Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Journal
- Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Volume
- 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/7938572-9582826--134-9575478- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Von der Notwendigkeit u. der Bedeutung des modernen Bibelsludiums. 121 und niedere Gewöhnlichkeit“ (Seite 6). Ernest Renan sagt: „Die Bibel in ihren verschiedenen Verwandlungen bleibt trotz allem und allem das grosse Buch, der Tröster der Menschheit“ (Geschichte der Juden, S. 6). Renan hält es nicht für unmöglich, dass die Welt noch einmal jüdisch-christlich wird (ibid.), trotzdem er der Ansicht ist, dass die Gipfel des Olymp und des Sinai leer sind, dass der Himmel öde und die Erde klein ist (S. 25). Eduard Meyer, der beste Kenner der antiken Welt in der Gegenwart, schreibt: „Wer einmal ernsthaft im alten Testament gearbeitet hat, der kennt den Reiz dieser Untersuchungen, die den Forscher nicht wieder loslassen“ („Die Israeliten und ihre Nachbarstämme“, Vorwort Seite V.) und so oft seine Arbeiten ihm unr irgendwie Zeit lassen, kehrt er immer zur Bibel zurück. Herinan Gunkel, einer der tiefgründigsten Kenner des alten Testamentes, der epochemachende Werke über dasselbe geschrieben hat, bezeichnet die Bibel: „als das wunderbare Buch, Lehrerin der Menschheit, Grundlage unseres geistigen Seins! Du gleichst jener verklärten Gottesstadt auf ragendem Weltenberge, die dem Himmel nahe liegt. Immer wieder kehrt die Menschheit zu Dir zurück.“ Ich will es unterlassen, noch weitere Aussprüche der besten und feinsten nicht-jüdischen Kenner der Bibel anzuführen, es wird hoffentlich genügen, die Bedeutung der Sache um die £s geht, klar gemacht zu haben. Ich wünsche, dass das dauernde Interesse und die Mitarbeit an der Erreichung diese* Ziele geweckt werden — zu Fromm und Nutzen unserer Religion, unseres Volkes und der Menschheit! Dr. M. Soloveitschlk, Minister f. jüd. Angelegenheiten, Kowno (Litauen). Die Voraussetzungen der jüdischen nationalen Autonomie in Litauen.*) Das Problem der nationalen Autonomie kann unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden: einerseits ist es die Frage des Inhalts der Autonomie, d. h. derjenigen sozialen Bedürfnisse, die eigenartig-national in Erscheinung treten und des *) Dieser Artikel bildet einen Auszug aus einer größeren in Vorbereitung befindlichen Arbeit. Im Zeitpunkt, in dem dieses Fragment der Oeffentlichkeit übergeben wird, befindet sich die jüdische nationale Autonomie in Litauen in einer ernsten Krise, die eine Reihe wichtiger Errungenschaften der ersten Periode — der des Kampfes für die verfassungsmäßigen Garantien — zu bedrohen scheint. An den Lehren, die aus der fast vierjährigen von der Judenschaft Litauens geleisteten Arbeit gezog-n werden köitnen, ändert dieser — hoffentlich vorübergehende — Rückschlag kaum etwas. Der Verfasser.