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Die Jüdische Gemeinde · 1927-02-15 · 4 (15.2.1927) · p. Seite 102

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Journal
Die Jüdische Gemeinde
Volume
1. Jahrgang = 1926-1927
Issue
4 (15.2.1927)
Date
1927-02-15
Page
Seite 102 (sequence 12)
Language
German
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hin der dritte deutsche Kampfflieger, der den Pour le merite erhielt — nicht genannt wird — denn er war ein Jud! Ich habe noch Flugblätter des R. j. F. aus den Jahren 1919/20, auf denen Frarikl auch nicht erwähnt wird — denn er war getauft. Glücklich, wer von Frontbünden boykottiert wird! Inzwischen geht der R. j. F. weiter hausieren mit seinen Heldentaten, die darin bestehen sollen, daß seine Mitglieder so schlachteten, wie das Gesetz es befahl. Diese Mitglieder konnten und können nichts dafür. Wäre es anders, wäre der Bund nicht so groß. Was der Frontbund in Wirklichkeit will, ist klar: Exoriar' aliquis nostris ex ossibus ultor! Auf Deutsch: Möge aus unsern und der Frauengruppe Beinen die „Jungfront" sich mehren. . . . Unsere Friedensaufgabe von Professor Dr. Max, Herzog von Sachsen An jeden Menschen, der „zivilisiert" sein will, an die Gesellschaft, welche einen Anspruch darauf erhebt, diese Würde zu besitzen, an alle Völker, die sich zu dieser Klasse (der „zivilisierten" Nationen) rechnen, an den größten Teil der Menschheit tritt die Friedensfrage gebieterisch heran und verlangt ein Eintreten für ihre Ziele. Sie ist die Frage aller Fragen, die Frage unserer Zeit. Es sollte an sich als etwas Selbstverständliches gelten, daß sich die Menschheit, je weiter sie in der „Zivilisation" fortschreitet, auch um so weiter vom Kriege entferne und um so mehr dem Frieden nähere, wenn anders man mit dem Worte den richtigen Begriff verbindet, darunter ein „bürgerliches", sittsames, arbeitsreiches, ruhiges Streben, eben das Gegenteil vom kriegerischen Wesen, versteht. Ist es begreiflich, daß ein ganz- oder halbwilder Mensch, der noch nicht zur Arbeit erzogen ist, es bequem findet, auf Tötung von Tieren (Jagd und Fischfang, zwei Beschäftigungen, die mit Räuber- und Kriegswesen durchaus verwandt sind, zwei Ueberreste alter Barbarei, die wir ebenso wie den Krieg mit in die „Zivilisation" hinübergeschleppt haben) auszugehen oder gar die Genossen seines Geschlechts anzufallen, um sie entweder aufzuessen oder auszuplündern oder beides zugleich zu tun (in der Tierwelt begegnet uns nur das erstere, die Jagd auf andere Wesen, in größerem Stile, nur selten dagegen der Kampf gegen Vertreter derselben Art), daß sich demnach bei einem solchen Zustande der Dinge das Leben vielfach als ein „Krieg Aller gegen Alle" darstellt, ist es verständlich, wenn bei beginnendem Streben nach Zivilisation noch nicht gleich alle Reste der früheren Gewohnheiten verschwinden, kann man es begreifen, daß unreife Völker, die noch nicht den Boden genügend auszunützen verstehen und auf niederer Kulturstufe stehen, sich auf das Nachbarvolk stürzen, einen Massenkrieg organisieren, um sich in den Besitz von Lebensmitteln zu setzen, so ist es doch unerklärlich, daß ein „zivilisierter" Mensch noch Räuberei treiben und ein „zivili— 102

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