Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Journal
- Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Volume
- 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 100)
- Language
- German
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90 Das Amt. wachsen und wieder werden wir zum auserwählten Werkzeug der Gottheit werden können. Den alten heiligen Judenstolz, die wundertragende, wundertätige Judenkraft kann ich Euch wieder lehren. Schwer ist die Verantwortung, die auf mir ruht, gross aber auch die Macht, die in meine Hand gelegt ist. Ich werde sie nicht missbrauchen. In meinem öffentlichen Leben kenne ich keine selbstischen Zwecke, keinen persönlichen Ehrgeiz. Jeder Gedanke, der in mir lebt, jedes Gefühl, das in mir wirkt, gehört dem Judentume und seiner heiligen Sache. Ich habe keinen Finger gerührt, um die höchste Würde zu erlangen, die das österreichische Judentum zu vergeben hat. Als Euer Ruf an mich herantrat, da musste ich ihm folgen, denn wer seine ganze Kraft, sein ganzes Leben den Idealen seines Stammes m opfern bereit ist, hat seinen Platz dort einzunehmen, wo die Entscheidungen fallen. Meinem Volke zu dienen, bin ich zu Euch gekommen, ihm zu dienen mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele, mit meinem ganzen Vermögen. Doch sonst bin ich keines Menschen Diener. Mein Eigenstes, mein Höchstes, mein Tiefstes und Persönlichstes, mein Gewissen, kennt keinen anderen Herrn, als die göttliche Stimme, die ich in mir vernehme. Nicht um ein Amt auszufüllen, stehe ich hier, sondern um eine Mission zu erfüllen. Wer mir meine geistige Freiheit, meine Unabhängigkeit nimmt, der macht mich zu einein unbrauchbaren Werkzeug. Wer aber meint, durch Drohungen oder Lockungen, durch Schmähungen oder Versprechungen mich von dem Wege abziehen zu können, den ich gehen muss, mich den Ueberzeugungen entfremden zu können, die ich in jahrzehntelangem Ringen mir erkämpft, der wird auf Granit beissen. Was ich in entscheidender Stunde den Vertrauensmännern der Gemeinde gesagt, das wiederhole ich an diesem für mich' schicksalsschweren Tage, da ich Besitz ergreife von der Kanzel, die zu den ragendsten im Judentum gehört, ich wiederhole es vor Euch allen als ernstes feierliches Gelöbnis: / . ן . ,,Die jüdische Ge/neinschaft/muss, J— das fordert der Zionismus, — wieder yne lebendige Gemeinschaft werden, der nichts menschliches/remd ist, m die j|de Betätigung von Juden einstränmen ka/n und soll/ Nicht ist damit gemeint, dass ein Jude Zieht au/serhalb dey jüdische^ Gemeinschaft wirken könnte;/chinesisZie Maueriy wollen /wir nicht bauen. Aber er soly wo immer er tätig/ ist, als Jude tätig sein können; der Mptterboddn unserer Arbeit sollywie dies bei jedem normalenr Volk der Fall ist/ unsere Gemeinschaft sein. Ihr — und /lurch sior der Mens/mheit — soll der Segen alles dessen Zuströmen, was wir ton. Wir suchen den Weg zu einem grösseren Zionismus“/ /