denn, daß wir für das in unseren Gebeten Statt- oder Unstatthafte aus einer überschwenglichen Schiller'schen Po oste keinen Beweis führen können 2 מן התורה מנין (Schiller) ׳לילד Zu meiner großen Genugthuung und mit aufrichtiger Dankbarkeit nehme ich wahr, daß auch Hr. Dr. I. die Worte ״ubaben haneekad jaschbith medajnenu" ״um des Sohnes willen, der (Zum Schlachten) gebunden wurde, bringt er unseren Ankläger zum Schweigen",^ nach dem Vorgänge G.'s ausgemerzt hat.^A" Aber bei ihm und Dr. Geiger figurirt leider noch das ״b'en meliz joscher mul maggid peschah", was ja doch unbedingt an den anklagenden Satan erinnert. Es kommt uns das so vor, wie wenn ein mißlungenes Lichtbild (nennen wir es hier lieber Schattenbild) von der Platte beseitigt werden soll, aber nicht gründlich weggewischt wird; es kommt dann, wenn auch abgeschwächt und verblaßt, doch wieder zum Yvv) jiij yfr /11h■ stes dessen willen, der (zum Schlachten) gebunden /vurdowie ^in Lamm, möge Gott uns unverdiente Liebe erweisewObesemgtT^Tlts Berufen auf das Verdienst der Erzväter, an das wir Gott so oft erinnern, ist doch wohl überhaupt schon ein ganz überwundener Standpunkt. Wir sollten doch schon endlich einmal auf eigenen Füßen stehen lernen. Darum weisen wir das auch bei G. sich noch vorstndende ״biglal aboth scheassu r'zon'cha" und ״s'chuth esrach jifrach l'schoschanah" als unserem Bewußtsein entfremdet und widersprechend zurück. MvC /WAU-( k**'. // oi C'Pn 'kJtf U< v