Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 6 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- Seite 169 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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§ 10. Durch diesen Schiedsvertrag sind alle Ansprüche der Unterzeichner des Vertrages gegeneinander aus dem Streitfall, sie mögen sein, welcher Art auch immer, unbeschadet der Bestimmung des § 9 Abs. 2 des Vertrages, erloschen. Der Vertrag ist jedoch hinfällig, falls ihm der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin nicht in allen wesentlichen Punkten beitritt. § ii. Unmittelbar nach Abschluß dieses Vertrages hat Dr. Laserstein ein unterschriebenes Vertragsexemplar der Staatsanwaltschaft I Berlin zur Kenntnisnahme zu übersenden mit Hinweis auf den Vorgang, der der Staatsanwaltschaft in dieser Sache zugegangen ist. Er ist berechtigt, den Schiedsvertrag kommentarlos unter der Überschrift ,,In Sachen Ellenbogen" in Nr. 6 seiner Zeitschrift zu veröffentlichen. Zu Urkund dessen ist heute dieser Vertrag in 4 Exemplaren unterzeichnet worden. Jede Partei, der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und die Staatsanwaltschaft I Berlin erhalten eines davon. Berlin, den 9. April 1927. gez.: Dr. Botho Laserstein. gez.: Dr. James Ellenbogen. Geist und Intellekt der Juden von Alfons Steiniger Für Ignaz Wrobel L Ich halte die Gegenüberstellung des geistigen Juden mit dem jüdischen Intellektuellen für wichtig und geeignet, über den internen Anlaß hinaus einen alten, dauernd verkannten Gegensatz offenzulegen. Denn darum ist es ja überhaupt so interessant, so ergiebig, allgemeine Fragen am jüdischen Wesen zu spezifizieren, weil dieses eine sonst nirgendwo so starke und eindeutige Reagenz zeigt auf Alles, was ihm entgegengestellt, übergeben und beigemischt wird. Diese heftige und besonders klare Auslösung ist im Übrigen nicht erstaunlich, bedenkt man, daß ein so kleiner Haufe von Menschen, durch dauernde Beobachtung, Verfolgung, Untersuchung in den Scheinwerfer der Geschichte seit zahlreichen Jahrhunderten gerückt,notwendig seine Nerven zu rechtzeitiger Witterung, Aufklärung und Abwehr nach außen und oben verlegen mußte. Diese Entwicklung ist heute bereits derart typisiert, automatisch, unbewußt geworden, daß grade auch deswegen wieder der Jude zumindest die eine, unentbehrliche und entscheidende Funktion im menschlichen Verkehr hat: prinzipalster Reagenz- 169