Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 5 (15.3.1927)
- Date
- 1927-03-15
- Page
- Seite 151 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Postamt Fritz Ragtittie. Ob es möglich ist, daß in christlichen Instituten ein Jude Anstellung findet? Nein. Ob die Umkehrung, im Zeichen jüdischer Arbeitslosigkeit, sinnvoll ist? Nein. Eben deshalb sprechen sie so viel von Umschichtung der Berufe und beschäftigen, unter Protektorat des Herrn Fuchs, auf dem jüdischen Friedhof in Berlin- Weißensee: unter 80 Qärtnereigehilfen und Binderinnen 2 Juden, unter 9 Beamten und Hilfsarbeitern im Büro der Friedhofsinspektion 4 Juden. Warum auch nicht? Berutsjuden lassen ihr Blatt bei einem drucken, der erst vor zwei Jahren die Wertschätzung unsrer Gemeinschaft durch die Flucht aus ihr öffentlich bekundet hat. Alired Ehrenberg. Mit einer kleinen Nötigung werden auch Sie eine Anstellung bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin finden können. Ihre Vergangenheit wird man dabei um so weniger als Belastung empfinden, als man auch über Sie, wie bei den zahlreich in letzter Zeit neu Eingestellten, Personalakten nicht führen wird. Diese Monstren fördern die Ordnung und Sauberkeit der Verwaltung und haben darum in einer jüdischen Gemeinde nichts zu suchen. Max Mayer. Sie weisen darauf hin, daß, wenn nichts die jüdischen Gemeinden veranlassen kann, von sich aus die widerwärtigen und tief unsittlichen Zustände zu beseitigen, die hier ins helle Licht des Tages gestellt werden, als äußerstes Mittel die Verweigerung der Steuerzahlung durch Massen von Gemeindemitgliedern bleibt, und wünschen jetzt schon dazu aufzurufen. Jüdische Mitbürger, die Ihr nicht wollt, daß Gemeinden der Hort niedriger Gesinnung und der Tummelplatz von Schurken bleiben, verweigert die Kultussteuern! Gert Schneider. Sie wünschen mitzuteilen, daß das fast vergr ffene Dezemberheft der freigeistigen Monatsschrift Moju, in dem Albert Nordens Aufsatz zuerst erschienen ist, im Rahmen eines Vierteljahrs- Abonnements (Preis 50 Pfg.) oder eines halbjährlichen (Preis 1 Mk.) noch in wenigen Exemplaren vom Verlag der Moju, Hamburg 22, Uferstraße 24 bezogen werden kann. Die postfreie Zusendung der riefte erfolgt nach Einzahlung des Betrages auf Konto Walter Saladin, Hamburg 64466. Hoffent'ich lernen bei der Gelegenheit recht viele die kleinen Schriften kennen, die man auch dann noch trefflich nennen muß, wenn man ihre Weltanschauung nicht teilt. MieBer Glaubensgenosse. Mir war berichtet worden, der Oberbibliothekar der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Stern, habe mich einen Revolverjournalisten genannt; in Nr. 3 dieser Zeitschrift habe ich diesen Vorwurf zurückgewiesen Herr Dr. Stern hat sich durch die Notiz gekränkt gefühlt. Es haben daraufhin Vergleichsverhandlungen stattgefunden. Herr Oberbibliothekar Stern erklärt, mich einen Revolverjournalisten nicht genannt zu haben; ich sei von meinem Gewährsmann hierüber und hinsichtl'ch der andern sachlichen Angaben falsch unterrichtet worden. Damit entfallen die hier gegen Herrn Dr. Stern gerichteten Angriffe und Werturteile. Ich bedaure, durch den entstellten Bericht eines nahen Mitarbeiters zu einer falschen Beurteilung der Persönlichkeit des Herrn Dr. Stern gekommen zu sein. Treuer Mitarbeiter. Wer der Professor Isaak Markon ist? Du kennst ihn, aus zwei Aufsätzen über die „Krim-Juden" in Heft 1 und 4 dieser Zeitschrift, als hervorragendsten Erforscher des Karaismus. Seine Leistungen a>>f diesem Geb;et waren so bedeutend, daö er als einziger Jude im Zarenreich Rußland zu höchsten Aemtern stieg. Schwerer wiegt für Deutschlands Juden sein Verdienst, als erster den Skandal Meisl durch eingehende Materialsammlung erhellt zu haben. Dabei hat er so außergewöhnliche bibliographische Kenntnisse bewiesen, daß 151