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Jüdische Volkszeitung · 1873-01-08 · 2 (8.1.1873) · p. Seite 13

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Journal
Jüdische Volkszeitung
Volume
1873
Issue
2 (8.1.1873)
Date
1873-01-08
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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13 sitze des Regierungspräsidenten eine combinirte Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten statt, in welcher die Frage dahin präcisirt wurde, 1) ob die Anstellung von Lehrern aller Confessionen am hiesigen Gymnasium zulässig sei, und 2) ob Mitglieder aller Confessionen in das Curatorium gewählt werden könnten. Beide Fragen wurden von der Versammlung mit großer Majorität bejaht. Da anläßlich eines geäußerten Zweifels der Regierungspräsident sich dahin erklärte, daß unter „Confessionen" nur die innerhalb des Christenthums bestehenden verstanden würden, wurde ein weiterer bezüglicher Antrag dahin entschieden, daß ^auch sJuden in das Curatorium des Gymnasiums gewählt und als Lehrer an demselben angestellt werden können. 3. Oldenburg, 25. Dec. Ein Gesetzentwurf über das Unterrichtswesen im Herzogthume Lübeck enthält eine Bestimmung, daß, sobald und so lange die Zahl der zu einer Confession gehörenden Schulkinder nach dem Durchschnitt der letzt verflossenen fünf Jahre 25 betragen hat, auf Antrag der Majorität der gesetzlichen Vertreter der Kinder für diese Confession eine Confessionsschule eingerichtet werden soll, deren Kosten die politische Gemeinde >'zu tragen hat. Auch wurde ein Verbesserungsantrag, wonach Eltern anderer Confession nicht verpflichtet sind, ihre Kinder an dem Religionsunterricht theilnehmen zu lassen, angenommen. 4. Aus Bukarest bringt die „rumänische Post" einen Bericht über die Kammersitzung vom 21. und 23. Dec., betreffend die Avancements in der rumänischen Armee. Wir finden diese Verhandlungen allzu bezeichnend und geben sie ohne Commentar. Kammersitzung vom 2.1. December. Herr G. Manu verliest den Bericht ^der Delegationen-Commission für das Avancement der Militärs zum Offiziergrade. Die Art. 1 und 2 werden mit einem kleinen Beisatz angenommen. So auch der Art. 3. Zu Art. 4 bemerkt Herr N. Jonescu, daß ihn die Delegation mit langen Commentarien versehen. Die Commentarien setzen ihn in Erstaunen. Wie so konnte der Berichterstatter darin von „nichtchristlichen Rumänen" sprechen? Alle Rumänen sind Christen und nirgends, in keinem Lande, gibt es nichtchristliche Rumänen. Wollte der Berichterstatter etwas Anderes hiermit verstehen? Sicherlich ist hier von „Juden" die Rede. Weshalb wollten sie daher dieses fremde Element in unsere Armee einführen und es an ihre Spitze stellen? Vernichtet zuvörderst die Constitution und dann könnt Ihr das machen; aber bis dahin gebt nicht durch die Worte „nichtchristliche Rumänen" diesem Element Hoffnung und uns die Befürchtung, daß Ihr im Sinne habt sie zu Rumänen zu machen. Unser Land bedarf dieser vielgeliebten Söhne Gottes nicht; es will seine Vertheidigung nicht diesem fremden Elemente anvertrauen. Nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Ländern, hat man gesehen, in wie weit sie die gastfreundlichen Länder vertheidigen wollen. Als Beispiel kann uns das benachbarte Oesterreich dienen. Nach den kürzlich gemachten Statistiken ist constatirt worden, daß bei Sadowa die meisten Juden waren. Und Sie wissen, auf welche Weise sie Oesterreich vertheidigt haben. Suchen Sie daher nicht die Juden in die Lage zu bringen sich auf dem Gebiete der Waffen auszuzeichnen, da sie sich ihrer Natur nach unfähig dafür erwiesen haben. Machen Sie sie nicht mit Gewalt zu Söhnen des Mars; lassen Sie ihnen die Gebiete des Handels, der Judustrie, die ihnen offen find und wo sie auch bei uns excelliren, da sie den Geldbeutel haben, und Sie wissen, was dieser heute werth ist. Wir müssen uns hüten diesem fremden Elemente mittelst Gesetzesdas Recht des Avancements in der nationalen Armee zuzuerkennen. Wie wollen Sie sie also zu Rumänen stempeln, sie an die Spitze der Armee stellen, wenn die Worte Rumänen und Nichtchristen unverträglich mit einander sind! Hätte man Rumänen und Nichtchristen gesagt, so wäre dies noch verständlich. Wir müssen uns also hüten gegen die Ueberschwemmung durch das sremde Element, bezüglich dessen Sie sich keinen Täuschungen hingeben dürfen, — es ist ein Element das allen Völkern angehört. Und ^wenn Sie es hier sehen, so ist es eben nur mit dem Körper hier, die Seele desselben weilt anderwärts: bei der Uliauee iLvuelite, welche eine schreckliche Internationale geworden ist, die wir mit gutem Grunde die jüdische Internationale nennen können. Berichterstatter Manu erläutert, wie diese Idee entstanden ist; zwei Amendements wurden der Commission unterbreitet; eines des Herrn Eraklide und ein anderes der Herren Vassescu und Codrescu. Er glaube nicht daß, wenn wir einmal die Juden der Aushebung unterwerfen, wir ihnen das Avancement bis zum Unteroffizier verweigern dürfen. Hütten wir die vorgeschlagenen Amendements angenommen, so wären sie gänzlich von der Armee ausgeschlossen worden, was nicht sein kann. Der Kriegsminister ersucht die Kammer, diese Discussion einzustellen, indem er „die Ideen bedauert, welche sich in die Commentarien der Commission eingeschlichen haben," hier handle es sich um die Frage des Avancements. Die Verfassung ist diesbezüglich klar und beseitigt jede Befürchtung. Schreiten Sie daher zur Abstimmung. Herr I. Codrescu sagt, daß der Berichterstatter offen die Ideen ausgesprochen habe, die ihn bei den Commentarien geleitet, da jedoch die Frage angeregt worden ist, so bringe er das Amendement ein, daß Niemand Corporal sein dürfe, wenn er nicht Rumäne ist und einen 6 monatlichen Dienst hinter sich hat. Hier zu Lande spricht man nicht von christlichen Rumänen, sondern blos von Rumänen oder Christen. Sagt

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