Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Journal
- Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Volume
- 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 77)
- Language
- German
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Der Anteil der Juden am Wirtschaftsleben in der Bukowina. Wirtschaftsleben unserer Heimat bedeutet. Unser Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, an der Hebung der Naturschätze, an der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Rohprodukte, an der Förderung des Verkehres und Handels ist um ein Vielfaches grösser, als unserer Bevölkerungszahl entsprechend. Trotz Krisen, trotz vieler Hemmungen, die unter dem österreichischen Regime sich geltend machten, befanden wir uns, Rückschlägen ausgesetzt, doch in aufsteigender Richtung. Eine Prognose für die Zukunft zu stellen, ist schwer, da die ganze wirtschaftliche Welt aus den Angeln gehoben wurde und der Weltentwicklungsprozess sich im Stadium der Gährung befindet. Wir sind hier nicht auf einem Isolierschemmel, ausgeschaltet aus dem wirtschaftlichen Gesamtleben, weshalb wir alle Zuckungen und alle Störungen der Weltwirtschaft verspüren. Auch leben wir in einem Lande, in dem das Unmöglichste möglich wird und wo die wirtschaftliche Führung jeder Stetigkeit, jedes Ernstes entbehrt. Eine weise Regierung müsste sich daran gewöhnen, Handel, Industrie und Gewerbe sich frei entwickeln zu lassen, unnötige Hemmungen und Bevormundungen zu beseitigen und alle jene Faktoren in Transport-, Konzessions- und Zollwesen zu schaffen, welche wirtschafts- und verkehrsfördernd wirken. Auch müsste sie sich damit befreunden, uns als gleichwertigen Faktor zu behandeln. Kein Wunder, dass dies noch nicht der Fall ist, wenn man bedenkt, dass die Emanzipation der Juden im Reiche noch immer eine unvollständige ist. Auch diese ist eine Errungenschaft des Krieges und wurde förmlich abgerungen. Man wird sich erst daran gewöhnen müssen, die Juden als ein gleichwertiges, freies, demokratisches olk anzusehen. Die Juden wollen unentwegt weiter an der Wirtschaft ihres Heimatlandes und des Reiches mit allen Kräften fördernd mitarbeiten. Dr. Z. F. Finkeistein, Wien. Herzl’s Mutter. Ein Gruppenbild aus den siebziger Jahren. In Budapest. Eine klein-bürgerliche Idylle. Mann und Weib mit zwei aufblühenden Kindern. Er wuchtig, breitspurig, von scharf umrissenen Zügen reifer Männlichkeit; sie zart, voll weiblicher Anmut und puppenhaft schlank in der läppisch breiten Krinoline. Sein Antlitz sprüht von Selbstbewusstsein. Aus einem Gesicht, umrahmt von dichtschwarzem Barthaar, lugen zwei scharfblickende Augen hervor, die nur aufsNächstliegende