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Jüdische Volkszeitung · 1873-02-05 · 6 (5.2.1873) · p. Seite 44

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
6 (5.2.1873)
Date
1873-02-05
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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r - 44 Y1P t muffe behufs feiner Veredlung und Vervollkonnnnung sich Gott zum Vorbild nehmen. Die Worte (5. B. M- 28, 9) | ״Du sollst in feinen Wegen wandeln, erklärt der Talmud; <Sabb. 133b.) und Maimon (Sitten 1, 5); ״Suche Gott , nachzuahmen^ wie er barmherzig, gnädig ist, bestrebe auch ״du dich barmherzig und gnädig zu fein." In der allegirten Gebetstelle aber geschieht das Gegentheil, wir schicken gleichsam den lieben Gott zu Abraham in die Schule, an dem Erzvater /^-,Abraham soll der Allvater sich Muster^und leuchtendes Vorj bild für sein Verfahren nehmem/Diese jedem denkenden; w pj11n^) Hebräischen kundigen Israeliten anstößige^Stelle hat ^v^Herr Dr. Geiger bereits 1854 in seinem Gebetbuch, unbeschadet des Zusammenhanges, mit Recht ausgelassen; sie war / in seiner Gemeinde fast 2 Decennien der Vergessenheit übergeben. Herr Dr. I. ist der große Prophet, der die selig Entschlafenen wieder in's Leben ruft. Wahrlich, difficile 68t satyram non scribere, es ist uns bei diesem Worte nicht rosig zu Muthe, jedes denkende ernsthafte Gemüth muß über solches Gebühren tiefe Trauer empfinden*). Hätte Herr Dr. I., wie wir gethan, diese Stelle wahrheitsgetreu, ungeschminkt übersetzt und sie nicht vertuscht (S. 149), so daß der des Hebräischen Unkundige den ganzen vollen wirklichen Inhalt jener Stelle erführe, es würde wohl manches Breslauer Gemeindemitglied bedenklich das Haupt schütteln und die Frage an seinen Hirten richten, warum er denn, da er die bessere schon vor sich hatte, in der neuen Synagoge seine Heerde aus -schlechtere Weide zurücksühre? Ist nicht das einfachste, bescheidenste Gotteshaus, worin das gesprochene Gebet mit der innern Ueberzeugung vollkommen übereinstimmt, vorzuziehen dem prachtvollsten Tempel, mit der herrlichsten Orgel, in welchem Gebete verrichtet werden, die jeder bessern Einsicht und Ueberzeugung widersprechen, Gebete, die, wie wir bald sehen werden, auch Verwünschungen und Flüche enthalten, wenn diese auch mit kleinerer - Schrift gedruckt find und mit leiser Stimme ausgestoßen werden?! (Fortsetzung folgt). it ׳ Correjponäenz. *) Es ist wahrlich keine Empfindelei. und ich stehe mit meinem Schmerzgefühle über die Beibehaltung oder gar Wiedereinführung mancher Gebetstelle nicht vereinzelt da. Der wohlbekannte gelehrte Oberrabbiner Fasset, einst Candidat der Breslauer Orthodoxie, schrieb nahezu vor 30 Jahren: ״Mir drinat es durch Mark und Bein. wenn ich derart abLöttische Gebete . . im heiligen Gotteshause, im Hause des Ewig-Einzigen verrichten höre״ .. . Schon R. Jizchak,^ ganz besonders auch vre vavrersenven 2vanoeroe1tter Luria hat erkannt. daßHianche GebeH^on unberufenen Verfasser^-.^ ^uqe fassen zu sollen, unter denen den wirklich kranken »**־*« "*"■»»י י"■» Orthodoxen! j Curortes genöthigten — im Gegensatz zu jenen, die behufs Leipzig, den 20. Jan. Die vom Ausschuß des deutschisraelitischen Gemeindebundes veröffentlichte Broschüre ״Die Einordnung des israelitischen Religionsunterrichts in die Volksschule" ist von demselben an die betreffenden deutschen Cultusministerien und Landtags-Schuleommissionen, an die Vorstände der Bundesgemeinden, an die Redaetionen der jüdischen und der bedeutendsten politischen und pädagogischen Blätter, sowie an einige hervorragende Privatpersonen gesandt worden. Es dürfte interessiren, zu erfahren, daß die genannte Broschüre sich bereits eines theilweisen Erfolges zu erfteuen hat, insofern nämlich, wie uns von gutunterrichteter Seite mitgetheilt wird, der Herr Cultusminister Dr. Falk sofort Veranlassung nahm, sie dem Referenten für Schulsachen im preußischen Cultusministerium zu eingehender Berichterstattung zu übergeben. Es steht demnach zu erwarten, daß ״Thesen und Gutachten" das Ihrige dazu beitragen werden, die in Rede stehende Angelegenheit in denjenigen deutschen Staaten, die damit noch im Rückstände sind, ihrer Erledigung im Sinne vollster religiöser Gleichberechtigung baldigst entgegenzusühren. Von Seiten des genannten Ausschusses sind in diesen Tagen zwei Eirculare versandt worden, deren Inhalt auch in weiteren Kreisen unserer Glaubensgenossen eine aufmerksamere Beachtung finden dürfte. Das eine, an die Cultusvorstände in den Badeorten gerichtet, bespricht die in denselben durch die badereisenden Wanderbettler veranlaßten Uebelstände und die zur Abhülfe geeigneten Maßregeln; durch das andere, an die Besitzer gewerblicher Etablissements adressirt, will der Ausschuß die Möglichkeit gewinnen, solchen Unterstützung begehrenden Personen, die arbeitsfähig sind, durch Stellennachweise theils zu begegnen, theils behilflich zu sein. Durch neuerdings erfolgte Beitrittserklärungen ist die Zahl der dem deutsch-israelitischen Gemeindebunde angehörigen Gemeinden auf 132 gestiegen. — Wir lassen die beiden obengenannten Schriftstücke des deutsch-israelitischen Gemeindebundes hier folgen: 1. Leipzig, 2. Januar 1873. Verehrlicher Cultusvorstand! Der Unterzeichnete Ausschuß ist gegenwärtig damit beschäftigt, diejenigen organisatorischen Maßregeln vorzubereiten, welche zur Beseitigung der Wanderbettelei in den deutschisraelitischen Gemeinden geeignet erscheinen. Hierbei glaubt er ganz besonders auch die badreisenden Wanderbettler v

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