Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 5 (15.3.1927)
- Date
- 1927-03-15
- Page
- Seite 150 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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scheiden war und zuweilen mit Gott eine derbe und kühne Sprache führte, sprach darauf: „Herr der Welt! Du sagtest: „Mein ist das Silber und da^ Gold." Und als du um das Volk Israels warbest und mit ihm einen 'Ehebund schließen wolltest, glaubte es dir, und es hoffte, du wirst deiner Angetrauten und ihren Kindern Geld und Geschmeide geben, wie es zwischen Gemahl und Gefährtin Gepflogenheit ist. Das Volk ging mit dir den Bund ein: du machtest das jüdische Volk, die Gemeinschaft Israels zu deiner Gemahlin, wie es in der Schrift heißt: „Und ich traute dich mir für ewig an." Und nun frage ich dich: Wie erfüllst du denn deine Gemahlpflicht? Warum gibst du deinen Kindern nicht ihren Bedarf? Wo ist das Silber und das Gold, das du dein nanntest? Willst du aber deine Zusage nicht erfüllen, mit welchem Rechte forderst du von deinem Volke Israel, daß es dir Treue bewahren soll?" Sprach's, atmete schwer, wie nach einem Ringkampfe, und verharrte eine lange Weile in tiefem Schweigen. Dann aber wandte er sein Antlitz dem verzweifelten Mann zu und sprach: „Gott wird seine Pflichten erfüllen, besinne aber auch du dich, deine Treue zu bewahren und nach Gottes Wort zu handeln." Und nun stimmte er den Psalm an." Das hätte in einer antisemitischen Zeitung stehen sollen! Die Familienblätter wären aus dem Protestieren nicht mehr herausgekommen. * Der Redakteur Im orthodoxen „Jüdischen Wochenblatt", das von Dr. Ernst Simon geleitet wird (er hält sich für einen Meister deutsch-jüdischer Journalistik), heißt es am 21. Januar: „Starre Orthodoxie" In einem Jubiläumsartikel, der uns zugegangen ist, wurde an dieser Stelle in letzter Nummer ein Werturteil über das gesetzestreue Judentum wiedergegeben, von dem wir wohl kaum zu sagen brauchen, daß es nur die Meinung der betreffenden Persönlichkeit umschreiben sollte, nicht aber die unsere zum Ausdrück brachte. Red.w Da hat's wohl was aufs Toser gegeben? * Durch die Presse geht diese Nachricht der „Tele-Union": „Judenausschreitungen in Polen. TU. Warschau, 24. Januar. Wie aus Bjalistock gemeldet wird, hat am Freitag der Rabbiner der Stadt gegen den Film „Ben Hur", der an diesem Tage in Pjalistock seine Erstaufführung erleben sollte, den Bannfluch verkündet, worauf die Juden der Stadt das Kino stürmten, das Publikum vertrieben und den Film verbrannten. Der Kinodirektor, der die Absetzung des Films Ben Hur abgelehnt hatte, wurde schwerverletzt. Da in Bjalistock Zusammenstöße zwischen Juden und Christen befürchtet werden, steht die Stadt unter militärischer Bewachung."— Das allerdings haben die Juden noch nötig gehabt! Durch Jahrhunderte in Pogromen dezimiert, pflegen sie, gönnt man ihnen nur eine halbe Atempause, selbst den Pogrom. Die Mörderbande im Nacken werden sie selbst Mörder, schlimmer: scheinheilige Narren, die ihre Brüder verfolgen, aber auf jeden Cusisten, der sich gleichem Sinnenkitzel gibt, spucken. Volk vom Sinai, wie tief bist Du gesunken! (Das wird noch einmal in geschlossnem System von jüdischer Seite darzutun sein.) B. Lst. 150