Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 3 (15.1.1927)
- Date
- 1927-01-15
- Page
- Seite 87 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Jugendbund"). Wir mußten es aber in den letzten Wochen erleben, daß Juden selbst Petitionen und Bittgänge zum Oberpräsidenten in Münster und zum Innenminister nach Berlin unternahmen, um gesetzlich zu erreichen, daß den — zum Teil sogar im Ruhrbergbau tätigen — in Westdeutschland ansässigen Ostjuden das Wahlrecht zum preußischen Landesverband genommen würde, — „damit nicht ausländische Juden bei den Repräsentanten die Oberhand gewinnen". Die Synagogengemeinde Dorsten-Gladbeck appellierte in diesem schmachvollen Sinne an sämtliche anderen Gemeinden des Industriereviers. — Derartige jüdische Interna gehen uns, die wir überkonfessionell bleiben wollen, eigentlich nichts an, — aber fühlen denn diese, sich selbst so viel edler dünkenden Westjuden nicht, wie sie sich im Bruderkampf gegen arme, heimatlose Flüchtlinge ihr eigenes Grab schaufeln? Und wie schwer wird uns Nichtjuden erst unsere Arbeit gegen den Rassenhaß, wenn die in Deutschland 1 Prozent der Bevölkerung ausmachenden Juden unter sich wieder gehässige Kastengrenzen schaffen und den dümmsten Antisemiten lehrreiche Beispiele geben! Erspart uns solches Schauspiel, bekämpft den Brudermord, kämpft mit uns für Frieden und Menschenliebe, gegen Haß und Verhetzung, — im Innern wie nach Außen. So möchten wir unseren Mitbürgern jeder Religion zurufen. Denn: Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da! Narischkeiten Der Präsident der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Ornstein, baut im „Israelit" vom 18. November diese Schachtel: „Sie wissen wohl auch, daß ein solches auch in Wien schon seit längerer Zeit besteht und daß auch die gegenwärtigen Kultusvorsteher, welche aus den Reihen der „Union", welche bekanntlich unter meinem Präsidium steht, hervorgegangen sind, immer die harmonische Eintracht mit den orthodoxen Kultusvorstehern, welche im vollsten Einvernehmen mit uns gewählt wurden, betätigen. * Im „ Kölner jüdischen Wochenblatt" vom 26. November steht folgende Anzeige: Wir gratulieren herzlichst Herrn Leo Brenner, Köln, zu seiner Verlobung mit Frl. Betty Tepperberg. Max Kellner jun. und Frau Juwel., Goldu. Silberwaren. Das Brautpaar läßt den Goldwaren hierdurch danken. * Professor Heinrich Loewe, der Berliner Repräsentant und Universitätsbibliothekar, kommt aus Amerika, wo er vergebens um Gelder für den Zionismus geworben hat. „Wie hat's Ihnen gefallen?", fragt ein Gemeindebeamter. Der große jüdische Gelehrte: „Ach wissen Sie, überall lügen die Leute; in Amerika aber gibt es nur Lügner." * Auch jüdische Zeitungen haben einen Leiter, der sich Redakteur nennt. Darum steht im „Israelit" am 23. Dezember 1926 dies: „Sieben Söhne und drei Töchter beweinen mit ihren Familien und mit der greisen Gattin sowie ein großer Kreis von Verehrern den Verlust des Frommen." unu uic w Und dies: :ttm«fd). Sief teüg. eblet fein* geo.(9td)§b Slfab-orü)ob.©runb' IaQe)ftattr.fd)ön.iflbt.aftcmn 50. ÄbIo§ , uro. o. legi 2lnlj., aUeinft., mit SSerm, % %t. nidjt MSponib., jebodö, ooroofjl geitleb. u. Jjeute Döttiq gefwtb, angrofe ©djtafloftgf. leibenb, futfjt gto Beirat mb. gang, Seele l*ne& iüi>. (SnQel&toeil» k>oK eti)t. fitofe. ®ÜU, i b Sage u genullt, il)m gut ©efunbung oerljetfen. £>erfelbef td<f) etfat)V. tüfy, £$ftm wirb, gefimbet, neue ©stft. fcfjaff. ob. b. gebot, ©tnljetr. tat* fräft. 93orfjanbene§ fbrbern 2öo in ©üb* u. it. SSeftbeutftfl. ift jene tttta&J). <£**lfte 3. glüc!li<$fter ed&t jüb. @$e. SIntr. unt. 23488 an bie ©jpcbttion b 831, Hach, Du großes schlafloses Engelsweib! 87