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Juedischer Almanach für Gross-Rumänien · 1922-01-01 · 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI · p. Seite 119

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Journal
Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
Volume
1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
Date
1922-01-01
Page
Seite 119 (sequence 131)
Language
German
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IRI
…/7938572-9582826--132-9575476
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Von der Notwendigkeit u. der Bedeutung des.modernen Bibelstudiums. 119 muss aber anerkannt werden dass nahmhafte Gelehrte ihr ganzes, langes arbeitsreiches Leben der Erforschung der Bibel gewidmet haben, unter ihnen ein Mann wie Wellhausen, der immer und zu allen Zeiten als Wegbereiter und Bahnbrecher wird angesehen werden müssen. — Diese Gelehrten waren in ihrer überwiegenden Zahl Nicht-Juden. Zu ihren Arbeiten soll und muss auch von jüdischer Seite Stellung genommen werden. Mit verschränkten Armen dazustehen und die Ergebnisse ihrer Forschungen zu ignorieren, ist einerseits unserer unwürdig und andererseits gefahrbringend, weil dies geeignet wäre , unserer Religion und unserem Volke unermesslichen Schaden zuzufügen. Es muss jetzt mit Bedauern gesagt werden, dass auf dem Gebiete alttestamentarischer Forschung nichtjüdische Gelehrte massgebend geworden sind. Zwar beschäftigen sich auch die wenigen Rabbinerseminare mit diesen Fragen, zwar haben auch einige namhafte jüdische Gelehrte auf diesem Gebiete hervorragende Arbeiten veröffentlicht, aber noch ist wenig geschehen, um auch von jüdischer Seite diesen Fragen jene Aufmerksamkeit zuzuwenden, welche ihrer Bedeutung entspricht. Für die jüdische Oeffentlichkeit ist aber bis jetzt diese Sache ein nolli me tangere geblieben. Dies kann aber auf die Dauer unmöglich so weiter bleiben. Wer in dieser Frage als Forscher ernsthaft mitsprechen will, muss nicht nur die ganze althebräische Literatur bis in die kleinsten Einzelheiten beherrschen, er muss auch die reiche talmudische und nichttalmudische Literatur von Grund aus kennen und eine genaue Kenntnis der arabischen, babylonischen, assyrischen, syrischen und aramärischen Sprache und antiken Literatur dieser Sprache besitzen. Soll daher das moderne Bibelstudium unserer Religion und unserem Volke fürderhin wie bis jetzt zum Heile gereichen, so bedarf es Männer, welche sich die Bibelforschung zur ausschliesslichen Lebensaufgabe setzen. Nur wenn das ganze jüdische Volk und dessen offizielle Stellen dies voll und ganz begreifen, werden wir in Hinkunft unser Volk und unsere Religion vor vielleicht unermesslichem Schaden bewahren können. Bis jetzt sind noch beinahe alle jene christlichen Gelehrten, welche die Bibelforschung zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, in ihrer überwiegenden Mehrheit die begeisterdsten Lobpreiser der Bibel geworden. Es ist jedoch keineswegs verbürgt, dass es immer so bleiben wird. Die ganz wenigen, die die Ergebnisse der modernen Bibelforschung gegen die Bibel airslegen, haben uns bereits sehr nennenswerten Schaden zugefügt —.ich nenne hier bloss Delitzsch mit seinem Bibel — Babelstreit, um andere kleinere Schriftsteller, welche demagogisch nur ihre antisemitischen Ziele verfolgen, zu übergehen. Deshalb müssen wir rechtzeitig auf der Hut sein und stets über Männer verfügen, die mit echt jüdischer

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