Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Journal
- Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Volume
- 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Haifa 1× ep/1047930
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Tagebuch einer Paläslinafahrl, 47 das, was man sich unter einer jüdischen Stadt vorstellt, kein Sadagora etwa, sondern eher ein jüdisches Mödling oder Baden ... Ich gehe etwa auf die Strasse und höre aus einem Hause Musik, Orchester. Das ist die Musikschule, sagt man mir; es ist Konzertprobe. Sie ist gerade zu Ende und junge Burschen kommen heraus, bringen ihre Instrumente, ein Kontrabass wird auf einen Wagen aufgeladen. Man spricht hebräisch, Kinder stehen rings um den Wagen, sie spielen, singen, lachen — alles hebräisch... Diese Blätter sind zu eng, als dass ich all die Details unterbringen könnte. Diese südlichen Abende mit der fröhlichen Menschenmenge in den Strassen, die Parkanlagen — endlich der Meeresstrand, mit den Badeanlagen, dem Strandrestaurant, die Limonaden- und Gefrorenes-Verkäufer an den Strassenecken, die Schuhputzer ...endlich diese verschiedenen Strassentypen, denen man so deutlich das Herkunftsland anmerkt (darunter Spaniolen mit Fez und ganz arabisch gekleidete Jemeniten) . . . das alles muss man selbst sehen ... Schliesslich bekam ich am Montag mein Gepäck heraus, nahm Abschied von W’s und kaufte mir in einem Büro in der Herzlstrasse für 4 Uhr nachm, einen Autoplatz nach Jerusalem. — Dies ist auch etwas ganz Erstaunliches: ganz Palästina ist, neben guten Bahnverbindungen, mit einem Netz von regelmässigen Automobillinien überzogen. Man kann in »Jaffa alle zwei Stunden ein Auto nach jeder der näher liegenden jüdischen Kolonien haben, aber auch nach Jerusalem, Haifa etc. Und ebenso von Jerusalem und Haifa aus. Es sind dies viersitzige leichte Personenautos (Fortwagen) zu denen man sich einige Stunden früher im Büro oder telephonisch vormerken lässt. Die Fahrpreise sind verhältnismässig; sehr niedrig: sie sind gleich den Bahnpreisen 2ter Klasse, ilman gewinnt aber viel Zeit und fährt sehr schön.) Ausser diesen regelmässigen Linien kann man aber auch in den Büros jederzeit nicht zu teuer ein Auto nach jedem beliebigen Ort haben. Ich fuhr also im Auto, erst die halbe Strecke im Flachland an Feldern und Gärten vorbei und dann durch eine BergvLandschaft von heroischer Grösse, die man sofort als Schauplatz biblischer Geschehnisse empfindet. Dann kam eine niedrige Häuserreihe und dies war die Jaffaer Vorstadt von Jerusalem ...