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Die Jüdische Gemeinde · 1927-01-15 · 3 (15.1.1927) · p. Seite 84

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Journal
Die Jüdische Gemeinde
Volume
1. Jahrgang = 1926-1927
Issue
3 (15.1.1927)
Date
1927-01-15
Page
Seite 84 (sequence 26)
Language
German
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keit, Glück und Lust als Triebfeder der menschlichen Handlungen, die Moralprinzipien, Kants kategorischer Imperativ, die sittlichen Hemmungen und ihre Begründung, Tugend und moralische Typen, der Zusammenhang der Laster, Sanktion und religionslose Moral. Kaplan Fahsel hat den Pessimismus Schopenhauers, dem er sich in seiner Frühzeit in die Arme warf, durch sein katholisches Christentum überwunden; in einer eigenen anregenden Schrift gibt er diese Auseinandersetzung als Ueberwindung des Pessimismus der Oeffentlichkeit zu ihrem kritischen Ergötzen. Seine „Gespräche mit einem Gottlosen" (Verlag Herder, Berlin W.; dort auch die sonstigen wenigen Veröffentlichungen Fahsels) haben in der gedruckten Form von Rede und Gegenrede zwischen einem modernen Zweifler und dem Vertreter der alleinseligmachenden Kirchenwahrheit tatsächlich stattgefunden; die zwölf Redegänge sind durch stenographische Niederschrift in ihrer Echtheit sichergestellt. Sie hängen, wie mir Fahsel mündlich und schriftlich versichert hat, durchaus nicht zusammen mit jenem Rededuell, das im Berliner Monistenbund zwischen Fahsel und meinem Humboldtkollegen Max Deri stattgefunden hat. * Wieder spricht Kaplan Fahsel. Die weisen Juden dichteten die tiefsinnige Köstlichkeit in ihren heiligen Schriften, die selbst den heiligen Thomas mattsetzt: „Die Weisheit spielt vor Gott auf dem Erdboden/' Kinder Gottes, wir nehmen uns und die andern zu schwer — laßt uns zwischendurch auflachen! Am Rande Samuel & Simon Nummer 1 der „Jüdischen Gemeinde" hat das Schicksal gehabt, von Herrn Schriftsteller Samuel gelesen zu werden, der die breiten Ströme seiner Talentlosigkeit in die „Jüdische Zeitung für Ostdeutschland" leitet. Da gibt er „Zwischenrufe" von sich, welche die üblichen parlamentarischen noch untertreffen. Hat er gelesen, daß Laserstein „Wahrheits-Bajazzo" sein will, dann zwischenruft er, daß „der Prozentsatz, in dem diese beiden Indegredienzien gemischt sind", seinem „Geschmack nicht entspricht". Unserm, närnlich Lasersteins und meinem Geschmack entsprechen „Indegredienzien" nicht — bei aller Erkenntnis, daß ein Fremdwort Glückssache ist und Herr Samuel ein Stück Unglück. Obendrein Repräsentant eines Judentyps, der durch seine echt galizische Manier, selbst in der Sphäre des Geistes „Prozentsätze" zu erschnuppern, mir persönlich nicht grad' sympathischer wird, als ich ihm seit dem gebenedeiten Tag bin, da ich so „wenig verantwortungsvoll" war, in der „Weltbühne" etwas zu schreiben, was ihm nicht paßte. Den Vorzug, ihm neuerdings besonders unsympathisch zu sein, verdank' ich hauptsächlich dem furchtbaren Fehler, daß meine Wortwitze das Niveau der seinen nicht zu erklimmen vermögen. Herr Samuel ist, wie er 81

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