Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 4 (15.2.1927)
- Date
- 1927-02-15
- Page
- Seite 113 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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scheidet zwischen ihnen und uns! Wir wol en nicht durch den Irrtum von der Einheit aller Juden unser Vaterland verlieren und damit seelischer Verelendung anheimfallen. Wir wehren uns gegen den Raub unserer Nationalität wie Gabriel Riesser: „Wer mir die Zugehörigkeit zur deutschen Kulturgemeinschaft und zur deutschen Nation bestreitet, der bestreitet mir das Recht auf meine Gedanken, meine Gefühle, auf die Sprache, die ich rede, auf die Luft, die ich atme. Darum muß ich mich gegen ihn wehren wie gegen einen Mörder." Der völkische Student. Von Josef Wiener-Braunsberg Ich bin ein völkischer Studente, leicht ist mein Wissensdurst gestillt, ich bin in meinem Elemente, wo's stänkern und zu hetzen gilt. Wenn ich auch selbst, was ich kaum fasse, nur »Promenademischung" bin, ich schwärme nur für reine Rasse, für Arier-Nase, -Haar und -Kinn. Ihr wißt, wie es mich übermannte, was Lessing in Hannover trieb. Hieß Lessing nicht auch der Schmierante, der „Nathan* einst, „den Weisen" schrieb? Was steckt bei diesem Mist dahinter, den man verhimmelt ohne Grund? Wir haben unsern Arthur Dinter, den Klassiker in „Schmutz und Schund"! Wir haben auch noch andre Helden, die unsern Ohren wohlvertraut: Biertimpel mit Respekt zu melden, der unsre Kassen einst beklaut. Bestöhl' ein Jude unsre Kasse, ergäbe das 'nen Mordsgestank, Bei einem von der Arier-Rasse ist es nicht weiter von Belang. — Hab' ich bestanden mein Examen und Sprech' ich in der Themis Saal mein Urteil „in des Volkes Namen", ist Kölling dann mein Ideal. — Doch findet, was mich freute minder, mein Aufstieg zum Magister statt, verdumme völkisch ich die Kinder, wie man mich selbst verdummt einst hat! 113