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Jüdische Volkszeitung · 1873-02-12 · 7 (12.2.1873) · p. Seite 53

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
7 (12.2.1873)
Date
1873-02-12
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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ganz neue veränderte Verhältnisse nicht schicken, oder zur Arbeit j nicht geschickt und tauglich sein. Das in Nerv-Jork für diesen Zweck gebildete Comits wünscht bereits ausdrücklich, daß man > nur solche Rumänier zur Einwanderung in America ermuthige, welche stark und kräftig sind, bereits ein Handwerk oder Gewerbe kennen oder fähig und geneigt sind, sich dem Ackerbau zu widmen. Natürlich würden Andere nur anderem, neuem Elend entgegengehen. 27. Süd-Carolina hat nur eine einzige jüdische Gemeinde, die zu Charleston; Nord-Carolina hatte bisher gar keine; so eben wird die erste israelitische Gemeinde zu Wilmington; gebildet, die sofort auch eine Synagoge erbauen wird. 28. Wieder einmal — zum wievielten Male? — soll das alte biblische oder salomanische Ophir entdeckt worden sein; bekanntlich glaubte bereits Columbus, als er 1492 Westindien erreichte, Ophir, das Goldland entdeckt zu haben. Der sehr verdienstvolle Africa-Reisende, Carl Mauch, aus den ״Petermann'schen Mittheilungen" wohlbekannt, schreibt vom Bord eines ftanzösischen Schiffes aus St. Helena: ״In 20° 15׳ südl. Br. und 26° 36, östl. Länge glaube ich, das alte Ophir wirklich entdeckt zu haben. Die Ruinen daselbst theilen sich in zwei Hauptmassen von noch ziemlich erhaltenen Gej bäuden. Die ersteren befinden sich auf einem Granitberge, rmd darunter ist eine Nachahmung des salomonischen Tempels — Festung und Gotteshaus zugleich — mit Mauern von gehauenen Granitsteinen ohne Mörtel, 30 Fuß hoch, mit einem Plafond von Cederbalken, wovon ich Stücke mitbringe; an zahlreichen Steinbalken befinden sich eigenthümliche Ornamentenzeichnungen. Die zweite Masse, durch ein seichtes Thälchen von jener getrennt, bildet ein wohlerhaltenes Rondeau! mit labyrinthartig im Innern aufgeführten Mauern, ebenfalls mit Cederdecken. Zu diesem Rundgebäude gehören eine Masse von Vorbauten, ohne Zweifel (!?) Wohnungen für den Hofstaat der Königin von Saba — in welcher Ansicht ich von! den Eingeborenen bestärkt wurde, weil noch vor 40 Jahren auf dem Berge Opfer ganz nach altjüdischen Ceremonien dargebracht und die untern Ruinen ״das Haus der Großstau" genannt wurden. Ich hatte die Absicht, den Sohn des Hohe- Priesters mitzunehmen, mußte ihn aber aus Mangel an Mitteln in Senna zurücklassen. Wenn Sie die Details erfahren, werden Sie mit mir überzeugt sein, daß wir's hier mit den Zeiten Salomon's zu thun haben. Durch das ganze Land zerstreut finden sich kleine, rundliche, bis zu 6 Fuß hohe, mörtellose Mauerwerke, die zu Altären gedient haben müssen. — Eine zweite wichtige Entdeckung meiner eben beendigten Reise ist ein reiches Goldfeld, dem ich den Namen Kaiser-Wilhelms- Feld gegeben habe, das sehr ausgedehnt ist und sowohl Riffals Alluvialgold enthält. Es liegt zwischen Manila und dem! Mazonode״ Masowflusse. Dieses ganze Gebiet zwischen! 53 — j Bembe und Zambese wäre eine werthvolle Colonie für Deutschland. Warum sollte es unmöglich sein, daß diese Gegend > das wieder werde, was sie vor 3000 Jahren, Zur Zeit Salomon's, war?" — Schön! Interessante Entdeckung! Aber so weit sich die Namen Salomon's, Ophir's, der Königin von Saba damit verknüpfen, wollen wir doch erst gründlichere Beweise als die gegebenen abwarten. Literarische Notizen. Im Verlage von I. F. Hartknoch in Leipzig erscheint seit Neujahr die Zeitschrift ״Deutsche Dichterhalle", deren Redacteur Oscar Blumenthal ist. Eine solche Zeitschrift entspricht einem wirklichen Bedürfnisse. Der deutschen Dichtkunst fehlt es an einem Mittelpunkte, in welchem sich das Gute vom Mittelguten und Stümperhaften scheidet und aufstrebende Talente wie bewährte Künstler die Unterstützung finden, die ihnen gebührt. Die vorzüglichsten und bekanntesten Dichter werden als Mitarbeiter genannt. Wir finden in dem ersten Hefte einige herrliche Blüthen deutscher Dichtkunst:!״Zum neuen Jahr" von Julius Sturm; ״Neue unpolitische Lieder" von Hoffmann von Fallersleben; ״Wir waren vormals unserer Acht" von Feodor Wehl (tief ergreifend und schön); ״Die treulose Fanny" von Ernst Eckstein, und andere von Ferdinand Meyer, Albert Lindner, Hermann Schmidt, Hamerling, Kobell, Lingg, Barthel u. A. Außerdem kritische Aufsätze u. A. Möge die ״Deutsche Dichterhalle" zahlreiche Freunde finden. —! Karpeles, Unter Palmen, heißen bei Elwin Staude in Berlin erschienene ״Literaturbilder", welche sehr interessante Züge aus dem Leben von Heine, Börne, Henriette Herz, Schleiermacher, Nicolaus Lenau u. A. enthalten. Gut > und anziehend geschrieben und nett ausgestattet. — Bei Julius Levit in Berlin sind erschienen: Festpredigten zur Säcularfeier der jüdischen Gemeinde in Berlin (am 10. Septbr. 1871) von den Rabbinern Dr. Aub und Dr. Geiger; ferner die Judenfrage in den Donaufürstenthümern von Dr. Bernhard Lewy. Letztere Schrift ist sehr klar und eingehend geschrieben und behandelt diese stets brennende Frage sowohl in ihren Ursachen als auch nach den besten Mitteln zur Abhülfe. — Gegenüber so vielen judenfeindlichen Schriften, die es sich zur Aufgabe machen, das Judenthum und die jüdischen Religionsschriften herunterzureißen, ist eine wohlthuende Erscheinung ״die sociale und volkswirthschaftliche Gesetzgebung des Alten Testaments unter Berücksichtigung moderner Anschauungen" dargestellt von!Franz Eberhard Kübel, Pfarrer in Eßlingen, Königreich l Württemberg (Preis 16 Sgr., Wiesbaden, Julius Niedner 1;וי&' iaiiiittwf'r

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